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Der Doktor hilft

Heute das Zahnarztorakel ausgetrickst und einfach mal die Perspektive verändert. Na gut, stimmt nicht, es war wohl eher Zufall, mich mal auf einen anderen Stuhl zu setzen. Und dann nicht das Zeitschriftenregal, sondern die Wand mit den Bilder- und Kinderbüchern vor Augen zu haben.

Und da stand an prominenter Stelle: „Der Doktor hilft.“

Daran habe ich mich dann über eine Stunde lang festgehalten (gedanklich, im Behandlungszimmer), an diesem Spruch. und ja, es dauerte wirklich so lange, eher sogar noch länger. Bei der alten Zahnärztin wurde ich ihn solchen Fällen gefragt, ob ich einen Film sehen oder Musik hören will. Hier war die Frage, ob man vielleicht das Radio anmachen solle?
Ja klar und dann kommt wieder „An Tagen wie diesen.“ Nein, danke.

Immerhin habe ich dieses Mal vorher daran gedacht, zu sagen, man, also die Zahnärztin möge doch bitte ab und zu sagen, was sie gerade so tut und wie lange es noch dauert.

Das schlimmste ist ja immer diese Plastikfolie im/über dem Mund. Und das Warten, bis es endlich losgeht.

Nun ja, es ist (fast) überstanden und sie (die Zahnärztin) war recht zuversichtlich, dass dieses Mal höchstwahrscheinlich alles gut wird.

*

Auf dem Heimweg noch im Elektronikfachmarkt meines Vertrauens gewesen. Da ist immer jemand ansprechbar! Und alle so nett! Und können einem weiterhelfen! Ich bin total gern da, auch wenn ich selten Grund dazu habe.

Kürzlich aber beschlossen wir, dass es an der Zeit sei, unserem Staubsauger eine neue Bodendüse zu gönnen. Gesagt, getan, der MMM schaute stundenlang im Internet, meinte, man müsse dazu dies und das und jenes wissen, später schaute auch ich ins Internet und wirklich, was es da alles zu bedenken gibt, ich verliere da noch schneller die Geduld als sowieso schon. Ich dachte, man gibt einfach nur die Herstellnummer (oder wie immer das heißt) irgendwo ein und alles ist gut.

Im Elektronikfachmarkt ging das dann auch so (oder zumindest hatte ich diesen Eindruck). Ich aber fand viel zu viele Möglichkeiten und hätte bestimmt genau die bestellt, die dann doch nicht passt. Immerhin war ich aber somit höchst professionell vorbereitet, als der freundliche Mitarbeiter nach ebenjener Herstellnummer fragte.

*

Und jetzt habe ich Hunger. Dummerweise fühlt sich meine linke Gesichtshälfte immer noch total taub an, das mit dem Essen könnte noch ein bisschen dauern. Die Taubheit hat aber vielleicht auch ihr Gutes, die freundliche Zahnärztin meinte nämlich, das Wochenende könne eventuell nicht ganz so freundlich werden. Aber dann! Dann wird alles gut.

Zahnarzt-Orakel, Folge 873

So kombiniert man Alt und Neu, sagt das Zahnarzt-Orakel. Ich beschließe, mich eher an die schwer lesbare (vielleicht auch mal wieder zum Augenarzt?) Alternative Was uns glücklich macht zu halten.
Was mich glücklich macht: Wenn dieses Weh endlich verschwindet.
Nun ja. So weit ist es leider noch nicht. Vor allem, als ich da so im Stuhl sitze liege, an Deckenquadrate starre und versuche, ruhig, ganz ruhig zu atmen.
Was mir hilft, wenn ich da schon herumliegen muss: Wenn ich gesagt bekomme, was jetzt, beziehungsweise als nächstes passieren wird. Und wie lange das dauert. Und wann es endlich vorbei ist.
Da ist dieser (Zahnarzt) noch ein klein wenig ausbaufähig.
Was auch hilft: Wenn mir jemand eine Hand auf die Schulter legt. Fest.
Das passiert manchmal, wohl eher zufällig*, meist ist es daher auch keine Hand, sondern ein Arm und es wirkt besser als die Schmerztablette, die ich heute Nacht genommen habe.
Jetzt muss ich nur noch lernen, das mit dem Handauflegen und „Reden Sie mit mir! Andauernd!“ vorher anzusprechen.
Denn das nächste Mal ist leider absehbar, es gibt da noch ein paar Dinge zu tun.

