Streuselglück.

Jedes Mal, wenn ich ein Blech Lieblingsstreuselkuchen backe, frage ich mich, wer das alles essen soll. Wir sind doch nur zu zweit.
Na gut, zu dritt, aber m isst lieber Vanillekipferl.

Drei Tage später ist das Blech leer.

Magie, Kind, Hund.

2017 ist unter anderem Magie angesagt. Und wie ich gestern so durchs Frust-Buch gucke, fällt mir zum ersten Mal auf, was auf Seite fünf steht: „Im Aufschreiben liegt Magie.“
Seltsam. Also seltsam wie an Zeichen glauben und so.

2017 ist auch Post und Buch und gestern erfahre ich, dass ich erfreuliche Buchpost bekomme, sobald ich meine Adresse herausrücke.

Außerdem habe ich schon die Hefe gekauft, um Streuselkuchen zu backen (Streuselglück natürlich), aber das zählt nicht, jedenfalls nicht als Zeichen von Seltsamkeit, höchstens als selbstgemachte Magie (kann natürlich auch sein, dass die Hefe schimmlig wird, bis ich dazu komme. Nun ja.)

Und noch was ganz anderes:
Das ist ja fast so, als hättet ihr euch einen Hund angeschafft, schrieb Nicole vor einer Weile, an diesen Kommentar habe ich schon einige Male gedacht, es heißt ja, mit Hund kommt man viel einfacher ins Gespräch, mit Kleinkind ist das so, das kann ich mittlerweile bestätigen und die Fragen sind vermutlich auch ähnlich, Wie alt ist es denn, Junge oder Mädchen?, das lässt sich doch durchaus auf Hunde übertragen.
Noch dazu verknüpfen sich die beiden Themen (Kind, Hund) in unserem Fall, da das Kind, also m, höchst begeistert von Hunden ist. ms Freudenjuchzer finden wiederum die meisten Hundebesitzer ziemlich lustig und ich, die ich noch vor ein paar Jahren aus Gründen in Panik ausgebrochen bin, sobald abzusehen war, dass ich beim Spazierengehen auf einen Hund treffe, ich halte seit neuestem, genaugenommen seit m nach ungefähr fünfzehn Minuten Kinderwagenausfahrt den Aufstand probt, weil Langeweile oder wasweißich, ich halte jetzt nach Hunden Ausschau.
Den einen oder anderen kennen wir mittlerweile schon und jetzt kommt doch noch eine Seltsamkeit, denn warum heißen eigentlich neunzig Prozent aller Hunde Jack(y)?

Scherben, schon wieder.

Das nächste Glas, das wir nicht umziehen müssen. Immerhin musste ich dieses Mal nicht den Boden wischen (obwohl der es durchaus mal wieder nötig gehabt hätte), sondern konnte alles bequem von der Küchenarbeitsplatte aufsammeln.
Stunden zuvor wäre eigentlich die bessere Gelegenheit gewesen, gläsernes kaputt zu machen. Als nämlich der MMM auf die Frage, ob ich den Deckel von der Lasagne herunternehmen sollte, mit Jo antwortete, ich folglich den Deckel herunternahm, mit Topflappen natürlich, aber das half rein gar nichts, am heißen Dampf, der gerade noch unter dem Deckel gewesen war, verbrannte ich mir gleich zwei Finger.
Da musste ich dann doch ein bisschen jammern.

2017.

Vor ein paar Jahren habe ich mir eine Überdosis Visionssuche, Sinnsuche, Lebensplanung undsoweiter geholt. Seither bin ich eigentlich abstinent, aber wie das mit dem eigentlichen nun mal so ist, zäh nämlich, wurde ich es bisher doch nie so richtig los, kürzlich habe ich mir das hier gekauft, blättere seither immer mal wieder hinein (wenn es denn schon mal da ist) und finde das Hineinblättern meist eher mehr als weniger frustrierend.
Frustrierend, weil mir bei jeder zweiten Frage nur „Woher soll ich das bitte wissen?“ einfällt. Wenn ich es wüsste, bräuchte ich doch dieses Buch nicht, aber mir scheint, das Buch ist mehr für Menschen gedacht, die eine Million Ideen haben und von 999.999 davon denken, das sei eine für „später mal.“
Weil ich gestern ein Interview mit Reinhold Messner gelesen habe (danke an Herrn Buddenbohm fürs Verlinken) und die Idee, nicht mehr zu jammern, ziemlich gut fand, schreibe ich jetzt nicht, wie das mit meinen Ideen so ist.

