Hallo.

Kürzlich im Zuge von Serendipity auf dieses Buch aufmerksam geworden (ausgerechnet jetzt, das ist aus Gründen schon ziemlich merkwürdig): Auch alte Wunden können heilen, von Dami Charf. Hineingeschaut, vom Totstellreflex gelesen, Oha, das könnte was mit mir zu tun haben, gedacht und das Buch bestellt.
Nun.
Gestern drei Viertel des Buchs gelesen und mit jeder Seite mehr zum Überfliegen gewechselt. Weil: Ja, ich habe das jetzt verstanden. Ja, wenn dies und das passiert(e), dann führt das zu diesem und jenem. Ist jetzt nicht wirklich was Neues. Und die wichtigste Frage(n) wird nicht beantwortet, nämlich: Und was mache ich jetzt?

Dem Buch heute noch einmal eine Chance gegeben und ja, so nebenbei und zwischen den Zeilen gibt es dann doch ein paar Antworten, eine davon, wie könnte es anders sein: Meditation. Wobei, so konkret wird auch das nicht gesagt, mehr so hinsetzen, nichts tun, hören, was der Körper dann so zu sagen hat. Aber was ist das anderes als Meditation.

Wieder an T. gedacht, die doch tatsächlich sagt, Meditation, das ginge völlig an ihr vorbei. Kommt nicht bei ihr an, interessiert sie jetzt nicht so, will sie nicht andauernd als Gewohnheit in ihr Leben einbauen.
Wie kann Meditation an einem vorbeigehen.

Dann an Herrn K. gedacht, mit seinen elf Minuten. Zwei Mal elf Minuten am Tag meditieren. Warum gerade elf habe ich vergessen, können Sie aber bestimmt herausfinden.

Dann das Handy geholt, den Wecker auf elf Minuten gestellt. An Musik gedacht. Sofort aufspringen wollen, weil Musik jetzt genau das richtige wäre. Liegen geblieben.

Nach den elf Minuten gleich wieder zum Buch greifen wollen, aber Ha!, stattdessen zum Kopfhörer gegriffen. Seit langem mal wieder Nadeah gehört. Ziemlich gleich danach singend durchs Wohnzimmer getanzt. Vier neue drandenken-Zettel geschrieben, nämlich: herausfinden, ob und wann Nadeah mal wieder in die Nähe kommt, weil Nadeah live noch viel mehr Freude macht als aus Kopfhörern. Gleich auch noch Zettel für Chris Potter und Keren Ann geschrieben. Und fürs Enjoy-Jazz-Festival, denn ohne Enjoy Jazz hätte ich von zwei der drei Genannten noch nie etwas gehört (Keren Ann hat mir Inspektor Banks „empfohlen“).

Beim Musik hören fiel mir dann wieder ein, warum ich diese Blog-Idee irgendwann mal so überaus ansprechend fand, oder überhaupt die Idee des Schreiben und dann fiel mir Frau Einhorns Sichtbarkeits-Thema wieder ein (das ich jetzt leider nicht verlinken kann, weil es nicht mehr da ist, aber hier geht es zu Frau Einhorn) und dann fiel mir ein anderes Buch ein, in dem es auch ums gesehen werden ging, zumindest am Anfang, den Rest habe ich noch nicht gelesen, ich weiß auch gar nicht, um was es eigentlich geht, der Sichtbarkeitsabsatz allein gab den Ausschlag, auch dieses Buch zu kaufen*.

Außerdem kann man nie genug Bücher haben und wo ich gerade dabei bin, Matthew Quick, Schildkrötenwege, das habe ich heute auch gelesen und Hurra, endlich mal wieder ein lesenswertes Buch, ich bin versucht, unsere (gehäkelte) Schildkröte (erneuter Dank an Herrn F.!), die bisher noch keinen Namen hatte, nun Quick zu nennen.
Im Buch, also dem von Matthew Quick geht es ums normal-sein beziehungsweise eben nicht normal-sein, beziehungsweise um die Frage, was denn nun eigentlich normal sei und warum „die Masse“ oftmals völlig bekloppte Dinge gut findet und derjenige, der diese Beklopptheiten nicht mitmachen will, dann komischerweise der Bekloppte ist. Das ist jetzt auch alles nichts Neues, aber er hat das ganz wunderbar geschrieben.

Da musste ich dann auch schon wieder an Frau Einhorn denken, denn Frau Einhorn sammelt manchmal Menschen um sich herum und einer dieser Menschen war ich und in Schildkrötenwege heißt es sinngemäß, dass es so unfassbar viele Menschen auf der Welt gibt und man nur einen Bruchteil dieser Menschen kennt und wenn die nun alle ganz anders sind, als man selbst, dann könnte man meinen, niemand ist wie man selbst, aber vielleicht hat man auch nur noch nicht die „passenden“ Menschen unter all diesen vielen gefunden.
Jedenfalls, als ich einer dieser Menschen bei Frau Einhorn war, da waren alle anderen auch irgendwie anders und gar nicht unbedingt wie ich, und doch war ist irgendwo darunter dieses Gefühl, auf eine Art Zuhause zu sein, die anderswo so nicht möglich ist. Dort ganz leicht ein ganz bestimmtes Ich sein zu können.
(Erneuten Dank an Frau Einhorn! Und alle „Beteiligten“)

Jetzt aber wieder zurück zum Sichtbarkeitsbuch, es heißt Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren, geschrieben hat es Ali Benjamin und die Stelle, die ich meine, geht so:

„In den ersten drei Wochen der siebten Klasse habe ich vor allem eins gelernt: Ein Mensch kann unsichtbar werden, indem er einfach schweigt.
Ich hatte immer angenommen, dass jemand wahrgenommen wird, weil die Menschen ihn mit ihren Augen sehen. Aber als wir mit der Schule unseren Herbstausflug ins Aquarium machten, war ich, Suzy M. Swanson, völlig unsichtbar. Gesehen zu werden, hat nämlich mehr mit den Ohren als mit den Augen zu tun.“

Auf bald.

 

* Außerdem ist es vom Hanser Verlag und ganz oft mag ich Bücher vom Hanser Verlag.

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