Wie unfassbar das stinkt, so ein verrotteter/verrottender Nerv.

[Was übrigens gar nichts hilft: Wenn der Zahnarzt** mit seiner Assistentin (hatte schon mal jemand mit einem Assistenten zu tun? Ich nicht) über das Bauvorhaben in XY oder Tante Elviras letzten Geburtstag erzählt.
Oh, Entschuldigung, sagt er, als ich fast vom Stuhl hopse.
Ja, du mich auch.]

Dann waren auch noch die Nussschnecken aus.

Aber jetzt wird alles gut. Ursula***.

 


* Die längst verschwundene Assistentin der ehemaligen Zahnärztin hat das immer bei Spritzen gemacht. Also absichtlich. Komischerweise hat es ihr keine ihrer Nachfolgerinnen nachgetan. Vielleicht, weil es dann dieses Ich-betäube-die-Stelle-an-die-ich-spritzen-werde-Zeugs gab. Mir war die Hand lieber.
** Ein Aushilfszahnarzt. Der hat mir auch einen Nerv geraubt. Natürlich bin ich da nie wieder hingegangen.
*** Nein, das müssen Sie jetzt nicht verstehen. Außer, Sie sind der MMM.

Ich habe überhaupt keine Zahnschmerzen!

Heute mal wieder Zeit beim Zahnarzt verbracht. Das Zahnarztorakel meint: SaisonStart.
Oje.
Alternative: Die spinnen, die Pfälzer!
Aber was soll das bedeuten. Soweit ich weiß, ist keiner der Zahnärzte Pfälzer. Aber na ja, ich kenne auch noch nicht alle (Gemeinschaftspraxis). Das heute war der dritte. Und wer weiß, vielleicht sind das heimlich Pfälzer, obwohl sie gar nicht so reden. Der von heute sagte jedenfalls das gleiche wie sein Kollege und seine Kollegin zuvor und es ist ja nicht so, als hätte ich denen nicht geglaubt, es ist nur so, dass ich seit zwei Tagen andauernd an diesen blöden Zahn denke. Aus Gründen, versteht sich.
Das könnte auch mit ein Problem sein. Denken Sie nicht mehr an ihren Zahn! Sagte der Zahnarzt von heute.
Na toll.
(Ihm war natürlich auch klar, dass es so einfach nicht ist)

Eigentlich wollte ich noch über Feste schreiben und übers Aufräumen nach Festen. Dann war mir aber nicht so nach Schreiben. Im Grunde ist mir immer noch nicht danach, aber ich muss mich ablenken. Dann wird bestimmt alles gut.
Was ich nicht glaube. Was vielleicht auch mit ein Problem ist, denn würde ich daran glauben, wer weiß.
Ich war auch schon kurz davor, das Radiointerview von kürzlich wieder herauszusuchen, in dem eine, deren Namen ich vergessen habe, davon erzählte, wie sie alte Heilmittel zusammengetragen und aufgeschrieben hat. Darunter auch eher absurde Dinge wie zum Beispiel bei Zahnweh in einer Vollmondnacht auf einem harten Brotkanten herumkauen und das Herumgekaute in einen Ameisenhaufen speien. Oder so ähnlich.
Aber es gibt hier in der Gegend sowieso keine Ameisenhaufen.

Samstag. Noch mehr Menschen.

Viel mehr Menschen. Gingen aufs Konzert.
Konzerte machen bestenfalls noch glücklicher als mit Kopfhörern im Wohnzimmer herumzuhüpfen. Schlechtestenfalls hat man keinen Platz zum Hüpfen oder es sind nur Bekloppte um einen herum.

Das Schlechteste an diesem Konzert war, dass es zu wenig Toiletten gab.
Besser zu wenig Klos als zu viel Bekloppte.

Nun bin ich wieder zu Hause, habe mir einen Ohrwurm mitgebracht und noch eins dieser Lieder, das sich auf einmal wie neu anhört, obwohl es dann doch schon fünfundzwanzig Jahre alt ist.

Heute so.

