Kategorie-Archiv: gefeiertes

Go your own way*

Ich sollte mehr Musik hören. Wie bei vielem finde ich natürlich auch hier tausend Gründe, die dagegen sprechen, allen voran: die Kopfhörer funktionieren nicht. Also der Adapter für das Kabel. Der wackelt und dann darf ich mich nicht bewegen, denn wenn ich mich bewege, dann höre ich plötzlich wieder nur auf einem Ohr und auf einem Ohr hören ist ziemlich blöd. Ohne Kopfhörer Musik hören geht auch nicht, denn unser schallisoliertes Zimmer ist noch reines Wunschdenken und daran wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern.
Und Musik muss nun mal laut sein, zumindest die, die ich gern höre.

Der kaputte Adapter liegt nun schon fast ein halbes Jahr an der Stelle, an der sich sämtliche Zettel sammeln mit all den Dingen, die ich irgendwann mal erledigen wollte. Und da liegt er und lässt sich von anderen Zetteln ins Abseits drängen.
Dann aber hatte ich die glorreiche Idee, mir kabellose Kopfhörer zu wünschen, wozu hat man schließlich Geburtstag, dummerweise hatte ich die glorreiche Idee erst zwei Tage vor dem Geburtstag und der MMM hatte in diesen zwei Tagen völlig überraschend zweitausend andere Dinge zu tun. Tja nun.

Jetzt bin ich aber gehörig abgeschweift, denn nach „Ich sollte mehr Musik“ hören, hätte eigentlich der Grund kommen sollen, warum ich das schreibe, der Grund ist nämlich die Party. Dank M. spielte bei der Party eine Band, Men go crazy, und die spielten richtig gut, es machte großen Spaß, ihnen zuzuhören. Fast ein bisschen zu laut spielten sie, aber das darf ich jetzt eigentlich nicht sagen, habe ich doch gerade noch geschrieben, Musik müsse laut sein.

Eigentlich wollte ich sowieso nicht über Musik schreiben, oder jedenfalls nicht nur, eigentlich wollte ich über Familie schreiben, es fiel mir bei der Gelegenheit nämlich mal wieder auf, was für einer großartigen Familie ich angehöre.
Irgendwann einmal habe ich einen Radiobeitrag über Geschwister gehört, über zerstrittene Geschwister; Streit unter Geschwistern scheint Standard zu sein in Deutschland, zumindest, wenn man dem Radio glaubt. Ein Glück, dachte ich, in eine Ausnahme aus diesem Standard hineingeraten zu sein. Bei Partys zeigt sich das normalerweise unter anderem darin, dass alle mithelfen, bei dem, was es eben zu tun gibt, Blümchendeko, Bier ausschenken, Gläser spülen, undsoweiter. Das gute an dieser Party war (unter anderem), dass alle einfach hinkommen, mitfeiern und wieder gehen konnten, ohne irgendetwas dafür tun zu müssen (abgesehen von denen, die einen Kuchen mitgebracht haben: Danke!).
Jedenfalls: Dass man miteinander feiern kann! Dass das so einen Spaß macht! Dass man sich noch nicht mal wegen der Rechnung zerstreitet!
Ich wiederhole mich, glaube ich, ich hatte das schon mal irgendwann geschrieben, aber das kann man ja gar nicht oft genug schreiben, ich hoffe wirklich, wir feiern noch viele Feste miteinander.

Es war natürlich nicht nur Familie da, auf der Party, auch mit allen anderen ließ sich famos feiern, auch mit allen anderen will ich noch viel öfter feiern, aber alle anderen, die kann man sich ja aussuchen, nicht wahr.

 


* Fleetwood Mac – Und dann hört man so ein Lied, man hat es schon tausendmal gehört, aber vielleicht hat man auch nur vorbeigehört, jedenfalls hört man jetzt diese eine Zeile und irgendwie bleibt sie hängen und man nimmt sie als Geschenk mit ins nächste Jahr hinein.

Wochenend und Sonnenschein.

Diese Geburtstagssache ist schon ein bisschen kompliziert. Bekanntlich habe ich ja nie am Wochenende Geburtstag. So auch dieses Jahr. Da fällt der Tag nämlich auf den Karfreitag und Hölle und Verdammnis, das zählt nicht, da kann man nicht feiern.
Also könnte schon, aber nun.
M., die bekanntlich ebenfalls nie am Wochenende Geburtstag hat, hat dieses Jahr erstaunlicherweise am Ostersamstag Geburtstag.
Ich bin allerdings mittlerweile versucht zu sagen, das zähle ebenfalls nicht als Wochenende.

