Nüsse, schon wieder

Heute morgen tatsächlich relativ früh aufgestanden (um somit umso länger prokrastinieren zu können). Dafür erst einmal nach S. gefahren (und immerhin einen Stapel mitgenommen).
Dort in den Buchladen gegangen, in dem ich mich jedes Mal aufs Neue frage, wie die Mitarbeiterinnen überhaupt jemals irgendein bestimmtes Buch wiederfinden, hier gibt es nämlich auch Stapel, allüberall Bücherstapel. Mit ganz viel Lyrik, die stapelt sich nun wirklich äußerst selten in Buchhandlungen.
Die ideale Buchhandlung, um sich über Nacht einschließen zu lassen. Aber ich habe natürlich auch so etwas gefunden (ohne mich erst einschließen zu lassen). Am See heißt das Buch (von Bianca Bellová), um einen See geht es wohl auch und das interessiert mich natürlich, denn ich habe zwar keinen See-Stapel, aber auch nur, weil der See in fast allen anderen Stapeln enthalten ist.

Vor dem Schaufenster der anderen Buchhandlung traf ich ausgerechnet C., das heißt, genaugenommen war es eher so, dass die C. mich traf. Ich kenne genau zwei Frauen, die in S. wohnen und eine davon treffe ich. Na sowas.

In der anderen Buchhandlung fand ich dann natürlich auch ein Buch, obwohl, was heißt finden, das neue Buch von Juli Zeh steht ja nun wirklich überall herum, aber hier eben derart prominent, dass ich es sogleich mitgenommen habe. Und das, wo ich doch andernorts gerade erst über Unterleuten geschimpft habe, mit dem ich mich in den ersten Kapiteln überhaupt nicht anfreunden konnte, dann aber doch.

Auf dem Weg nach Hause zu allem Überfluss auch noch in der Bücherei halt gemacht. Hauptsächlich um die höchst padägogischen Spiele für m wieder zurückzubringen, weil die nun wirklich keiner spielen wollte (die sahen ganz harmlos aus!). Außerdem Bücher abgegeben und natürlich auch wieder Bücher mitgenommen. Vor ein paar Monaten habe ich Maxim Biller zugehört, er empfahl Jonathan Littell, Die Wohlgesinnten, das war nun auch endlich in der Bücherei vorhanden, aber mei, zum allerersten Mal überhaupt habe ich ein Buch wegen Unhandlichkeit stehen lassen. Für alle, die Herbstblätter pressen wollen, ist es in jedem Fall sehr zu empfehlen.

Schnell nach Hause, beziehungsweise von dort gleich wieder weiter (zwischendurch Transportmittelwechsel), ich war nämlich als Helferin auf dem örtlichen Kinderkleiderflohmarkt eingeteilt. Zum zweiten Mal staunte ich darüber, was für ein immenser Aufwand ein (sortierter) Flohmarkt ist. Aber nun, es scheint sich immerhin gelohnt zu haben.
Ich hatte gestern schon eingekauft, doch natürlich sortierte ich heute an der Stelle, an der es eventuell noch etwas zu finden gibt und natürlich fand ich auch noch etwas.

Später dann noch am Bücherregal vorbeigekommen, dort finde ich natürlich auch noch etwas und dann steht da tatsächlich schon wieder eine Angélique. Vielleicht sollte ich doch mal eine davon lesen.

Vom Bücherregal weiter in den Wald.
Hach.
Wald.
Schön grün ist er noch.
Im Rucksack schon wieder der Anfang-Stapel und tatsächlich packe ich ihn sogar aus, sortiere erneut und habe eventuell den Hauch einer Idee, wie es vielleicht gehen könnte, dummerweise würde diese Idee bedeuten, dass mir noch ungefähr zweihundert Seiten fehlen und nun wird es wirklich spannend, denn das ist üblicherweise die Stelle, an der ich keine Lust mehr habe aufgebe, denn was soll das, all dieses „Füllmaterial“, das ist ja sterbenslangweilig (zu schreiben).
Nun ja, wer weiß.
(ob es tatsächlich so ist / ob die Idee überhaupt trägt)

Alles wieder einpacken und weiterfahren. Und das nächste abgeholzte Waldstück entdecken. Ist das ein neuer Trend? Einfach fußballfeldgroß alles umhauen?
Immerhin, die umgehauenen Baumstämme stapeln sich am Wegesrand und riechen unfassbar gut.

Später noch Nüsse einsammeln, ja, schon wieder. Heutzutage kann ich an keiner heruntergefallenen Nuss vorbeigehen, ohne sie unbedingt aufheben zu wollen. Früher hatte ich nie Lust dazu, wurde aber dennoch damit beauftragt. Zu ebenjener Zeit habe ich immer stapelweise Bücher über Indianer aus der Bücherei nach Hause getragen. Um mir beim Einsammeln der Nüsse dann vorzustellen, ich sei eine Indianerin und müsse fürs Überleben für den Wintervorrat der Familie sorgen. Damit ging es dann ganz gut, das Nüsse sammeln.

Die Nussbäume werden schon gelb. Und die Birnbäume rot.
Herbst! Hach.

Wieder zu Hause bei K. angerufen. Ich bin eine ziemlich schlechte Freundin, was in-Kontakt-sein betrifft, es passiert nur ungefähr ein Mal im Jahr, dass ich bei Freundinnen anrufe. Ein Glück habe ich Freundinnen, denen es ähnlich geht und/oder die damit kein Problem haben. Erstaunlicherweise treffen wir uns trotzdem öfter als ein Mal im Jahr. An mir liegt das sicher nicht.

Vom Rückenweh ist – ein Glück – fast nichts mehr zu spüren, das verlief dieses Mal wirklich höchst moderat.
So ein Weh ist ja auch für was gut, mindestens dafür, mich wieder über all die vermeintlich belanglosen Tätigkeiten zu freuen, die ich üblicherweise gar nicht wahrnehme. Mich im Liegen von einer auf die andere Seite drehen, Socken anziehen, Schuhe binden, Wäsche aufhängen, hinsetzen, aufstehen, all das und noch mehr geht jetzt zumeist wieder, ohne plötzlich zu versteifen und vor Schmerz kaum atmen können. Hurra!

Morgen immer noch freie Zeit. Was soll ich damit nur anfangen?

Äh ja. Da gäbe es ein paar Stapel.

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