Wenn man mit der Liste im Kopf (Sparkasse, Briefkasten, Apotheke, Schraube) losgeht und plötzlich Meerschweinchen findet.
Dann ist das auf einmal ein guter Tag, in jedem Fall ein besserer als zuvor. m findet das auch, vor allem, nachdem die Meerschweinchen uns nach einigen Minuten als halbwegs vertrauenswürdig eingestuft haben und anfangen, hin und her zu flitzen. Hui!, sagt m und befiehlt den Meerschweinchen eine weitere Runde. An der Kommunikation m <–> Meerschweinchen hapert es allerdings. Vielleicht machen es die Meerschweinchen auch wie O. und verstehen nur das, was sie verstehen wollen.
Irgendwann gehen wir weiter. Tschüss Schweinchen, wir kommen wieder.

An Punkt 2 (Briefkasten) fährt L. an uns vorbei, winkt. Wenig später biegt ein Notarztauto um die Ecke. Dann ein Rettungswagen.
Kurz darauf verstummt die Sirene.
Oje, denke ich. Irgendwo hier im Ort.

Drei Traubenzucker später (Apotheke: check) biegen wir schließlich wegen Punkt 4 im Hof ein. Hinten im Hof stehen Notarzt und Rettungswagen. Oh Mist, denke ich und gucke erst mal, wo P. ist. Ich bin hier, ruft P. Ein Glück.

Später dann, sämtliche Punkte erledigt, dreht m eine Dreiradrunde auf dem Hof, gerade, als sich Notarzt und Rettungswagen wieder auf den Weg machen. Wir fahren an die Seite, m sieht ihnen hinterher. Wie in deinem Buch, sage ich. Die fahren jetzt ins Krankenhaus.
Auf der Treppe sitzt L., daneben steht C. Ach verdammt, denke ich und will etwas sagen, aber was sagt man da. Wieder das Herz, ruft C. noch, dann gehen sie hinein.
Alles Gute, lieber A. Möge es noch lange für dich schlagen, das Herz.

Wir sitzen auf der Bank. Schön ist es, auf der Bank zu sitzen. Wollt ihr Pfannkuchen, fragt H., als wir gerade gehen wollen. m sagt niemals Nein zu Pfannkuchen. Warum auch.

Lachen und Weinen.

Heute in einen der Fünf-Zentimeter-Dornen aus Nachbars heimtückischer Berberitzenhecke getreten. Es erwischte exakt den Zeh, wegen dem ich aus Gründen eh schon latent unrund herumlaufe.
Nun, so eine Fünf-Zentimeter-Dorne hat den positiven Effekt, dass die anderen Gründe höchst verblassend in den Hintergrund rücken.

Und jetzt das wirklich Positive: Frau Kaltmamsell verlinkte heute mit den völlig zutreffenden Worten „James Corben, der auf großartigste Weise einen an der Waffel hat, (…)“ auf Crosswalk Musical Videos von und mit James Corben. Ich sah mir das hier an und musste derart lachen, dass ich sogar den MMM aus dem Keller hervorgelockt habe (m hingegen ließ sich in ihrem Mittagsschlaf nicht stören. Ein Glück).

Der MMM, Sie müssen sich keine Sorgen machen, war nur zufällig im Keller, sein eigentlicher Job bestand nämlich darin, unsere Süd-Terrasse aus dem Nichts auferstehen zu lassen. Das klappte derart gut, dass wir heute Abend schon mal darauf* herumsitzen und -stehen konnten und es ist wirklich erstaunlich, wie anders sich das anfühlt (als auf der Nord-Terrasse). Denn obwohl in unserer Straße nur ungefähr zwei Autos in der Stunde vorbeifahren und Fußgänger (üblicherweise mit Hund) sind es auch nicht viel mehr, zeigt sich dann doch der eine oder andere Nachbar, man fühlt sich quasi wie mitten in der Großstadt *hust*, vor allem, da das bunte Heckendickicht, das wir uns an dieser Stelle so vorstellen, noch nicht mal ansatzweise existiert.

 

* nun, auf einem Drittel davon

Was ich euch jetzt erzähle.

Heute den diesjährigen Lieblingssee besucht (aus der Reihe der nahegelegenen Seen (die allesamt immer noch viel zu weit weg sind)).