M. und ich haben nämlich beschlossen, zusammen eine Party zu feiern, an eben diesem Ostersamstag. Nur das mit den Gästen wird schwierig. Das ist jetzt ein bisschen blöd zu schreiben, denn es haben ja durchaus schon einige zugesagt und wenn ich jetzt schreibe, es kommt keiner, dann kommen die, die zugesagt haben, sich eventuell blöd vor (so sie denn hier mitlesen), dabei ist es ganz wunderbar, dass sie kommen und die anderen haben ja auch gute Gründe, nicht zu kommen, die meisten hängen mit dem Ostersamstag zusammen, daher ist der zwar ein Samstag, aber keiner, der als Wochenende zählt. So.

Ansonsten bin ich immer noch dabei, Leute ausfindig zu machen, ich wollte nämlich einige einladen, die ich schon ewig nicht mehr gesehen habe, aber wen man schon ewig nicht mehr gesehen hat, der reagiert auch nicht mehr auf Mails (vermutlich im Spam gelandet), hat diese Mailadresse gar nicht mehr, hat auch diese Telefonnummer nicht mehr, hat sie eventuell doch, man kann aber komischerweise nicht anrufen, kann nur SMS schicken, die nicht beantwortet werden.

Wäre mein Leben ein Roman, wäre aus der SMS an die Telefonnummer, die nicht mehr derjenige hat, von dem ich dachte hoffte, er hätte sie noch, ein lustiger „Brief“wechsel entstanden. So aber muss ich mich wohl mit einem „Nein, ich bin nicht der X“ zufrieden geben.
Vom X habe ich dann aber doch noch eine aktuelle Nummer herausgefunden und hui, ich staune gerade über mich selbst. Ich erwähnte ja schon das ein oder andere Mal dass Telefonieren nicht gerade zu meinen liebsten Tätigkeiten gehört und jetzt rufe ich Leute an, mit denen ich schon seit Jahren nicht mehr gesprochen habe und siehe da, es viel weniger schlimm, als ich befürchtet hatte.
Nur, die kommen halt auch nicht, weil Ostersamstag.

Ich hoffe, ich komme wenigstens selbst auf unsere Party, die Seuche hat sich nämlich schon wieder bei uns breit gemacht, dieses Mal hat es m getroffen, mit Husten und Schniefnase, und der MMM und ich, wir sind auch noch nicht wirklich überzeugt davon, wieder zu den Gesunden zu gehören.

Es bleibt spannend.

Begegnungen, ein Panini, Bücher.

Gestern waren m und ich ungefähr drei Minuten in der Bücherei. Dann wollte m einen Keks, in der Bücherei isst man aber keine Kekse, großes Geheul, dann saßen wir ungefähr zehn Minuten im Vorraum der Bücherei. Dort hatten sie extra für diesen Zweck (nun ja) einen Tisch und zwei Stühle aufgestellt. m aß Kekse und war glücklich. Ich hatte auf die Schnelle immerhin zwei Bücher ergattert, ob ich mit denen glücklich werde, wird sich zeigen.

Vorher hatten wir noch geparkt. Im Parkhaus war die Schranke oben, auf dem Display des Parkkartenautomaten stand „außer Betrieb“ und ich hatte ein klein wenig Angst, nie mehr aus diesem Parkhaus herauszukommen.
Zum ersten Mal in meinem Leben drückte ich später, beim Hinausfahren, die „Sprechtaste“ des Parkkartenautomaten (denn diese Schranke war natürlich unten). Es tutete. Tutete noch einmal. Und noch einmal. Dann rauschte es. Dann passierte einen sehr langen Moment nichts mehr, doch gerade, als ich erneut die Sprechtaste drücken wollten, öffnete sich die Schranke. Hurra.

Zuvor aber haben wir noch ein Panini gegessen. Das Wetter Die Kälte führte dazu, dass wir dieses Panini direkt vor Ort beim Bäcker gegessen haben und nicht wie sonst auf dem Weg zum Auto, im Auto oder sonstwohin. Die Kälte ist wirklich zu etwas nütze, denn komischerweise bin ich noch nie auf die Idee gekommen, mich zum Essen einfach mal hinzusetzen und dabei ist es wirklich sehr nett dort. Da ich für m aus der Bücherei, in der wir zu diesem Zeitpunkt schon gewesen waren, ebenfalls zwei Bücher mitgenommen hatte*, konnten wir in aller Ruhe sitzen und lesen. Und essen.

