Kategorie-Archiv: raus!

Im Wald, da gibt es Bäume.

Ich fürchte, ich wiederhole mich, aber eventuell sind Sie ja ähnlich vergesslich wie ich. Jedenfalls: Wald.
Ich war heute im Wald. Endlich. Ungefähr ein Jahr lang dachte ich, das ginge nicht. Jetzt gehöre ich zu denen, die mit dem Auto in den Wald fahren. Nun ja. Man muss Prioritäten setzen, noch dazu lese ich gerade ein Buch über Flow, das heißt, lesen tue ich es eher nicht, mehr so hineingucken, jedenfalls, darin steht, man solle dafür sorgen, ausreichend Flow-Erlebnisse zu haben und schwimmen ist ja nun noch schwieriger als Wald und alles andere, ach, ist ja auch egal, noch dazu war heute Freitag, da sollte man sowieso tun, was einem Spaß macht, ich war also im Wald und Wald! Wald ist toll.

Und funktioniert. Wenn das Leben gerade nicht in die Kategorie „Was schön war“ einzuordnen ist (also eigentlich doch, vor allem vergleichsweise, aber ach, egal), wenn einen noch nicht einmal die Zahnärztin lobt, dann sollte man in den Wald gehen, oder fahren, in meinem Fall. Das funktioniert prima, ich steige aus dem Auto, denke: Wald! Wald! Wald! und dann denke ich erst mal überhaupt nicht mehr.

Muss natürlich ein echter Wald sein. Heißt: da begegnet einem niemand. Außer die obligatorische Frau mit Hund. Und irgendwo dröhnt eine Motorsäge. Vögel natürlich. Der Wind raschelt mit irgendetwas, das noch vom letzten Jahr in den Bäumen hängt, aber sonst: nix.

Hach.

Alles gut also, abgesehen von dem Gedanken, weitergehen zu wollen, weiter und weiter und weiter und noch weiter. Was nicht geht, oder vielleicht doch, aber dazu ist mir noch keine Lösung eingefallen. Knappe fünfundvierzig Minuten müssen daher reichen. Fürs erste.

Nirgendwo, nirgends.

Und dann sagt wieder einer was. Gar nicht mal zu dir, einfach so, in die Runde hinein. Hat auch nichts mit dir zu tun, das Gesagte.
Es ist gesagt und du bist draußen. Nicht deine Runde, schon wieder. Die ganze Zeit an der Illusion gebastelt, doch irgendwie dazuzugehören. Tust du aber nicht (nirgendwo, nirgends).

Keiner sieht dich (nirgendwo, nirgends). Du siehst dich ja selbst nicht.

raus! – so war das eigentlich nicht gedacht.

Streuselglück.

Jedes Mal, wenn ich ein Blech Lieblingsstreuselkuchen backe, frage ich mich, wer das alles essen soll. Wir sind doch nur zu zweit.
Na gut, zu dritt, aber m isst lieber Vanillekipferl.

Drei Tage später ist das Blech leer.

2017.

Vor ein paar Jahren habe ich mir eine Überdosis Visionssuche, Sinnsuche, Lebensplanung undsoweiter geholt. Seither bin ich eigentlich abstinent, aber wie das mit dem eigentlichen nun mal so ist, zäh nämlich, wurde ich es bisher doch nie so richtig los, kürzlich habe ich mir das hier gekauft, blättere seither immer mal wieder hinein (wenn es denn schon mal da ist) und finde das Hineinblättern meist eher mehr als weniger frustrierend.
Frustrierend, weil mir bei jeder zweiten Frage nur „Woher soll ich das bitte wissen?“ einfällt. Wenn ich es wüsste, bräuchte ich doch dieses Buch nicht, aber mir scheint, das Buch ist mehr für Menschen gedacht, die eine Million Ideen haben und von 999.999 davon denken, das sei eine für „später mal.“
Weil ich gestern ein Interview mit Reinhold Messner gelesen habe (danke an Herrn Buddenbohm fürs Verlinken) und die Idee, nicht mehr zu jammern, ziemlich gut fand, schreibe ich jetzt nicht, wie das mit meinen Ideen so ist.

Immerhin habe ich (dem Buch sei dank) ein hübsches Tagesabschlussritual gefunden, so eins wollte ich schon immer mal haben, die Frage ist eher, wie lange ich es durchhalte, bisher klappt es jedenfalls ganz gut.

Was auch ganz gut geklappt hat: Endlich mal so eine Collage machen, von der man auch überall liest (hier zum Beispiel), quasi als verlängertes Jahresmotto 2017.
Die hängt jetzt an der Wand, die Collage, ich werde sie ansehen, es wird unglaublich inspirierend sein, zwei Millionen Ideen werden mir zufliegen und dieses blöde Buch mit seinen Fragen, das fülle ich in Nullkommanix aus. Und Ende nächsten Jahres habe ich mindestens eine Million Ideen verwirklicht. Oder zumindest zehn, so viele sind nämlich vorgesehen (im Buch).

Das verkürzte Jahresmotto hat sich auch schon gefunden, Raus! nämlich, was für alles mögliche steht, im Grunde ist es eine Neuauflage von Angst haben und somit der Grund dafür, dass diese Collage nicht nur an der Wand, sondern auch hier im Beitrag hängt.