Menschen

Heute ist es schon wieder passiert. m und ich sitzen gerade beim Mittagessen, da klopft jemand an die Terrassentür. T. steht da, mit einem Teller in der Hand, auf dem Teller zwei Dampfnudeln. Von nebenan. Mjam!, will ich sagen, tue es dann aber doch nicht (glaube ich).

Später, m und ich sind bei P. m fährt mit dem Dreirad durch den Hof und da ist der andere T. mitsamt Papa und Oma. Und tatsächlich passiert es hier zum ersten Mal, dieses „wenn du ein Kind hast, lernst du automatisch Leute kennen“, wobei das in diesem Fall so nicht stimmt, denn T.s Papa kenne ich ja schon, ziemlich lange sogar, sind wir doch damals selbst schon auf unseren diversen Fortbewegungsmitteln zusammen über den Hof gefahren. Dann aber wurden wir groß und größer und ich glaube, ich habe seit unendlichen Jahren nicht viel mehr als Hallo zu T.s Papa gesagt.
Nun fahren wieder zwei durch den Hof und immer denke ich an die Kettcars, die T.s Papa und sein großer Bruder besaßen, und um die ich sie höllisch beneidete, obwohl ich natürlich auch damit fahren durfte, aber es waren eben nicht meine.

Und dabei begann der Tag eher unrund, mit größter Matschigkeit. Dass wir überhaupt im Hof landeten, war auch nur der Tatsache geschuldet, dass P. ein Brot brauchte. Ansonsten hätte ich gedacht, das sei einer dieser Tage, an denen ich mich am besten in einer einsamen Hütte Haus verstecke und hätte folglich genau das getan. Es war dann aber doch einer der Tage, an denen es erstaunlich hilfreich ist, auf andere Menschen zu treffen. Nette Menschen.

Ich treffe ja sowieso fast nur nette Menschen, was vermutlich damit zu tun hat, dass ich mich bei vielem, über das sich andere aufregen, eher frage, warum man sich wohl darüber aufregt. Manchmal würde ich mich auch ganz gern mal aufregen und zur Zeit muss man nun wirklich nicht lange herumsuchen, um gute Gründe zu finden, aber ich meine jetzt hauptsächlich die Dinge, die mir ganz konkret hier und jetzt und vor Ort passieren.
Gestern nämlich haben wir Äpfel aufgesammelt. Wir hatten ein bisschen Angst, H. könnte uns zuvorkommen, aber nein, es gab mehr als genug Äpfel für alle. Wir sammelten also Äpfel auf und sofern ich selbst bestimmen kann, wann der Zeitpunkt da ist, an dem ich keine Lust mehr habe, ist das wunderbar.
Dieser Zeitpunkt trat früher immer viel zu spät ein, es gab immer noch einen Apfelbaum. Heute ist das komischerweise auch so, Ach, nur noch einen Korb voll. Ach, doch noch einen. Aber wenn man selbst diejenige ist, die das sagt, hat man (nicht ganz überraschend) überhaupt kein Problem damit.
Und irgendwann ist der Hänger voll und dann ist gut.
(T. so: Also bei uns war er voller.)

Dann muss noch einer den Hänger zur Sammelstelle fahren. Tja nun. Das ist dann eins dieser Dinge, über das ich mir einen Riesenkopf machen kann. Denn wer weiß, wie viel da los ist und dann will ich ja auch noch Apfelsaft mitnehmen und dann ist da kein Platz und wie mache ich das alles nur.
Egal.
Bin ich also mit dem Hänger zur Sammelstelle gefahren. An der quasi überhaupt nichts los war. Platz ohne Ende. Nichtsdestotrotz habe ich es nach fünf Minuten immer noch nicht geschafft, rückwärts den Hänger einzuparken, um die Äpfel abzuladen.
Was mich jetzt nicht sonderlich überrascht hat, wie soll das auch schneller gehen, wenn man nur ungefähr einmal im Jahr mit einem Hänger herumfährt.

Jetzt komme ich aber endlich zum Punkt, von wegen nette Menschen, über die sich andere aufregen, denn wie ich da so vor und zurück und wieder vor und zurück und … kommt der freundliche Sammelstellenmitarbeiter und grinst sich eins. Und na ja, dann lachen wir beide noch ein bisschen über mich und meine weiterhin höchst unglücklichen Einparkversuche und am Ende setzt sich der Sammelstellenmitarbeiter ins Auto und hat in genau einem Versuch das Auto samt Hänger einparkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.