Wenn Gott will*.

Es gibt zweitausenddreihundertachtundneunzig Dinge zu tun, aber ich sehe den kleinen Fliegen, die so gern im Apfelsaft ertrinken, dabei zu, wie sie die Fensterscheibe entlanglaufen.

Eine entflieht in die Freiheit.
Die hat es gut, denke ich. Dann fallen mir die Fledermäuse ein.

 


* Ohrwurm dazu: *klick*

Technicolor.

Es zeigt sich immer wieder: drinnen drehe ich durch. Andersherum: Draußen wird alles besser.

Ich muss raus, ich muss raus, ich muss gehen*. Am besten in den Wald. Am zweitbesten auf den Friedhof, da ist auch Wald, so eine zwischenhäusliche Art von Wald, Linden in einer Reihe, Linden mit Blüten, summende Bäume, der Honignachbar freut sich, ich freu mich auch, weil: Bäume.
Summende, rauschende Bäume.
Apropos Rauschebaum: Am drittbesten Nachbarins Birke, dazu muss ich nur auf die Terrasse, dann rauscht sie, die Birke, jedenfalls wenn es Wind hat. Wenn es Abendsonnenschein hat, gibt es grüngoldenes Blattwerk dazu.

„Echter“ Wald ist am besten. Heute in Technicolor. Tage voller Regen haben alles rein-, alles weggewaschen, sogar die Wolken erstrahlen in hellem, reinem Weiß, davor hellgrüne Akazien (Robinien?), dahinter mittelgrüner Restwald, noch weiter dahinter, vor den Wolken: himmelsblau.
Nicht ganz echt, so sieht das aus.
Bei „nicht ganz echt“ denke ich immer an Modelleisenbahnwelten und den Tag, an dem wir am Fedaiasee angekommen sind. Bestes Bergpanoramamodelleisenbahnwelt-Wetter. Inklusive Gletscher (in Sicht). Dazu kühle Getränke, ein Wäscheständer, im See darf man nicht baden, vermutlich wegen Stausee, abends Pizza und Deutschland verliert gegen Spanien, zu Recht.

Doch zurück in den Wald, da ist es irgendwann aus mit Denken, zu Ende gedacht, das ist ja das Schöne, im Wald ankommen, so richtig.
Wald, Baum, grün, Wasser, Wald, Baum, grün, Endlosschleife.

Sogar ein Baum redet mal wieder mit mir, endlich, ich habe es ein bisschen vermisst, diese Gespräche.
Wurzeln, sagt er, ich bräuchte Wurzeln.
Versteh einer die Bäume.

 

* der Ohrwurm dazu: *klick*

Tschakra!

Es war einmal eine Zeit, in der ich so ziemlich jedes Seminar und jedes Buch zum Thema Sinn, Vision, „Warum bin ich eigentlich hier?“, etc. mitgemacht bzw. gelesen habe. Ziemlich erfolglos, abgesehen davon, dass ich allerlei lustige Dinge ausprobiert habe.

Irgendwann, so beim zweihundertsiebenundvierzigsten Seminar machten wir eine Meditation, so eine mit Thema, ich weiß gar nicht mehr, wie es hieß, das Thema, aber es war ähnlich seltsam wie all die Dinge, mit denen man Wasser energetisieren kann.
Jedenfalls sollte man zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Frage stellen, ans allsehende Wundereinhorn an die Quelle aller Weisheit (oder so ähnlich) und was lag da näher, als „Warum bin ich eigentlich hier?“ zu fragen (und damit nicht das Seminar zu meinen).
Was für eine bekloppte Frage, antwortete die Quelle aller Weisheit und Recht hatte sie.
Ungefähr zu dem Zeitpunkt hörte ich auf, nach Sinn zu suchen.