Am See über Musik gesprochen, genauer: über Konzerte der Toten Hosen. Deren neue Lieder lagen ein halbes Jahr im Wohnzimmer herum. Zuerst hatte ich keine Kopfhörer, dann keine Lust, dann irgendwas anderes. Nun hat mir aber B. ein Konzertticket geschenkt, für Anfang September, es wurde also doch langsam dringend, die neuen Lieder mitsingsicher parat zu haben. Ansonsten nämlich macht ein Konzert (dieser Art) nur halb so viel Spaß.
Die neuen Lieder also endlich angehört und gedacht, huch, die kenne ich doch. Und ein paar kannte ich auch, aus dem Radio, aber die anderen kannte ich, weil sie sich nun mal anhören wie Tote-Hosen-Lieder (was jetzt nichts schlechtes ist).
Eins meiner liebsten Lieder (nein, kein neues) (und ich werde es wohl leider auch nicht live hören) ist: Schwimmen.
Womit ich jetzt wieder beim See bin, aber zu dem ist eigentlich schon alles gesagt.
Was jetzt auch nicht ganz richtig ist, aber nun.

Schon wieder was gelesen, gleich beide Bücher von Celeste Ng (Kleine Feuer überall / Was ich euch nicht erzählte). Gleich mal Celeste Ng auf meine „alles von ihr lesen“-Liste gesetzt. Nur gibt es ja leider noch nicht mehr von ihr zu lesen. Vermutlich wird es auch gar nichts Neues je geben, denn ich vermute, mit Ngs Büchern verhält es sich genau wie mit Tote-Hosen-Songs, kennt man eins, kennt man alle (ja, das ist übertrieben). Aber das macht ja wiederum nichts.

Ngs Bücher passen wiederum prima (so ein Zufall, nech) zum sichtbar sein, zum Reden, beziehungsweise Schweigen, zu all dem, was ich nicht sage, zu dieser Ohnmacht, die sich einstellt, wenn ich doch mal was sage und keiner hört es (ja, auch das ist übertrieben) oder jemand hört es, aber er hört etwas ganz anderes.
Auch dazu, dass ich ein Problem damit habe, herauszufinden, was ich will, aber ganz oft weiß, was der andere (von mir) will.
Und noch siebentausend andere Sachen.

Und ich denke an die Leserunde in D., frage mich wieder einmal, ob es nicht auch eine Leserunde in H. geben könnte, denn beide Bücher wären genau das richtige für so eine Runde, aber im Endeffekt würde ich dann doch wieder nur in der Runde sitzen und mich fragen, von was die alle reden, warum dieses oder jenes denn so schwer zu verstehen ist und irgendwann würde ich dann doch etwas sagen (im dritten Anlauf) und die Wörter würden wieder gänzlich falsch herauskommen und ich würde mich unterbrechen lassen, obwohl ich doch noch gar nicht zu Ende geredet habe und jemand würde mir antworten und da wäre es dann wieder, dieses Gefühl, wie kann er denn etwas ganz anderes hören, als das, was ich gesagt habe, hat er mich überhaupt gehört?

Und nun ist es schon wieder passiert, alles hört sich ganz furchtbar und nicht zum Aushalten an, und so ist es ja auch, aber so ist es auch nicht.

Und dazu fallen mir jetzt all diese Übungen ein, abends aufschreiben, was gut lief, dem Guten mehr Gewicht verleihen, ich will ja immer schreiend weglaufen, wenn ich davon lese, aber es funktioniert natürlich und daher suche ich jetzt noch etwas Gutes abseits des Lieblingsseebesuchs.

Und da findet sich sogar etwas, denn der Text von vorgestern (den kennen Sie nicht), der ist beim heutigen Lesen immer noch brauchbar und vorhin beim Essen fanden sich sogar weitere Worte und ich konnte die sogar aufschreiben, denn m aß mit Begeisterung ungefähr drei Mal so viel Nudeln wie ich und m kann ganz wunderbar allein (allein wie: selbstständig) essen (wenn sie denn will).

in der fremde


(heute alles klein)
(weil mir danach ist)
(vermutlich halte ich das eh nicht durch)

die fremde ist gar keine fremde, eigentlich. aber ich bin nun mal nicht zu Hause (oha. schon passiert).
wohlmeinende menschen um mich herum, die b verstehen, wenn ich a sage. wohlmeinende menschen haben immer so viel mehr energie als ich, überhaupt haben eigentlich alle mehr energie als ich, vor allem bei über dreißig grad.
nein, nein, ich meine a, sage ich.
ja, sicher, habe ich verstanden, b, du meinst b, sagt der wohlmeinende mensch.
eher früher als später gebe ich auf.
mir doch egal
(nein)

in der fremde auf mich selbst zuürckgeworfen. kann nicht rausgehen, will nicht rausgehen, viel zu warm. mitgenommene bücher erweisen sich als nicht lesbar. selbst wenn sie lesbar wären, am ende hängt m dann doch wieder an meinem bein. so kann ich nicht lesen. so kann ich nicht denken, so kann ich eigentlich überhaupt nichts.

