Kategorie-Archiv: gegessenes

Kartoffelbrei und Geschichten von P.

Irgendwann habe ich schon einmal das Kartoffelbrei-Elend erwähnt. Ah ja, hier: *klick*
Kurzfassung: Er wollte einfach nicht gelingen, der Kartoffelbrei. Obwohl ich doch genau das gleiche tat wie H., deren Kartoffelbrei ganz vorzüglich gelingt.

Tja, nun, magische Dinge geschehen.
Vielmehr geschahen. Und seither klappt es. Heute auch wieder. Keine Ahnung, was jetzt anders ist, denn ich mache alles ganz genauso wie zuvor auch.

Von daher bin ich jetzt bereit für Stufe Zwei: Schupfnudeln.

Heute bei H. (H.s Schupfnudeln sind ähnlich vorzüglich wie H.s Kartoffelbrei) habe ich ein wenig assistiert, mir aufgeschrieben, was sich aufschreiben lässt und irgendwann demnächst werde ich noch einmal Schupfnudeln ausprobieren. Und noch einmal und noch einmal, vielleicht muss man einfach nur lang genug dranbleiben, vielleicht klappt das alles erst beim achtzigsten Versuch, weil isso.

Vielleicht könnte ich auch das Parkplatz-Wünschen darauf anwenden, denn – oh Wunder: es funktioniert (die Zahnarztsache, Sie erinnern sich). Ich habe hinterher tatsächlich kurz überlegt, mir doch wieder den nächsten Termin geben zu lassen, denn im Vergleich zum letzten Mal war das nun wirklich aushaltbar und es wäre doch auch viel bequemer, aber im Vergleich zu Frau M., tja nun. Da sind noch immer Welten dazwischen. Von daher, nein, lieber nicht.

Beim Schupfnudel-Essen wieder einmal gedacht, mir unbedingt P.s Geschichten merken zu wollen. Aufschreiben hatte ich schon probiert, aber es ist einfach nicht das gleiche. P.s Geschichten muss man erzählt bekommen, am besten von P.
Was aber, wenn das nicht mehr geht.

Heute gab es die eine, die eigentlich gar nicht P.s Geschichte ist, sondern die von H.

H. hat früher mitgeholfen, überall da, wo Hilfe gebraucht wurde, also im Grunde bei allem. Kartoffeln zusammen lesen, beispielsweise. H. half mit, genau wie die eigenen Kinder. Und als die Arbeit getan und zum Essen gerufen wurde, wollte sich H. vom Acker machen (buchstäblich, quasi). Du bleibst da, hieß es. Wo acht satt werden, ist für dich auch noch etwas da. Und so saß H. zwischen den anderen acht und ob tatsächlich alle satt wurden, man weiß es nicht, die Geschichte spielt zu einer Zeit, in der es noch nicht selbstverständlich war, satt zu werden oder überhaupt etwas zu essen zu haben. Aber egal, im Zweifelsfall wurden man eben gemeinsam nicht satt.

Jedenfalls, so der P., erzähle H. die Geschichte heute noch. H. habe nämlich auch anderswo bei der Arbeit geholfen, auch anderswo gab es nach getaner Arbeit meist etwas zu essen, aber nicht unbedingt das, was alle anderen, was die „eigenen“ zu essen bekamen. Für den einen das Schnitzel, für den anderen das Butterbrot (sinngemäß). Bei euch war das nicht so, sage H. Und dass er das niemals vergessen werde.

Und schon bin ich wieder beim Karma Business (Sie erinnern sich auch daran?) und dem, was all die anderen Selbsthilfebücher erzählen.

Weil nämlich H. diese Geschichte nicht nur immer noch erzählt, sondern auch immer dann, wenn sich die Möglichkeit ergibt, dem P. Gutes zu tun, dem P. Gutes tut. Und alles nur, weil alle gemeinsam satt wurden (oder eben nicht).

Diese Geschichte führte natürlich gleich zur nächsten Geschichte, nämlich die, in der E. nach dem Mittagessen ein Schläfchen einlegt, direkt am Esstisch, mit dem Kopf auf den Armen.
Und sich nach dem Schläfchen umsieht, um ihn herum steht noch immer das Geschirr und die Töpfe vom Essen, und wie E. dann fragt, ob er das Geschirr spülen solle und R. sagt, von ihr aus könne er das gerne tun.
(Mit E = Familienvater und R = Tochter und das zu einer Zeit, in der die Möglichkeit, dass der Vater das Geschirr spült nun wirklich nicht vorgesehen war.)