Neben uns saßen zwei ältere Frauen, frühstückten und ignorierten uns, wie ich dachte. Als sie aber gingen, fragte die eine, wie ich denn hieße und ob ich nicht in H. wohnen würde. Ich hätte doch damals mit ihr zusammen Spiralen gedreht, nicht wahr? Ich sei doch die Schwester von B., nicht wahr?
Äh, ja.
Ich erkannte sie noch nicht einmal wieder, nachdem sie das gesagt hatte. Vermutlich verdrängt, von der Zeit des Spiralendrehens hatte ich ja kürzlich erst berichtet. Unfassbar langweilig war das damals.
Da hätte ich doch eigentlich Zeit gehabt, meine Kolleginnen genauer anzusehen.
Nun ja.

Sowieso ist das irgendwie merkwürdig mit den Menschen. Warum erinnert man sich an den einen, an den anderen aber nicht? Warum bleibt man mit dem einen in Kontakt, mit dem anderen nicht? Oft ist das doch auch alles ein großer Zufall. Zumindest in meinem Fall.

Heute morgen waren wir im IKEA. Es soll Leute geben, die Spaß daran haben, zum IKEA zu gehen. Die nichts brauchen und am Ende trotzdem einen Einkaufswagen voll Zeug nach Hause fahren.
Nun ja.
Ich fahre zum IKEA, weil ich etwas brauche (und/oder weil M. fragt, ob wir vielleicht noch beim IKEA vorbeifahren wollen).
Am Ende haben ich dann kaum je das im Wagen, was ich eigentlich wollte, vielleicht, weil ich oft gar nicht so genau weiß, was ich will, was ich aber weiß ist, was ich nicht will und das ist so ziemlich das meiste, irgendwas aber habe ich dann meist doch im Wagen, vielleicht einen Kochlöffel oder Kerzen oder einen Stuhl für m, aber dann sehe ich die Schlangen an den Kassen und *unauffällig pfeif* was, ich hatte einen Einkaufswagen? Der ist mir irgendwie abhanden gekommen. Schnell weg hier.

Heute nachmittag waren wir erneut einkaufen, Milch, Butter, so Zeug, Brot auch, beim Duplo-Bäcker und Hurra, das Lieblingsbrot war da und das am Nachmittag um kurz nach vier. Die Welt meinte es gut mit uns.
Jedenfalls, wie ich da so vor dem Duplo-Bäcker parke, fällt mir zum allerersten Mal überhaupt das Schild auf, dass da steht. Auf dem steht, dass man an dieser Stelle nur fünfzehn Minuten parken darf. Ich parke dort sowieso kaum je länger, man muss auch keine Parkscheibe herauslegen und überhaupt noch nie habe ich dort jemanden Strafzettel verteilen sehen, das bestätigte auch die freundliche Duplo-Bäckerei-Verkäuferin, aber Sachen gibt es, dieses Schild steht da schon seit Jahren (sagt die Schäbigkeit des Schildes und bestätigt die Duplo-Bäckerei-Verkäuferin) und ich habe es noch nie bemerkt.

Dann noch einer dieser merkwürdigen Begebenheiten, kürzlich habe ich mit dem MMM Termine abgesprochen, genauer: des MMMs Termine in meinen Kalender aufgenommen und er so, xyter September, und ich so, Oh, da wird W. fünfzig Jahre alt. Der MMM so, hmpf, hmpf, ach, er wird schon nicht feiern und wenn, hätte er es eben früher sagen müssen (September! Nun ja).
Heute morgen M. so: Sag, haben sich W. und S. schon bei dir gemeldet, wegen der Feier (also unserer, M.s und meiner).
Ich so: Nein, ich habe mich auch schon gewundert, normalerweise melden sie sich doch immer recht fix.
Heute nachmittag dann fahre ich P. nach Hause und wie ich so in die Einfahrt einbiege, biegt ein Auto hinter mir ein, W. und S. steigen aus und zuallererst erzählen sie, warum sie sich nicht gemeldet hätten. Dann – und das ist das Wichtigste – sagen sie zu. Hurra!
Wir erzählen noch ein bisschen hin und her und irgendwann erzählt W., er würde dieses Jahr mit J. zusammen Geburtstag feiern und zwar an seinem Geburtstag, dem xyten September.
Tja nun. Wie sage ich es dem MMM.

Und noch eine Begebenheit, M. erzählte nämlich, sie habe dem R. ein Buch von Karl May geschenkt, eins dieser ledergebundenen Ausgaben. Tja nun. Wegen M. habe ich gerade zahlreiche Bücherkartons hier herumstehen, M. erzählte nämlich B. vom Bücherflohmarkt (mit dem ich nach dem Umzug nun leider viel weniger zu tun habe, als ich gern hätte, aber nichtsdestotrotz), B. hatte gerade ein Haus auszuräumen und nun werde ich zum nächsten Bücherflohmarkt auf jeden Fall weniger Bücherkartons mit nach Hause nehmen, als ich hingebracht habe. Hurra!
Die Bücherkartons hatte ich natürlich durchgesehen (und nun ja, ungefähr einen davon zur Seite gelegt), daher wusste ich, dass zwei ledergebundene Karl Mays drin waren, eins, wie sich herausstellte, dummerweise genau das, welches M. dem R. schon geschenkt hatte. Aber das andere, das hat sie mitgenommen.