außer die lego-kiste sortieren. m mag das auch, zumindest, wenn ich ein event draus mache. diese event-sache. das ist das schlimmste. ein großer spaß, aber nur, wenn es nicht sein muss. wenn es sein muss, dann nicht.
(bin ich gut drin)
(aber ich kann ja auch smalltalk)
(wenn es sein muss)
(und dann brauche ich einen wald)
(zur genesung)
lego-kiste sortieren: gelb zu gelb, rot zu rot, räder zu rädern, dach zu dächern, fenster zu fenstern.
kann ich, kann ich gut.
ui, ein kopf! der passt zum legomännchen-oberkörper. eine halbe stunde später finden sich auch die beine.
nachdem die hälfte der kiste sortiert ist, merke ich, wie das zu einer sache wird, die ich zu ende bringen will. tue ich dann erst mal doch nicht, aber wer weiß, morgen ist auch noch ein tag. in der fremde.
[an früher denken, früher hatte ich auch eine lego-kiste, meine lego-kiste hatte ein dutzend fächer, meine lego-kiste war immer sortiert.
außer der s. kam zu besuch. ich mochte den s. nicht sonderlich.]

später dann sind wir auf dem fest. essen etwas. leute kommen, reden. ich setze mein smalltalkgesicht auf und finde fast alles fürchterlich anstrengend. gehe mit m den bach entlang, werfe steine hinein.
dann wieder zurück aufs fest. ich muss da bleiben.
(nein, muss ich nicht. aber – egal)

dann gehe ich auch. gehe durch den wald und mache einen umweg und hätte gern etwas zu trinken dabei, aber sonst ist alles gut. abgesehen von der temperatur. im wald sehe ich einen hasen.
was ich mag: hasen, die auf wegen davonhoppeln.
dann sieht mich ein reh. das reh hüpft davon, ich sehe ihm nach.
ich lege mich auf die weiße bank, sehe in den waldhimmel. könnte ewig so liegen, hätte ich etwas zu trinken dabei.
gehe weiter.
denke gerade, dass ich es nicht verstehe, warum leute angst davor haben, allein im wald unterwegs zu sein, als es links von mir raschelt und röchelt. upsi, denke ich und: hoffentlich keine wildsau. eine wildsau so ziemlich der einzige grund, warum ich angst vor dem wald haben könnte.
war dann aber keine, war irgendein wieseltier, das geräusche machte, als hätte es gegen eine flasche wasser und eine eistonne auch nichts einzuwenden. sprang nichtsdestotrotz äußerst behände einen baum hinauf.

ich klopfe ans lego-kisten-haus. werde eingelassen.

Was machen wir heute?

Heute morgen habe ich damit angefangen, Bachmannpreistexte nachzuhören. Und zwar mit Bov Bjergs Text SERPENTINEN.

Gerade habe ich den Text auch noch mal nachgelesen, um die Stelle zu finden, die ich gleich zitieren will. Beim Nachlesen habe ich dann aber zuallererst festgestellt, dass es (natürlich) etwas ganz anderes ist, einen Text vorgelesen zu bekommen und dann auch noch vom Autor. Das sollte ich eigentlich wissen, spätestens seit Saša Stanišić. Vor dem Fest habe ich ungefähr drei Mal angefangen zu lesen, drei Mal resigniert, dann hörte ich Saša Stanišić live lesen und sollten Sie Saša Stanišić jemals live lesen gehört haben, verstehen Sie, warum ich danach ein viertes Mal zu Vor dem Fest griff. Und siehe da, mit seiner Stimme im Ohr hatte ich den Roman an wenigen Abenden gelesen. Mit Genuss, übrigens.

Aber zurück zu Bov Bjerg. Bov Bjerg, weil gefühlt sämtliche BloggerInnen, die ich lese, von seinem Auerhaus schwärmten; Auerhaus, auch das habe ich gelesen, dazu reichte ein einziger Versuch, es las sich ganz geschwind und abgesehen davon, dass ich mit dem Ende nicht einverstanden war (warum, weiß ich heute allerdings nicht mehr), fand ich nichts daran auszusetzen. Die Begeisterung der besagten BloggerInnen konnte ich allerdings auch nicht nachvollziehen.