Unweigerlich folgt vom Erzähler der Zusatz: „G. hätte das nicht sagen dürfen, da wäre was los gewesen.“

Um gleich zur nächsten Geschichte zu springen, in der E. ins Haus gehen wollte, mit dreckigen Schuhen, obwohl doch gerade aufgewischt worden war. Wie R. sagte, er möge noch eine halbe Stunde warten und E. genau das getan hat.

Und wie auch das nicht möglich gewesen wäre, hätte G. das gleiche gesagt. Weil G. zwar das gleiche gesagt hätte, aber sie hätte es eben anders gesagt.

Womit ich dann irgendwie wieder bei der Kartoffelbrei-Magie gelandet bin (das gleiche, nur anders), nur, dass bei der Kartoffelbrei-Magie völlig unklar ist, worin der Unterschied besteht. Im Gegensatz zu R. und G.

Begegnungen, ein Panini, Bücher.

Gestern waren m und ich ungefähr drei Minuten in der Bücherei. Dann wollte m einen Keks, in der Bücherei isst man aber keine Kekse, großes Geheul, dann saßen wir ungefähr zehn Minuten im Vorraum der Bücherei. Dort hatten sie extra für diesen Zweck (nun ja) einen Tisch und zwei Stühle aufgestellt. m aß Kekse und war glücklich. Ich hatte auf die Schnelle immerhin zwei Bücher ergattert, ob ich mit denen glücklich werde, wird sich zeigen.

Vorher hatten wir noch geparkt. Im Parkhaus war die Schranke oben, auf dem Display des Parkkartenautomaten stand „außer Betrieb“ und ich hatte ein klein wenig Angst, nie mehr aus diesem Parkhaus herauszukommen.
Zum ersten Mal in meinem Leben drückte ich später, beim Hinausfahren, die „Sprechtaste“ des Parkkartenautomaten (denn diese Schranke war natürlich unten). Es tutete. Tutete noch einmal. Und noch einmal. Dann rauschte es. Dann passierte einen sehr langen Moment nichts mehr, doch gerade, als ich erneut die Sprechtaste drücken wollten, öffnete sich die Schranke. Hurra.

Zuvor aber haben wir noch ein Panini gegessen. Das Wetter Die Kälte führte dazu, dass wir dieses Panini direkt vor Ort beim Bäcker gegessen haben und nicht wie sonst auf dem Weg zum Auto, im Auto oder sonstwohin. Die Kälte ist wirklich zu etwas nütze, denn komischerweise bin ich noch nie auf die Idee gekommen, mich zum Essen einfach mal hinzusetzen und dabei ist es wirklich sehr nett dort. Da ich für m aus der Bücherei, in der wir zu diesem Zeitpunkt schon gewesen waren, ebenfalls zwei Bücher mitgenommen hatte*, konnten wir in aller Ruhe sitzen und lesen. Und essen.

Neben uns saßen zwei ältere Frauen, frühstückten und ignorierten uns, wie ich dachte. Als sie aber gingen, fragte die eine, wie ich denn hieße und ob ich nicht in H. wohnen würde. Ich hätte doch damals mit ihr zusammen Spiralen gedreht, nicht wahr? Ich sei doch die Schwester von B., nicht wahr?
Äh, ja.
Ich erkannte sie noch nicht einmal wieder, nachdem sie das gesagt hatte. Vermutlich verdrängt, von der Zeit des Spiralendrehens hatte ich ja kürzlich erst berichtet. Unfassbar langweilig war das damals.
Da hätte ich doch eigentlich Zeit gehabt, meine Kolleginnen genauer anzusehen.
Nun ja.

Sowieso ist das irgendwie merkwürdig mit den Menschen. Warum erinnert man sich an den einen, an den anderen aber nicht? Warum bleibt man mit dem einen in Kontakt, mit dem anderen nicht? Oft ist das doch auch alles ein großer Zufall. Zumindest in meinem Fall.

