Frage – Antwort.

Ich lese gerade Herztöne von Martin Schleske. Martin Schleske, Geigenbauer, steht auf dem Buchrücken. Trotzdem es um Geigenbau geht, geht es auch ums Schreiben oder zumindest lese ich das für mich heraus.
Dieses Lesen führte dazu, dass ich heute Abend nach weiteren, „richtigen“ Büchern übers Schreiben gesucht habe, nach Kursen gar.

Gefunden habe ich nichts, jedenfalls nicht das Richtige, was logisch ist, da ich nicht recht in Worte fassen konnte, was ich eigentlich suche. Eine Lösung für Sam, eine Antwort auf die Frage, wie ich eine Geschichte, diese Geschichte erzählen kann. Bisher habe ich hauptsächlich Wege gefunden, wie es nicht geht. Linear, zum Beispiel, also von Anfang bis Ende. Fragmentarisch, Puzzlestücke sammelnd, „funktionierte“ genauso wenig, führte aber tatsächlich zu einer Annäherung. Wie eigentlich alle Versuche zu irgendwas führten. Nur eben nicht zu einem Abschluss.

Vermutlich, weil ich noch gar nicht so recht weiß, was ich eigentlich erzählen will. Angefangen hat es mit einem Mord, einer Toten vielmehr, dann stellte sich allerdings heraus, die Tote interessiert eigentlich nur peripher, wenn überhaupt und wie kann das sein, das ist doch schon eine Frechheit, da stirbt jemand und es interessiert keinen? Also es interessiert schon, aber für das, was ich erzählen will, interessiert es nicht. Das immerhin weiß ich, obwohl ich doch gar nicht weiß, was ich erzählen will. Vielleicht entsetzt mich das deshalb so, weil mir dieser Mord von Nutzen ist, in dem Sinn, dass er zeigt, was keinen interessiert.
Hä?
Tja nun.
Ich könnte die Geschichte doch auch einfach nicht erzählen.
Das habe ich auch schon ausprobiert.
Oder aus einer anderen Perspektive erzählen.
*gähn*

Im Zuge der heutigen, abendlichen Suche stieß ich auch auf Terezia Moras Nicht sterben und in der Leseprobe stand etwas davon, einen Adressaten zu finden.
Ich weiß nicht nur nicht, was ich erzählen will. Genauso wenig weiß ich, wem ich es erzählen will.
Mir selbst, im Zweifelsfall, aber ich weiß es ja nun schon. So irgendwie. Ich könnte noch zweitausend weitere Fragmente sammeln, schon wieder die gleiche Geschichte ein klein wenig anders erzählen, aber das macht keinen Sinn mehr. Sie ist jetzt da, die Geschichte, vielleicht noch nicht ganz, aber das, was fehlt, es findet sich nicht mehr mit planlosem Herumschreiben, zumindest fühlt es sich nicht so an.

Zumal es noch nicht einmal eine Geschichte ist, also keine, die den üblichen Mustern folgt, was vielleicht die Ursache dessen ist, dass ich keine Ahnung habe, wie sie zu erzählen ist. Denn am Ende ist nichts besser als am Anfang. Vielleicht ist noch nicht einmal etwas anders als am Anfang.

Und warum schreibe ich das jetzt hier? Weil ich mich damit beschäftigen möchte, weil irgendwann doch auch mal gut sein muss, weil ich die Geschichte zu einem Ende bringen will. Also stelle ich die Frage in den Raum. Vielleicht, wenn da eine Frage ist, wird auch irgendwoher eine Antwort kommen, irgendwann.

Dann muss ich nur noch hinhören.

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