Jetzt frage ich mich gerade, warum mir das wieder einfällt, ach ja, neuerdings gehen mir derlei Seminare und Bücher fürchterlich auf den Keks, obwohl sie immer noch ihren Reiz haben, derart, dass ich sie immer noch anziehend finde und prompt interessiert bin, wenn ich irgendwo davon lese/höre.
Und zuletzt las ich von der Methode, sich zu fragen, welche Gefühle man leben will. So genau habe ich dann doch nicht gelesen, es ging in Richtung: Was sind die vier wichtigsten Gefühle für dich, danach richte dein Leben aus und prompt läuft alles von selbst, wird gut und überhaupt.

Leichtigkeit, Frohsinn, Übermut, Demut.
So spontan. Und keine Ahnung, ob das nun wirklich alles Gefühle und nicht doch eher Werte sind, ist ja auch egal, ich werde es sowieso nicht tun.

Denn es wäre ja irgendwie seltsam, Melancholie, Traurigkeit und Novemberblues auf die Liste zu setzen.
Aber ein Leben ohne?
Nö.

Verordnetes Nichts, Fehlanzeige.

Heute morgen trat prompt die Situation ein, die ich schon vorausgesehen hatte: Ich stand mit dem Fahrrad vor der Arztpraxis und dachte: Verflixt.

Zu Zeiten, als wir noch zwei Fahrräder, aber nur ein Fahrradschloss besessen hatten, war das Schloss immer(!) am falschen Fahrrad befestigt. Was natürlich frühestens dann auffiel, wenn man den Tour-de-France-Berg schon hinuntergeflitzt war.
Nun haben wir drei Fahrräder und zwei Schlösser. Und ich sagte noch: Wir brauchen dringend noch ein Schloss, sonst …

… Sonst stehe ich vor der Arztpraxis und denke: Verflixt.
Wäre ja alles halb so schlimm, wenn es das Beschleunigungsfahrrad gewesen wäre. Dann wäre ich im Nu wieder zu Hause gewesen und vor allem hätte ich im Nu den Tour-de-France-Berg erklommen.
So aber stand ich vor der Arztpraxis, dachte nicht nur Verflixt, sondern auch darüber nach, es darauf ankommen zu lassen, schließlich wollte ich die erste in der Arztpraxis sein. Keine Minute verschwenden, die anderen zweiunddreißig Patienten hinter mir lassen. Es war schließlich Montagmorgen.

Tja. Ich brachte es dann doch nicht übers Herz. Verschwendete wertvolle Minuten und betrat – das Fahrrad gut verschlossen – zehn Minuten nach Öffnung der Türen die Arztpraxis. Und staunte. Keiner da. An einem Montagmorgen. Sehr merkwürdig. Zwar bin ich glücklicherweise gar nicht so oft in Arztpraxen, dass die an Montagmorgenden gern überfüllt sind, weiß ich aber doch.
Die freundliche MFA wunderte sich ebenfalls.

Und ich wunderte mich, was aus einem Ohr [zensiert].

Morgen gehe ich ein Fahrradschloss kaufen. Doch, doch, ganz sicher.

WmdedgT – Juni 2016

Es ist mal wieder der Fünfte und Frau Brüllen fragt, was ich den ganzen Tag so tue.
Das frage ich mich auch.

Der Tag begann so gegen sieben. Da meinte m, es wäre nun wirklich allerhöchste Zeit, aufzustehen. Wir meinten das nicht, aber obwohl wir zwei waren und m nur eine, standen am Ende doch fast alle auf, glücklicherweise war ich die eine, die liegenbleiben durfte.

Später regnete es mal wieder. Bekanntlich mag ich den Regen, mag ihn immer noch, aber mittlerweile ist das schon ein bisschen wie in diesem Film, den ich mal gesehen habe; es ging um ein Lawinenunglück im Kleinwalsertal, wirklich passiert, den ganzen Winter über war es merkwürdig warm, kein Schnee weit und breit, als er dann doch kam, freute man sich, dann aber nicht mehr, denn es schneite und schneite und hörte nicht mehr auf zu schneien und ein bisschen unheimlich war das dann doch. Dann noch ein bisschen mehr und gut ging es auch nicht aus, jedenfalls nicht für alle.
In unserem Fall dann aber doch, zumindest fürs Erste. Toi, toi, toi.