Heute morgen waren wir im IKEA. Es soll Leute geben, die Spaß daran haben, zum IKEA zu gehen. Die nichts brauchen und am Ende trotzdem einen Einkaufswagen voll Zeug nach Hause fahren.
Nun ja.
Ich fahre zum IKEA, weil ich etwas brauche (und/oder weil M. fragt, ob wir vielleicht noch beim IKEA vorbeifahren wollen).
Am Ende haben ich dann kaum je das im Wagen, was ich eigentlich wollte, vielleicht, weil ich oft gar nicht so genau weiß, was ich will, was ich aber weiß ist, was ich nicht will und das ist so ziemlich das meiste, irgendwas aber habe ich dann meist doch im Wagen, vielleicht einen Kochlöffel oder Kerzen oder einen Stuhl für m, aber dann sehe ich die Schlangen an den Kassen und *unauffällig pfeif* was, ich hatte einen Einkaufswagen? Der ist mir irgendwie abhanden gekommen. Schnell weg hier.

Heute nachmittag waren wir erneut einkaufen, Milch, Butter, so Zeug, Brot auch, beim Duplo-Bäcker und Hurra, das Lieblingsbrot war da und das am Nachmittag um kurz nach vier. Die Welt meinte es gut mit uns.
Jedenfalls, wie ich da so vor dem Duplo-Bäcker parke, fällt mir zum allerersten Mal überhaupt das Schild auf, dass da steht. Auf dem steht, dass man an dieser Stelle nur fünfzehn Minuten parken darf. Ich parke dort sowieso kaum je länger, man muss auch keine Parkscheibe herauslegen und überhaupt noch nie habe ich dort jemanden Strafzettel verteilen sehen, das bestätigte auch die freundliche Duplo-Bäckerei-Verkäuferin, aber Sachen gibt es, dieses Schild steht da schon seit Jahren (sagt die Schäbigkeit des Schildes und bestätigt die Duplo-Bäckerei-Verkäuferin) und ich habe es noch nie bemerkt.

Dann noch einer dieser merkwürdigen Begebenheiten, kürzlich habe ich mit dem MMM Termine abgesprochen, genauer: des MMMs Termine in meinen Kalender aufgenommen und er so, xyter September, und ich so, Oh, da wird W. fünfzig Jahre alt. Der MMM so, hmpf, hmpf, ach, er wird schon nicht feiern und wenn, hätte er es eben früher sagen müssen (September! Nun ja).
Heute morgen M. so: Sag, haben sich W. und S. schon bei dir gemeldet, wegen der Feier (also unserer, M.s und meiner).
Ich so: Nein, ich habe mich auch schon gewundert, normalerweise melden sie sich doch immer recht fix.
Heute nachmittag dann fahre ich P. nach Hause und wie ich so in die Einfahrt einbiege, biegt ein Auto hinter mir ein, W. und S. steigen aus und zuallererst erzählen sie, warum sie sich nicht gemeldet hätten. Dann – und das ist das Wichtigste – sagen sie zu. Hurra!
Wir erzählen noch ein bisschen hin und her und irgendwann erzählt W., er würde dieses Jahr mit J. zusammen Geburtstag feiern und zwar an seinem Geburtstag, dem xyten September.
Tja nun. Wie sage ich es dem MMM.

Und noch eine Begebenheit, M. erzählte nämlich, sie habe dem R. ein Buch von Karl May geschenkt, eins dieser ledergebundenen Ausgaben. Tja nun. Wegen M. habe ich gerade zahlreiche Bücherkartons hier herumstehen, M. erzählte nämlich B. vom Bücherflohmarkt (mit dem ich nach dem Umzug nun leider viel weniger zu tun habe, als ich gern hätte, aber nichtsdestotrotz), B. hatte gerade ein Haus auszuräumen und nun werde ich zum nächsten Bücherflohmarkt auf jeden Fall weniger Bücherkartons mit nach Hause nehmen, als ich hingebracht habe. Hurra!
Die Bücherkartons hatte ich natürlich durchgesehen (und nun ja, ungefähr einen davon zur Seite gelegt), daher wusste ich, dass zwei ledergebundene Karl Mays drin waren, eins, wie sich herausstellte, dummerweise genau das, welches M. dem R. schon geschenkt hatte. Aber das andere, das hat sie mitgenommen.