So. Jetzt noch ein Leseabend vor dem Schein des Feuers. Und draußen Schnee. Sehr schön. Das Buch passt auch dazu, ich lese gerade Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens von Oliver Bottini.
Ich mochte Oliver Bottinis Krimis bisher eigentlich immer und dieser fängt auch sehr vielversprechend an, mit der ihm eigenen Trost- und Gnadenlosigkeit, und Figuren, die mit der Dunkelheit kämpfen und die ich trotzdem oder gerade deswegen ins Herz schließe oder zumindest fange ich an, für sie zu hoffen, auch wenn ich weiß, dass es sicherlich kein gutes Ende nehmen wird.

 


* Früher so: Immer ein Buch dabei haben, falls ich irgendwo warten muss oder auf die Idee komme, mich einfach so auf eine Bank in die Sonne zu setzen und zu lesen.
Heute so: Immer ein Buch für m dabei haben. Und Kekse.

Über das Schöne schreibt sich so schlecht.

Schreibe ich so schlecht. Ich wollte das zum Beispiel am Sonntagabend tun, über das Schöne schreiben. Tat ich dann aber nicht. Dann eben am Montag. Kam auch irgendwas dazwischen. Heute wollte ich dann schon nicht mehr so, aber dann holte ich eine Postkarte aus dem Briefkasten. Eine schöne.
(Die allerdings hauptsächlich deshalb da landete, weil ich so schlecht über das Schöne schreiben kann. Was somit auch wieder gut ist, denn ansonsten hätte es ja überhaupt keine Postkarte gegeben.)

Und vor allem wegen der Postkarte schreibe ich jetzt doch noch (über das Schöne vom Sonntag).

Am Sonntag nämlich hat unser Wohnzimmer seine erste große Bewährungsprobe überstanden, nämlich: Wie feiert es sich darin, mit ungefähr zwanzig Menschen?
Antwort: Ganz großartig.
Was natürlich an den Menschen lag. So viel kann das Wohnzimmer dann doch nicht dazu beitragen, außer natürlich den Platz bereitzustellen und hey, haben wir Platz.
Das ist auch schön (Platz haben).
Noch schöner aber und jetzt wird es schwierig, ist dieses wohlig-warme Gefühl. Ich bin ja in vielerlei Hinsicht ein wobei-obwohl-vielleicht-Mensch. Vor Jahren war ich mal auf einem Seminar und sollte jemand anderem sagen, was er denn werden solle, Innenarchitekt oder Schreiner. Einfach so, aus dem Bauch heraus. Und ich eierte herum, sagte, das könne ich mir beides vorstellen und überhaupt (das dachte ich dann allerdings nur noch), warum soll ich ihm sagen, was er werden soll, das muss er doch selbst wissen. Und die Seminarleiterin so: Nun legen Sie sich doch endlich mal fest!

Will sagen: Ich lege mich immer noch nicht gern fest. Hat doch fast immer alles seine Vor- und Nachteile.

Jetzt bin ich allerdings vom Weg abgekommen. Ach ja, wohlig-warm. Schrieb ich doch erst kürzlich vermehrt darüber, dass wirklich alles dunkel ist und nie versteht mich einer und nie interessiert sich einer für mich und mimimi und das stimmt ja auch alles, will sagen, das fühlt sich wirklich so an, mal mehr, mal weniger, und gleichzeitig ist das natürlich überhaupt nicht so, gleichzeitig weiß ich auch, dass ich zu Hause bin, geborgen, aufgehoben, dass da ein Miteinander ist, ein ganz wunderbares und am Sonntag, da war es sehr präsent, dieses Miteinander und viele, viele Stunden lang hatte ich nicht einen mimimi-Gedanken, viele Stunden lang freute ich mich, dass diese Menschen gekommen waren und dass wir alle zusammen in unserem Wohnzimmer sitzen und feiern und es ist gut.

(Und jetzt denke ich schon wieder, dass diese Worte, also meine, überhaupt nicht mit dem Sonntag mithalten können und somit würde dieser Blogeintrag vermutlich gar nicht erst erscheinen, aber jetzt eben doch.)

Denn es ist gut so wie es ist. Steht unter anderem auf der Postkarte aus dem Briefkasten.
Und das stimmt ja auch.
[Obwohl Wobei Vielleicht]
[mimimi]

Danke!