Nach dem Regen klopfte K. und fragte, ob wir gemeinsam mit ihr Mittagessen wollen, also m und ich, der MMM hatte sich schon Richtung Westen verabschiedet. Ich wusste zwar noch nicht, was ich essen könnte, hielt Essen aber prinzipiell für eine gute Idee. K. meinte, sie würde mir ja etwas von ihrem Essen abgeben, aber.
Genau.
K. isst immer sehr gesund. Zu gesund für mich. Eigentlich.
Es ging dann nämlich so aus, dass ich Tomatensalat und Pilze gegessen habe, während K. Gefallen an Schokolade und Senftoastbrot fand. Nun ja, unter anderem.

Nächster Programmpunkt: m einschlafen gehen. Das läuft momentan so ab, dass m ziemlich genau dann einschläft, wenn ich die Hoffnung aufgegeben habe.
Wir, also hauptsächlich ich, machten Abrisshäuser-Sightseeing, die übliche Friedhofsrunde, gingen beim lächelnden Bäcker vorbei, guckten Wasserstände, besorgten eine Visitenkarte und gaben ein schlechtes Vorbild ab („Darf ich auch da über die Straße gehen, Mama?“ „Nein!“).

Dann kam der Teil des Tages, von dem ich mich frage, was ich da eigentlich getan habe.
m bespaßt. Aus dem Fenster gesehen. Wäsche gefaltet. Wäsche aufgehängt. Kuchen gegessen. Erneut aus dem Fenster gesehen. Mich über die hier aufgeregt:

fliege

Dann kam der MMM zurück und hatte ebenfalls Kuchen dabei. Sehr fein.
Es folgte eine Essensplanung, die keinen rechten Abschluss fand, drei Mails mussten abgeschickt werden, eine Visitenkarte galt es zu suchen, irgendwie verging die Zeit, tut sie immer noch.

Aber wo ist das fehlende Tischbein?

ohr

Weniger erklären, meint Frau N. Das trifft sich gut, denn über das Bild des Tages breite ich lieber den Mantel des Schweigen, Sie wollen das eh nicht so genau wissen, es hat was mit einem verstopften Ohr zu tun.

Vermutlich hätte ich das mit dem verstopften Ohr ganz unterschlagen und gleich ein anderes Bild zeigen sollen, das wäre dann allerdings ein weiteres Schubkarrenbild gewesen, wie langweilig. Oder der MMM auf dem Traktor, aber Traktoren, das ist dann schon etwas für fortgeschrittene Zeichner. Oder ein Geburtstagskind und der fiese Fränk, aber das gibt Urheberrechtsprobleme. Oder den lächelnden Bäcker. Weiß nicht, was gegen den spricht.
Weitere Mitglieder der Familie, ein Hund und Schneckeneier wären auch noch möglich gewesen. Oder Regen, viel Regen. Aber auch: Sonnenschein.

Na ja, das alles und noch viel mehr gibt es morgen, da ist nämlich mal wieder der Fünfte.

Schlaf, Kindlein.

Nach dem ersten Zeichenversuch des Tages war ich schon kurz davor, zum abstrakten Zeichnen überzugehen. Falls ich das nicht eh schon tue. Vielleicht sollte ich es auch einfach ganz sein lassen. Wo ich noch nicht mal bei Strichmännchen die Proportionen hinbekomme.

Nun ja.

unterwegs

Das heutige Bild zeigt mich mit einer Schubkarre voll Schotter. Also den Schotter zeigt es nicht, den müssen Sie sich dazudenken. Ebenso den Graben, in den ich den Schotter hinablasse (herablasse?).
Die linke Seite des Bildes übrigens.
Auf der rechten sehen Sie M, die mit m spazieren geht. m sehen Sie natürlich auch nicht, da sie im Kinderwagen liegt.
Wiederum auf der linken Seite: Die besorgte Mama, die sich fragt, was eigentlich aus dem Kind geworden ist, das alle dreiviertel Stunde Hunger hatte.
Eine Dauerschläferin, das ist aus ihr geworden. Na ja, den Tag über. Mal sehen, was die Nacht so bringt.