So. Jetzt noch ein Leseabend vor dem Schein des Feuers. Und draußen Schnee. Sehr schön. Das Buch passt auch dazu, ich lese gerade Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens von Oliver Bottini.
Ich mochte Oliver Bottinis Krimis bisher eigentlich immer und dieser fängt auch sehr vielversprechend an, mit der ihm eigenen Trost- und Gnadenlosigkeit, und Figuren, die mit der Dunkelheit kämpfen und die ich trotzdem oder gerade deswegen ins Herz schließe oder zumindest fange ich an, für sie zu hoffen, auch wenn ich weiß, dass es sicherlich kein gutes Ende nehmen wird.

 


* Früher so: Immer ein Buch dabei haben, falls ich irgendwo warten muss oder auf die Idee komme, mich einfach so auf eine Bank in die Sonne zu setzen und zu lesen.
Heute so: Immer ein Buch für m dabei haben. Und Kekse.

Was schön war: Blumenladenkekse.

Ich weiß gar nicht, wer mit diesem Was-schön-war angefangen hat, es ist im Grunde auch egal, aber nun ja, Ehre, wem Ehre gebührt und so. Ich habe jedenfalls bei hier und hier und hier und hier davon gelesen.

Und heute morgen geschah dann etwas, das unbedingt in diese Kategorie hineingehört.
Alles fing mit der Lampe an, die wir am Samstag natürlich nicht gefunden haben. Dafür haben wir Getränke und Milch eingekauft, das ist ja auch wesentlich einfacher einzukaufen als Lampen. Diesen Einkauf tätigten wir allerdings nicht dort, wo wir gewöhnlich einkaufen, weil, das lag natürlich nicht auf dem Weg. Macht aber nichts.
Macht dann aber doch was, wenn man, Stunden später und längst wieder zu Hause, den Pfandzettel in der Jacke findet. Über eine nicht unwesentliche Summe.

Blöd. Weil, liegt ja nicht auf dem Weg.

Vielleicht aber auch doch nicht so blöd, denn:
Fährt man, also m und ich, da halt doch noch mal hin, was solls. Wir brauchen sowieso schon wieder Milch. Und neben dem Milchladen ist der Blumenladen, dem wollte ich sowieso irgendwann einen Besuch abstatten, eigentlich erst zu Adventskranzkaufzeiten, aber ach, egal, diese Woche steht sowieso noch ein Geburtstag an, wer weiß, vielleicht finde ich dafür etwas.

Ich finde Weihnachtsplätzchen! Selbst, beziehungsweise vom Blumenladen-Team, gebackene Weihnachtsplätzchen. Die sind wunderhübsch anzusehen auf einer Theke am Eingang aufgebaut, sehen aus wie vom Bäcker, ich denke tatsächlich zuerst, irgendein Bäcker hat eine Marktlücke entdeckt und verkauft im Blumenladen 100-Gramm-weise Weihnachtsplätzchen.

Aber weit gefehlt.

Wollen Sie vielleicht ein Glas Sekt?, fragt mich die freundliche Blumenladenmitarbeiterin, die plötzlich hinter den Plätzchen auftaucht.
Stellt sich heraus, man bekommt das alles einfach so. Sekt. Plätzchen. Rezepte für die Plätzchen. Für die sehr leckeren Plätzchen.

m und ich probieren uns von Linzer Schnecken zum Schokoladenbrot durch und natürlich kaufen wir dann auch noch etwas, viel mehr, als wir eigentlich wollten.

Aber hach, war das schön lecker.

Was man besser nicht schreiben sollte:

„Demnächst also wieder Dampfnudeln, dafür braucht man keine Kartoffeln. Was sollte also schiefgehen?“

Der Hefeteig könnte zum Beispiel nicht aufgehen. Und dann könnte man denken: „Ach, was solls, in der Pfanne werden die Dampfnudeln schon aufgehen.“ Das tun sie dann aber nicht und so schmeckt das Resultat doch eher fragwürdig.

Tja.

Aber Hefeteig kneten! Hefeteig kneten macht glücklich. Mich jedenfalls.

Und wenn genug Salz an den Dampfnudeln ist. Und man die auf der anderen Seite einfach auch noch mal anbrät. Dann geht das schon irgendwie.

Streuselglück.

Jedes Mal, wenn ich ein Blech Lieblingsstreuselkuchen backe, frage ich mich, wer das alles essen soll. Wir sind doch nur zu zweit.
Na gut, zu dritt, aber m isst lieber Vanillekipferl.

Drei Tage später ist das Blech leer.