In der ersten Vorleseminute war ich kurz davor, wegzuklicken, hatte allerdings gerade keine Hand frei und manchmal ist es ganz gut, keine Hand frei zu haben, den Rest der Zeit war ich nämlich doch sehr angetan und als ich das morgendliche Yoga beendete, zum MMM und zu m hinunterging, hatte ich sogleich die passende Antwort für die Frage des MMMs nach meiner (Gefühls)Lage.
Das Präteritum, das Präsens und das Futur lastet auf mir, sagte ich.
Das war dann selbst für meine Verhältnisse eine merkwürdige Antwort, der MMM sah dementsprechend fragend drein.

Das Präteritum, das Präsens und das Futur – das war diese eine Stelle, die sich sofort bei mir festgesetzt hatte, spätestens mit diesem Vergleich hätte mich Bjerg für seinen Text begeistert, allein es war nicht mehr nötig, ich mochte ihn ja sowieso schon, den Text. Also was heißt mögen, kann man Texte mögen, er war bei mir angekommen, der Text.

Und jetzt hätte ich fast das Zitieren vergessen*, Bov Bjerg, SERPENTINEN:

Und dann kamen die Erdzeitalter und legten sich auf mich. Das Präteritum, das Präsens, das Futur. Diese Versteinerung da, im Präteritum, schau mal, das bin ich.

 


* Den Titel dieses Textes habe ich übrigens ebenfalls aus SERPENTINEN zitiert geklaut.

Individualisierung, Exotische Früchte, Waffeln.

Seit Tagen Wochen schon will ich etwas schreiben. Also hier, im Blog. Heute habe ich dann immerhin an Sam herumgeschrieben. Die unendliche Geschichte (also meine, beziehungsweise die von Sam). Und da sagt der Herr Fitte, man müsse Gedanken zu Ende denken (nun ja, so ähnlich sagt er das). Und ich, die ich immer weniger verstehe, was ich da eigentlich schreibe. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, ob überhaupt. Wo das alles hinführen soll, ob überhaupt.
Trotzdem fühlte es sich überraschend richtig an. Das Schreiben. Vorhin. Aber das ist auch nicht immer von Dauer, dieses Gefühl.

Zwischendurch aber etwas ganz Profanes, heute nämlich waren wir bei der Obst- und Gemüsehändlerin, alles dauerte ein bisschen länger, denn die Obst- und Gemüsehändlerin war gerade am Telefon und orderte Käsenachschub.
Sagen Sie, hatten Sie nicht auch schon mal Kochkäse?, fragte ich, als sie auflegte.
Gut, dass Sie fragen, sagte sie, da muss ich gleich noch mal anrufen. Und tat es.
(Kochkäse gibt es am Montag wieder.)
m sah derweil die Erdbeeren und wollte Erdbeeren, ich wollte ebenfalls Erdbeeren, wir kauften also (unter anderem) Erdbeeren. Wir wollten gerade gehen, da sah m die Steige mit den Johannis-, Heidel-, Him- und Brombeeren.
Und m wollte Johannisbeeren. Ich wollte keine Johannisbeeren, aber nun. Nehmen wir die auch noch mit. Den Kassenzettel nehmen wir auch mit, aus Gründen und er erweist sich noch dazu als recht vergnüglich, die Johannisbeeren tauchen da nämlich als Exotische Früchte auf.

Aber wieder zurück zum Schreiben. Frau Einhorn schreibt jetzt auch wieder, zwar unter anderem darüber, dass sie nicht schreibt, aber das gildet auch. Wie so oft, wenn Frau Einhorn etwas schreibt, führt es dazu, dass ich ebenfalls etwas schreiben will, dann aber verheddern sich meine Gedanken und alles ist schneller wieder gelöscht, als es geschrieben wurde.
Nichtsdestotrotz denke ich unter anderem wegen Frau Einhorn darüber nach, was das mit dem Schreiben eigentlich soll, ob ich tatsächlich nur für mich schreibe oder ob ich mir da etwas vormache, denn schriebe ich nur für mich, warum gebe ich es dann anderen zu lesen.

Damit die mir sagen, wie großartig das ist, natürlich.