Immerhin habe ich (dem Buch sei dank) ein hübsches Tagesabschlussritual gefunden, so eins wollte ich schon immer mal haben, die Frage ist eher, wie lange ich es durchhalte, bisher klappt es jedenfalls ganz gut.

Was auch ganz gut geklappt hat: Endlich mal so eine Collage machen, von der man auch überall liest (hier zum Beispiel), quasi als verlängertes Jahresmotto 2017.
Die hängt jetzt an der Wand, die Collage, ich werde sie ansehen, es wird unglaublich inspirierend sein, zwei Millionen Ideen werden mir zufliegen und dieses blöde Buch mit seinen Fragen, das fülle ich in Nullkommanix aus. Und Ende nächsten Jahres habe ich mindestens eine Million Ideen verwirklicht. Oder zumindest zehn, so viele sind nämlich vorgesehen (im Buch).

Das verkürzte Jahresmotto hat sich auch schon gefunden, Raus! nämlich, was für alles mögliche steht, im Grunde ist es eine Neuauflage von Angst haben und somit der Grund dafür, dass diese Collage nicht nur an der Wand, sondern auch hier im Beitrag hängt.

Ich weiß nicht mehr, was ich gestern getan habe.

Gestern war ja völlig überraschend der Fünfte. Den ganzen Tag lang war ich felsenfest davon überzeugt, es müsse der Vierte sein. Frau Brüllen hat mich dann eines besseren bekehrt, allerdings war es da schon nach zwanzig Uhr, also viel zu spät, der Tag nämlich gelaufen oder sagen wir mal so, mir hat es gereicht, ich beschloss, schlafen zu gehen und setzte den Beschluss auch gleich in die Tat um.
Das war auch ganz gut so, damit hatte ich nämlich einen kleinen Schlafvorsprung, den ich heute Nacht gut gebrauchen konnte und von dem heute Morgen dann gar nicht mehr so viel zu spüren war.

Aber was war nun gestern?
Schnee, vor allem. Schnee ist super, da muss man aus dem Haus, vor allem, wenn noch dazu die Sonne scheint, vor allem, wenn die Eichhörnchen schon in Startposition stehen.

Wir sind zum Schneider gelaufen, m hatte nämlich meinen Reißverschluss gesprengt und der vom MMM war sowieso schon länger halb kaputt. Der Schneider sagte zweizwanzig und ich dachte noch, ui, das ist aber günstig, es stellte sich aber heraus, dass er eigentlich zweiUNDzwanzig gesagt hatte.
Wir verirrten uns ein wenig im Flachland, das heißt auf der anderen Seite des Ortes, da sind wir normalerweise nie, was soll man da auch, aber fast immer, wenn wir dort sind, landen wir nie da, wo wir eigentlich hinwollen, das heißt, irgendwann doch, aber erst Stunden später. Wo wir ich hinwollte, war das freie Feld, von dort hatte man nämlich die beste Sicht auf die „Berge“, deren Kuppen noch schön schneeweiß waren, da schien die Sonne darauf und das sah ganz wunderbar aus, ich konnte es nur nicht so richtig genießen, m fing nämlich das Brüllen an. Anstatt einzuschlafen, was der eigentliche Plan gewesen wäre.
Auf dem Rückweg stoppten wir im Lieblingsedeka und sogar Frau S. war da, das hob ms Laune kurzfristig, es war dann aber doch ganz gut, dass der Weg nach Hause nicht allzu weit ist.