WmdedgT – November 2016

Der fünfte! Frau Brüllen will es wieder wissen. Und Frau J. vielleicht auch.

Der Tag begann gut, ich konnte nämlich ausschlafen weiterschlafen. Erst die ins Haus kommenden Eichhörnchen haben mich wieder aufgeweckt und da war es schon neun Uhr. Die Wohnung lag verlassen da wie selten, der MMM hatte m ins Tragetuch gepackt und war irgendwo da draußen, hoffentlich auch beim Bäcker.

Ich hatte gerade eine Yogamatte ausgerollt, da kamen die beiden zurück, der MMM drückte mir beim Eintreten sogleich zwei Tüten vom lustigen Bäcker (Juhu!) in die Hand und Mjam! Frischer Hefeknoten! Doppel-Juhu. Ich rollte die Yogamatte wieder zusammen.
Wo wir, das heißt, eigentlich eher ich, gerade so beim Essen waren, überlegten wir, was wir außer Hefeknoten noch essen wollten. Mit Vorräten war es nicht mehr weit her, das ist samstags immer ein guter Grund, auf den Markt zu gehen, aber nun ja, das Wetter war jetzt nicht so einladend. Doch die Eichhörnchen hatten mittlerweile ihre Werkzeuge ausgepackt, in der Wohnung zu bleiben war daher ob der Lautstärke im Haus noch weniger einladend.

Wir internetteten Abfahrtspläne der Straßenbahn, liefen gemütlich zur Haltestelle und sahen von der Ferne die Straßenbahn einfahren. Hmpf. Es hätte vielleicht noch gereicht, hätten wir schon Fahrkarten gehabt. Hatten wir aber nicht.
Die nächste Bahn fuhr erst 18 Minuten später. Erneutes Hmpf. Die Bahn in die Gegenrichtung würde allerdings gleich kommen, eventuell wäre das eine Option? Wir hatten die Sache noch nicht ganz ausdiskutiert, als die Bahn auch schon angefahren kam. Erstaunlicherweise waren wir so spontan (und der Fahrkartendrucker so schnell), dass wir tatsächlich einstiegen.

Es gab also statt Idyllmarkt nur Minimarkt, dafür den besseren Metzger und den Milcheinkauf konnten wir auch noch gleich erledigen.
Das Gute an diesem Regenwetter (abgesehen vom Regen): Man geht beim Metzger an die Theke und wird sofort mit „Was darf es sein?“ begrüßt. Statt wie üblich erst einmal fünf anderen bei ihren Einkäufen zuzusehen.

Auf dem Rückweg schlenderten wir am Fitnessstudio vorbei, guckten sportelnde Menschen und liefen schließlich mit Blick auf regennasse Weinberge zurück nach Hause. Wurden dabei ziemlich nass. Nicht zu Unrecht liegt auf dem Erledigen-Stapel noch ein Schirm!-Zettel*.

Zu Hause angekommen, hatten wir natürlich alle wieder Hunger. Und weil der Hefeknoten quasi schon so gut wie leer war, in jedem Fall würde er gegen meinen aktuellen Kuchenhunger nicht viel ausrichten können, fing ich, kaum war die Küche wieder sauber, schon wieder damit an, schmutziges Geschirr zu stapeln, um einen Kuchen zu backen.
Nebenbei guckte ich nach langer Zeit mal wieder die Landfrauen, Anne Leichtenstern mit ihren Longhornrindern. Wie immer beim Landfrauengucken befiel mich sofort der Wunsch, ebenfalls eine Longhornrinderfarm aufmachen zu wollen.

Der MMM schlief m ein, ich machte so Kontosachen, tippte auch schon ein bisschen an diesem WmdedgT herum, und gefühlte drei Minuten später wachte m schon wieder auf und forderte lautstark Essen ein.

Mit Essen ging es dann auch weiter, für uns sollte es später nämlich noch Labskaus geben. Vor zwei Jahren hatte ich noch keine Ahnung, was das ist, aber dann erzählte Herr Buddenbohm immer so schön davon, wie er irgendetwas aus Deutschland Vegetarisch nachkocht und das gefiel mir derart gut, dass ich mir das Buch besorgte. Eigentlich mag ich keine Kochbücher, aber dieses ist wunderbar. Und seit wir es haben, ist Labskaus bei uns ein sich wiederholendes Gericht. Mjam.