Und – und deshalb kann ich das mit dem Schreiben sei Individualisierung (was ebenfalls der Herr Fitte sagte und/oder zitierte) nicht recht nachvollziehen, ist, oder war es für mich doch auch der Versuch, überhaupt etwas zu sagen, überhaupt irgendwie gehört, beziehungsweise gelesen zu werden und das widerspricht ja nun wieder dem, dass ich nur für mich schreibe, aber vielleicht meine ich damit auch einfach nur etwas anderes, dass ich nämlich noch nie irgendwelche Leserinnen im Sinn hatte, wenn ich etwas schreibe, ich verstehe auch nicht, wie das gehen kann, etwas für jemanden schreiben, ich schreibe einfach, was da ist und fürchte, das könnte der Grund sein, warum ich nicht schreiben, weil da nämlich nichts ist.
Frau Einhorn jedenfalls schreibt von einem Raum, in dem nichts, was sie sagte, gehört wurde und ganz spontan dachte ich, das kenne ich doch, dann aber fragte ich mich, ist das wirklich so und ich glaube, so ist es nicht, noch nie habe ich etwas in den Wind geschrien und wenn man nichts sagt, wer soll das dann hören (doch, ja, manche Leute können das, aber die sind noch seltener als diejenigen, die hören, was man sagt).
Wenn ich es schon nicht sage, schreibe ich es wenigstens auf und mache mich damit ein klein wenig sichtbarer. Dachte ich mal. Aber was soll ich schreiben, da ist nichts. Vielleicht klappt es deshalb nicht, die unendliche Geschichte aufzuschreiben, weil da nichts ist und wie soll man das in Worte fassen.
Das fühlt sich oft schlimm an, dieser Gedanke. Jetzt nicht, jetzt fühlt er sich mehr wie „nun, so ist es eben“ an, aber jetzt gerade schreibe ich ja auch, da ist alles viel leichter zu ertragen.

Nun aber wieder zurück zum Essen*. Heute morgen hatte ich nämlich Lust auf Waffeln, also gab es Waffeln. Mit Waffeln ist es ja so, spätestens nach drei Waffeln will man nie wieder etwas essen, zumindest keine Waffeln, allerhöchstens noch Leberwurstbrote.
Daher war noch Teig übrig, denn kalte Waffeln schmecken noch weniger als Bananen und der MMM sollte heute Abend auch seine frischen Waffeln bekommen. Doch dann, als der heutige Abend gekommen war und ich den Stecker des Waffeleisens in die Steckdose steckte, machte es Plopp! Was kein gutes Geräusch ist, wenn man Stecker in Steckdosen steckt, ich kenne es noch von den kaputten Steckdosen in D., hier immerhin ging das Licht noch, die Sicherung war also noch drin, nur roch es auch schon so verschmort, es qualmte aus dem Stecker und nun ja, eventuell ist es nur der Stecker und das Waffeleisen könnte man noch verwenden, aber das Waffeleisen ist älter als ich und so jung bin ich jetzt auch nicht mehr, es ist also vielleicht doch an der Zeit, dass wir uns ein neues Waffeleisen zulegen.
Neue Waffeleisen sind blöd, an denen hängen überhaupt keine Erinnerungen.
Aber nun, egal, zumindest fürs erste, die wichtige Frage jetzt erst mal, was machen wir mit dem Waffelteig? Man kann ja wohl keinen Waffelteig wegwerfen, man kann Waffelteig natürlich roh essen, aber das ist so ähnlich wie mit fertigen Waffeln, nach drei Löffeln will man nie wieder etwas essen, allerhöchstens Leberwurstbrote. Man könnte bei H. oder G. klingen, eine von beiden, wenn nicht gar beide werden doch wohl ein Waffeleisen haben, aber wegen drei Waffeln und dann muss man das Waffeleisen wieder sauber machen**.
Falls Sie schon immer mal wissen wollten, ob man Waffeln auch in der Pfanne backen kann: ja, das geht. Gut sogar. Sieht nicht ganz so hübsch aus, schmeckt aber.

Und jetzt noch mal zurück zum Schreiben? Nein, lieber nicht.

 


* Macht man nicht, solch völlig zusammenhanglosen Themenwechsel, nicht wahr? Ist mir aber gerade völlig egal. Außerdem schreibe ich ja sowieso nur für mich.
*hier bitte Augen verdrehen*

** Wenigstens der Punkt fällt weg, sollten wir das Waffeleisen entsorgen – wir müssen es immerhin nicht sauber machen.