Pictures of perfection*

Frau N. malt ja neuerdings Bilder.

Prima Idee, Frau N. macht sowieso des öfteren Dinge, die ich für äußerst nachahmenswert halte. Dass heute der 1. Juni ist, passt gut, ein idealer Tag, die Nachahmung in die Tat umzusetzen.

 

 

Nun ja.
Mit meinen Zeichenkünsten steht es nicht gerade zum Besten, ich fürchte, niemand würde erkennen, dass ich auf diesem Bild
dornen
ein Bündel Grünschnitt, genauer: Monsterdornenhecken-Grünschnitt, den Hang hinauftrage.

Ich sollte öfter was mit Pferden machen, im Pferde-Zeichnen bin ich ganz gut.

 

 

Dachte ich.
pferd

 
* Prima Möglichkeit, auf mein Lieblingsbuch der Dalziel/Pascoe-Reihe zu verweisen.

Hui,

sagte die Schnecke, als sie auf die Schildkröte …

Der MMM arbeitet in einer Firma, die ihren Mitarbeitern (fast) alle Jahre wieder lustige Dinge schenkt.
Der MMM dann immer so: Wir haben X bekommen!
Und ich so: Jo.

Jo -> In meinen Wortschatz übernommene pfälzische Vokabel, die alles und nichts bedeuten kann. In diesem Fall bedeutet sie so etwas wie: Ist das nicht total unnötig? Wer braucht denn so etwas, wir ganz sicher nicht.

Ziemlich regelmäßig endet die Sache so, dass ich X niemals nicht mehr hergeben will, weil es dann doch viel brauchbarer ist, als gedacht. Beispiel: Ein Leben ohne Tablet! Wie soll das bitte gehen.

Letztes Jahr dann so:
MMM: Wir bekommen ein E-Bike!
Ich so: Ach du liebe Zeit.

Stellt sich raus, das ist kein dahergelaufenes Amateur-E-Bike, das ungefähr fünf Tonnen wiegt und potthässlich aussieht. Nein, das ist eins, das gar nicht wie ein E-Bike, sondern äußerst schick aussieht; und in der Kurve besser nicht in die Pedale treten, sonst könnte es passieren, dass es einen raushaut. Aus der Kurve. Denn: Treten = Beschleunigung = Hui. Außerdem könnte ich es durchaus selbst in den Keller tragen. Und wieder hoch. Hätte ich nicht den weltbesten aller MMMs.

Nun ist es so, dass mir der MMM auf Fahrradausflügen meist ungefähr fünf Kilometer weit voraus ist. Man kann sich eventuell denken, dass dies sowohl auf seine als auch auf meine Laune eher negative Auswirkungen hat. So ein E-Bike macht die Sache natürlich nicht besser. Außer, man hat den weltbesten aller MMMs, der das Fahrrad an seine Frau, also mich, abgibt. Und das, obwohl sie, also ich, immer noch keine Anzeichen von übermäßiger Begeisterung zeigt.

Bis heute Abend.
Da brachte der MMM das E-Bike nach Hause und es ist eigentlich viel zu cool für mich. Mit der Coolness habe ich es ja eh nicht so, was man unter anderem daran merkt, dass ich auf das Fahrrad steige und andauernd in Lachen ausbreche, weil es einfach zu schön ist. Beschleunigung! Hurra! Das ist ja fast wie Skifahren!
Besonders schön ist es, unseren Hausberg hochzuradeln. Unser Hausberg könnte sich mit ein wenig mehr Ausdauer problemlos für sämtliche Tour-de-France-Bergwertungen qualifizieren, besonders an heißen Sommertagen. (Oft steht sogar ein Wohnmobil am Wegesrand. Nur die Holländer fehlen.)
Ich bisher also so: *keuchschnaufächzneinichquälmichdanichthochliebersteigichabundschiebe*
Heute so: *istdaseinSpaßbittegleichnochmal*

Die Welt Des MMMs Firma Der MMM ist mal wieder sehr nett zu mir. Danke.