Jedenfalls stecke ich Rote Beete in einen Topf und putzte Feldsalat. Feldsalat putzen ist nun wirklich kein Job, den ich sonderlich gern mache, aber erst, als der Salat geputzt war, passierte irgendwas, was die Rollen vertauschte, auf einmal war ich diejenige, die von m Socken, Zeitungen, Ringe, etc. in die Hand gedrückt bekam und der MMM derjenige, der kochte.

Irgendwann warf und trat m Socken, Zeitungen, Ringe, etc. aber nur noch wild durch die Gegend und als mich das latent wahnsinnig machte, steckte ich sie ins Tragetuch und fing schon mal an, den Tisch zu decken.

Prompt war dann auch das Essen fertig, wir aßen, die Küche sah schlimmer aus denn je, aber das ignorierten wir gekonnt und steckten, anstatt aufzuräumen, lieber m in die Badewanne.
Und ins Bett.

Und schon ist es wieder kurz vor zwanzig Uhr, nicht zu fassen, seit m vergeht die Zeit viel schneller, außer, wir beide sind allein zu Haus und es ist gerade sechzehn Uhr.

Ich könnte jetzt einen zweiten Versuch mit der Yogamatte starten. Oder ein Stück Kuchen essen.
Einfache Entscheidung.

 

* So ein richtiger Schirm. Nicht diese Amateurdinger, mit denen wir uns aktuell herumschlagen.

Von Nudeln, die keine sind.

Oder: Nudelfrust.

So viele, die sich das mit den Dampfnudeln nicht zutrauen. Was, wenn die nicht aufgehen? Zusammenfallen? Andere schlimme Dinge tun?

Dann schmecken sie vermutlich immer noch.

Schupfnudeln sind eine viel größere Herausforderung, für mich jedenfalls. Immer, wenn ich daran scheitere, fällt mir (zu spät) auf, dass ich beim letzten Versuch das gleiche Problem hatte. Zu matschig, die Dinger. So matschig, dass man sie quasi einzeln anbraten muss, um nicht eine einzige große Schupfnudel in der Pfanne zu haben. Noch dazu schmecken sie nach nichts oder zumindest schmecken sie nicht so, wie selbstgemachte Schupfnudeln schmecken sollten.
Mehr Mehl im Teig (gegen die Matschigkeit) ist allerdings auch schlecht, bei den ersten Versuchen hatte ich zu viel Mehl im Teig, das Resultat war dann nicht ganz so matschig, schmeckte aber quasi nur noch nach Mehl.

Würde H. nicht des öfteren Schupfnudeln machen und würden die nicht so gut schmecken, ich würde vermutlich sämtliche Versuche einstellen und nur noch dieses Fertigzeug kaufen.

Ich könnte H. natürlich fragen, wie sie ihre Schupfnudeln macht, genaugenommen habe ich das schon getan, aber fragen nützt in solchen Fällen nichts, das ist, als beauftragte ich den MMM damit, den Backofen auszuschalten, sobald der Kuchen fertig ist. Der MMM fragt mich dann, wann der Kuchen fertig sei und will eine Zeitangabe als Antwort. Na, wenn er fertig ist, sage ich, sieht man ihm doch an, dem Kuchen.

Heute Abend also Schupfnudeln und wieder einmal Schupfnudel-Frust. Schupfnudeln sind nicht nur viel schwieriger als Dampfnudeln, sie sind noch dazu auch viel aufwendiger. Umso schlimmer, wenn sich das Ergebnis zwar durchaus essen lässt, aber nun ja.

Tja. In einem Jahr oder so habe ich das wieder vergessen. Dann gibt es den nächsten Versuch und ich werde wieder scheitern. Bis dahin kann ich mir einreden, dass es gar nicht an mir liegt, sondern an den Kartoffeln. Für Schupfnudeln brauche man die richtigen Kartoffeln, sagt H., allerdings sagt sie das auch beim Kartoffelbrei und H.s Kartoffelbrei schmeckt ebenfalls besser als meiner, auch dann, wenn ich ihn aus H.s Kartoffeln koche.

Liegt wohl doch an mir. Demnächst also wieder Dampfnudeln, dafür braucht man keine Kartoffeln. Was sollte also schiefgehen?

Pommes ohne Hühnchen.

