Paragraph 43 oder: Der Seuche ein Schnippchen schlagen.

Gestern habe ich an einer Veranstaltung teilgenommen, die man unter dem kürzlich irgendwo (leider habe ich vergessen, wo genau) aufgeschnappten: „Esst mehr Desinfektionsmittel!“ zusammenfassen könnte.

Das dauert Stunden, warnte die Kollegin im Voraus. Sie sollte Recht behalten. Wobei die Veranstaltung an sich erstaunlich schnell vorüber war. Aber die Formalitäten! Erst die Anmeldung (Aber immer nur einer!), dann der heimtückische Kassenautomat, später den Beweis dafür abholen, dass man tatsächlich teilgenommen hat. Und auch bezahlt hat (Wo habe ich noch gleich die Quittung hingetan?). Während des Wartens auf Geschichten lauern. Da wäre die Beamtin mittleren Alters, die man in einem Roman fürchterlich vorhersehbar finden würde. Klischee!, würde man vor sich hingrummeln und darauf hoffen, es selbst besser zu machen. Aber nun ja, das Leben ist manchmal genauso vorhersehbar wie (schlechte) Romane. Dies bestätigte sich auch während Teil 3 der Veranstaltung (Teilnahmebescheinigung abholen). Da wurde man nämlich mit Namen aufgerufen und hätte jemand mit mir gewettet, welcher Teilnehmer bei „Frederic …, bitte“ aufstehen wird, ich hätte die Wette gewonnen.

Sterbenslangweilig – das war eine weitere Warnung besagter Kollegin (sinngemäß, jedenfalls). Es zeigte sich (mal wieder), dass ich mich über das, was andere langweilig finden, kaputtlachen könnte kann. Dabei ist das eine ernste Sache. Aber wie kann ich etwas ernst nehmen, wenn im alles zusammenfassenden Film drei junge Männer vor einer Imbissbude gezeigt werden, die (vermutlich) Currywurst mit Pommes essen und (ganz sicher) Cola dazu trinken und der Kommentator etwas von „ausgewogenen Mahlzeiten“ redet?

Sollte mich mal wieder jemand auf meinen (zu hohen) Cola-Konsum hinweisen, weiß ich nun wenigstens das (Gesundheits)Amt auf meiner Seite. Dummerweise bin ich es meistens selbst, die beim Gedanken an ebenjenen Cola-Konsum das schlechte Gewissen plagt.

Was ich ebenfalls auf gewisse Weise herrlich absurd fand: Als in ebenjenem Film eine blitzblanke Gastronomieküche gezeigt wurde und ebenjener Kommentator so etwas sagte wie: „Noch ist alles gut … aber da kommt sie schon, die Gefahr.“
Und – tadaa – Auftritt der Mitarbeiter. Des Bösen. Die den Keim mit sich tragen.

Ich weiß. Das macht natürlich alles Sinn und so. Und doch.

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