Kartoffelbrei und Geschichten von P.

Irgendwann habe ich schon einmal das Kartoffelbrei-Elend erwähnt. Ah ja, hier: *klick*
Kurzfassung: Er wollte einfach nicht gelingen, der Kartoffelbrei. Obwohl ich doch genau das gleiche tat wie H., deren Kartoffelbrei ganz vorzüglich gelingt.

Tja, nun, magische Dinge geschehen.
Vielmehr geschahen. Und seither klappt es. Heute auch wieder. Keine Ahnung, was jetzt anders ist, denn ich mache alles ganz genauso wie zuvor auch.

Von daher bin ich jetzt bereit für Stufe Zwei: Schupfnudeln.

Heute bei H. (H.s Schupfnudeln sind ähnlich vorzüglich wie H.s Kartoffelbrei) habe ich ein wenig assistiert, mir aufgeschrieben, was sich aufschreiben lässt und irgendwann demnächst werde ich noch einmal Schupfnudeln ausprobieren. Und noch einmal und noch einmal, vielleicht muss man einfach nur lang genug dranbleiben, vielleicht klappt das alles erst beim achtzigsten Versuch, weil isso.

Vielleicht könnte ich auch das Parkplatz-Wünschen darauf anwenden, denn – oh Wunder: es funktioniert (die Zahnarztsache, Sie erinnern sich). Ich habe hinterher tatsächlich kurz überlegt, mir doch wieder den nächsten Termin geben zu lassen, denn im Vergleich zum letzten Mal war das nun wirklich aushaltbar und es wäre doch auch viel bequemer, aber im Vergleich zu Frau M., tja nun. Da sind noch immer Welten dazwischen. Von daher, nein, lieber nicht.

Beim Schupfnudel-Essen wieder einmal gedacht, mir unbedingt P.s Geschichten merken zu wollen. Aufschreiben hatte ich schon probiert, aber es ist einfach nicht das gleiche. P.s Geschichten muss man erzählt bekommen, am besten von P.
Was aber, wenn das nicht mehr geht.

Heute gab es die eine, die eigentlich gar nicht P.s Geschichte ist, sondern die von H.

H. hat früher mitgeholfen, überall da, wo Hilfe gebraucht wurde, also im Grunde bei allem. Kartoffeln zusammen lesen, beispielsweise. H. half mit, genau wie die eigenen Kinder. Und als die Arbeit getan und zum Essen gerufen wurde, wollte sich H. vom Acker machen (buchstäblich, quasi). Du bleibst da, hieß es. Wo acht satt werden, ist für dich auch noch etwas da. Und so saß H. zwischen den anderen acht und ob tatsächlich alle satt wurden, man weiß es nicht, die Geschichte spielt zu einer Zeit, in der es noch nicht selbstverständlich war, satt zu werden oder überhaupt etwas zu essen zu haben. Aber egal, im Zweifelsfall wurden man eben gemeinsam nicht satt.

Jedenfalls, so der P., erzähle H. die Geschichte heute noch. H. habe nämlich auch anderswo bei der Arbeit geholfen, auch anderswo gab es nach getaner Arbeit meist etwas zu essen, aber nicht unbedingt das, was alle anderen, was die „eigenen“ zu essen bekamen. Für den einen das Schnitzel, für den anderen das Butterbrot (sinngemäß). Bei euch war das nicht so, sage H. Und dass er das niemals vergessen werde.

Und schon bin ich wieder beim Karma Business (Sie erinnern sich auch daran?) und dem, was all die anderen Selbsthilfebücher erzählen.

Weil nämlich H. diese Geschichte nicht nur immer noch erzählt, sondern auch immer dann, wenn sich die Möglichkeit ergibt, dem P. Gutes zu tun, dem P. Gutes tut. Und alles nur, weil alle gemeinsam satt wurden (oder eben nicht).

Diese Geschichte führte natürlich gleich zur nächsten Geschichte, nämlich die, in der E. nach dem Mittagessen ein Schläfchen einlegt, direkt am Esstisch, mit dem Kopf auf den Armen.
Und sich nach dem Schläfchen umsieht, um ihn herum steht noch immer das Geschirr und die Töpfe vom Essen, und wie E. dann fragt, ob er das Geschirr spülen solle und R. sagt, von ihr aus könne er das gerne tun.
(Mit E = Familienvater und R = Tochter und das zu einer Zeit, in der die Möglichkeit, dass der Vater das Geschirr spült nun wirklich nicht vorgesehen war.)

Unweigerlich folgt vom Erzähler der Zusatz: „G. hätte das nicht sagen dürfen, da wäre was los gewesen.“

Um gleich zur nächsten Geschichte zu springen, in der E. ins Haus gehen wollte, mit dreckigen Schuhen, obwohl doch gerade aufgewischt worden war. Wie R. sagte, er möge noch eine halbe Stunde warten und E. genau das getan hat.

Und wie auch das nicht möglich gewesen wäre, hätte G. das gleiche gesagt. Weil G. zwar das gleiche gesagt hätte, aber sie hätte es eben anders gesagt.

Womit ich dann irgendwie wieder bei der Kartoffelbrei-Magie gelandet bin (das gleiche, nur anders), nur, dass bei der Kartoffelbrei-Magie völlig unklar ist, worin der Unterschied besteht. Im Gegensatz zu R. und G.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.