Was ich mir aufschreibe, das merke mir. Zumindest war das früher so, in der Schule, als ich noch Spickzettel schrieb mir notierte, was ich lernen sollte.

Da ich mir heute etwas merken will, um den gleichen Fehler in drei Jahren nicht erneut zu begehen, schreibe ich also über Pommes und den Hühner-Fred; dieser Blogeintrag fällt daher unter Banalitäten Belanglosigkeiten des Alltags, wobei, man könnte sich fragen, ob nicht jeder Blogeintrag – ach, egal, ich habe Sie hiermit gewarnt.

Das ist nämlich so:
Einmal alle drei Jahre treffen die Umstände dergestalt zusammen, dass ich mir beim Hühner-Fred Pommes kaufe.
Der Hühner-Fred hieß im aktuellen Fall gar nicht Hühner-Fred, sondern Suleimans Hühnchengrill (oder so ähnlich), fällt aber trotzdem unter die Kategorie Hühner-Fred, Sie wissen schon, diese Imbisswagen, die meist vor einem Supermarkt herumstehen und hundert Meter weit nach Hühnchen(fett) riechen.
Ich kaufte also Pommes, zum Mitnehmen und jetzt kommt das, was ich mir merken will – kaufe niemals Pommes beim Hühner-Fred, außer, die Wegstrecke vom Hühner-Fred-Pommeskauf bis zum Hühner-Fred-Pommesverzehr lässt sich in maximal fünf Minuten bewältigen.
Denn die Pommes, die beim Hühner-Fred, wo ich natürlich zwei, drei probiert hatte, noch genau richtig schmecken, nämlich schön knusprig, diese Pommes bekommt man in einer Warmhaltetüte. Damit sie auch eine halbe Stunde später, wenn ich endlich zu Hause angekommen bin und der Hunger von m gestillt ist, immer noch warm sind.
Dummerweise sind die Pommes dann überhaupt nicht mehr knusprig, sondern matschig und durchweicht, wer will die noch essen, ich nicht, da hilft noch nicht mal mehr Ketchup.

Vermutlich nützt das jetzt auch nichts, vermutlich müsste ich von Hand schreiben, damit es tatsächlich bei mir hängen bleibt.
Aber schaden wird es sicher auch nicht.

Spaghetti.

Es gibt Dinge, bei denen man automatisch an andere Dinge denkt.
Spaghetti, beispielsweise.
Natürlich gibt es Begleitumstände, die dieses andere Denken auslösen, beispielsweise denke ich nicht an andere Dinge, wenn ich im Lebensmittelmarkt Spaghetti kaufe, auch nicht, wenn ich eine Handvoll Spaghetti in heißes Wasser gebe – ich denke nur dann an andere Dinge, wenn ich Spaghetti mit der Gabel drehe.

Denn:
Es war einmal die S., die zu Fuß nach Venedig wandern wollte*. Und dieses Vorhaben sogar in die Tat umgesetzt hat. Dabei traf sie auf den J. und die C., die wollten zufälligerweise auch nach Venedig wandern, zufälligerweise im gleichen Tempo und noch zufälliger verstand man sich gut, man war also fortan zusammen unterwegs.

Die S., die C. und der J. waren also auf dem Weg nach Venedig, genauer gesagt waren sie gerade am Piz Boè, noch genauer am Rifugio Boè, dort hatten sie sich ein Bett gesichert, zusammen mit Millionen anderer Wanderer, genauer: anderer Italiener.
Es war nämlich gerade Wochenende und es schien, als hätte der gemeine Italiener an diesem Wochenende nichts anderes vor, als im Rifugio Boè zu nächtigen. Der S., der C. und dem J. schwante schreckliches, genauer: eine schlaflose Nacht – es kam dann ganz anders, aber das wäre eine andere Geschichte und hier soll es um Spaghetti gehen.

Wenn man nach Venedig wandert, hat man ziemlich oft ziemlich großen Hunger. So war das auch an diesem Abend – die S., die C. und der J. saßen mit ihrem großem Hunger im Rifugio und harrten der Dinge, genauer: ihrem Essen, noch genauer: ihren Spaghetti.
Denn natürlich gab es Spaghetti, genauer: Spaghetti al Ragù, wie es das schon die Abende zuvor des öfteren gegeben hatte und auch die Abende danach des öfteren geben sollte, aber auch das wäre eine andere Geschichte.

Die Essensausgabe verlief nach einem ausgeklügelten System, das weder die S., die C., noch der J. verstanden und das so ablief, dass alle anderen zuerst etwas zu essen bekamen.

Die S., die C. und der J. starrten also neidisch auf die Teller der anderen (die natürlich ebenfalls Spaghetti aßen), und die S. hatte diesen Italiener im Blick. Der Italiener saß mit anderen Italienern an einem Nachbartisch und schwieg, genauer: er starrte in latenter Abwesenheit ins Nichts und drehte gedankenverloren seine Spaghetti.

Womit ich endlich zum Punkt komme: Mit der Gabel drehte er sie. Und nur mit der Gabel. Der Löffel lag ungenutzt daneben und wartete darauf, am Ende (der Spaghetti) das restliche Ragù aus dem Teller zu löffeln.

Das wäre wohl auch nicht weiter erwähnenswert, doch bei der S. ist es hängengeblieben als der Moment, in dem ihr ein Licht aufging und sie herausfand, dass ein echter Italiener keinen Löffel für seine Spaghetti braucht.

Seither dreht sie versucht sie ihre Spaghetti ebenfalls löffellos zu drehen und immer wenn sie das tut, denkt sie ans Rifugio Boè und den gabeldrehenden Italiener. Und an die C., den J., die Altherrenrunde, den Berg des Grauens, an Espresso, Hagelkörner, naserümpfende Amerikanerinnen, … aber auch das wären wieder andere Geschichten.

**

 


* Das wäre jetzt nicht so erwähnenswert, hätte sie das Vorhaben beispielsweise in Mestre gestartet. Tat sie aber nicht, das Vorhaben startete in München und dann waren auch noch ein paar Berge im auf dem Weg. Aber das ist eine andere Geschichte.
** Jetzt dürfen Sie ein Mal raten, was es bei uns heute zu essen gab.

Datschis in rosa und hellblau.

Erneut bringt mich der Bayrische Rundfunk zum Kochen. So ganz praktisch. Dieses Mal hörte ich die Sendung Notizbuch – Nah dran zum Thema: Wandel der Kochkultur – Schneller, bequemer, einfacher.
Fazit: Man kann heutzutage unbesorgt in Produktionsstätten von Kartoffelknödeln investieren, die Nachfrage nach Fertigprodukten wächst und wächst und wächst.

Kann doch nicht angehen, denke ich.
Vermutlich habe ich immer noch die Landfrauen im Sinn. Die machen ihre Knödel selbst.

Apropos Knödel, denke ich als nächstes. (Man kommt ja von einem zum anderen, gerade beim Thema Ernährung/Lebensmittel). Es ist noch ganz viel trockenes Brot im Schrank, da wären Knödel gar nicht schlecht (Lebensmittel wegwerfen? Das geht ja gar nicht).
Da ich keine rechte Lust auf Knödel habe, entscheide ich mich für Blumenkohldatschis*, die ebenfalls gut dafür geeignet sind, Schränke von Vorräten an trockenem Brot zu befreien.

Hoch motiviert will ich mich ans Kochen machen, stelle dann aber fest, dass es mir an wichtigen Zutaten fehlt, insbesondere am Blumenkohl.

Ich fuhr also erst einmal Einkaufen. Beim Einkaufen neige ich dazu, Zeit am Zeitschriftenregal zu vertrödeln, dieses Mal mit der Nido und Peter Praschl**. Ich las und hörte zum ersten Mal von Gender-Reveal-Partys. Angehende Eltern lassen sich von ihrer Ärztin einen verschlossenen Umschlag geben, darin steht das Geschlecht des Kindes. Den Umschlag geben sie an den Tortenbäcker ihres Vertrauen weiter, von diesem bekommen sie eine Torte, es gibt eine Party, irgendwann wird die Torte angeschnitten und – Überraschung – das Innere der Torte ist entweder blau oder rosa.

Sachen gibt’s.

Hauptsache gesund, würde ein mir gut bekannter Landmann sagen.

 

(…)

 

Nein, tut mir leid, es kommt keine Pointe mehr. Ich habe gerade anderes zu tun, Blumenkohldatschis anfertigen, beispielsweise.

 

* Datschi = Frikadelle
** Sehr gern würde ich noch den Titel des Artikels nennen, allerdings ist er meinem Gedächtnis entfallen und online nicht aufzufinden.