Dann aßen wir irgendwas, machten irgendwelche Dinge, die ich vergessen habe, ich packte m ins Tragetuch, das ist auch nicht mehr die beste aller Ideen, ihr Kopf passt nicht mehr wirklich in die Halsbeuge, das ist vor allem dann schlecht, wenn der Weg teilweise vereist ist und ich a) nicht sehe, wo ich hintrete und b) durch ms Zusatzgewicht umso doller herumschlittere und c) kaum Luft bekomme.
Nun ja. Nachdem wir erst wieder Spaß mit dem Schnee gehabt hatten, verschlief m die weitere Aufregung, ich dagegen hätte nach unserem Ausflug noch einen Erholungsspaziergang brauchen können, aber wir mussten ja schon wieder etwas essen, dann kam R., dann kam der MMM, wir steckten m ins Bett, hatten schon wieder Hunger, ich stellte fest, dass überraschenderweise schon der Fünfte ist, ich aber zu nichts mehr zu gebrauchen bin. Und schon war der Fünfte wieder vorbei.

Welten, andere II

Aus Gründen lese ich immer wieder mal die von P. abgelegten Hefte der Wild und Hund.

Jetzt habe ich mich gerade gefragt, ob da noch ein „gern“ fehlt (lese ich gern). Ich glaube nicht. Sie sind jedenfalls nicht meine erste Wahl, wenn es darum geht, eine passende Sofalektüre zu finden. Ich lese sie eher mit einer irritierenden Faszination.

Die Jägerwelt (denn in der Wild und Hund geht es ums Jagen) ist eine ganz eigene. Mit einer eigenen Sprache auch. Teils verstehe ich ganze Absätze nicht, obwohl ich mir mittlerweile schon ein gewisses Vokabular angelesen habe. Vierläufer, Geweihte, Rotröcke, Grautiere, verhoffen, blatten, Kirrung, undsoweiterundsofort.

Für ein Kopfschütteln ist so ein Heft jedenfalls immer gut.

Da ist zum Beispiel die Meldung* über eine Krähenjagd, die für einen Polizeigroßeinsatz sorgte.
„Die Polizei […] erklärte dem überraschten Jäger, dass die Bevölkerung zurzeit auf schießende Menschen in Tarnkleidung sehr sensibel reagiere.“

Oder der Bericht** eines Jägers, der von vergangenen Jagderlebnissen in einem bestimmten Revier erzählt. Zwischen den Zeilen klingt durch, dass er mit den Jägern und Jagdmethoden, die dort großteils anzutreffen sind (oder waren?), nicht einverstanden ist.
Beispielhaft zeigt sich das an einer von ihm geschossenen (Wild)Sau, die sich mit einem zerschossenen Fuß durch den Wald gequält hat.
Bestenfalls sollte ein Jäger sein Wild so treffen, dass es sofort tot ist. Ist es nur angeschossen, wird nachgesucht, damit sich das Tier nicht quälen muss.
Was in diesem Fall wohl nicht passierte.
Der Bericht endet dann damit, dass der Jäger sich freut, dieses Tier von seiner Qual erlöst zu haben. Und dem Satz: „Es macht mich ein wenig stolz, dass ich Jäger bin.“
Hä, denke ich.
Aber vermutlich ist derjenige, der den Fuß der Sau zerschossen hat, für ihn einfach kein (richtiger) Jäger.

 


* Wild und Hund, Ausgabe 24 vom 15.12.2016, Polizeiaufgebot bei Krähenjagden, vk/ln
** Wild und Hund, Ausgabe 23 vom 01.12.2016, Zeitenwandel – Der letzte Schuss, Gerd H. Meyden

Wiener Waschweiber* beim Yoga.

Im Zuge des ichDrehNochDurchSoGehtDasNichtWeiter bin ich auf die Idee gekommen, mir irgendein zufälliges Hörbuch aus der Onleihe auszuleihen und dieses dann beim Yoga anzuhören.
Beim Yoga sollte man ja eigentlich in sich hinein hören, aber tja, das sorgt nicht eben dafür, dass ich mehr Spaß an der Sache habe.

Heute also der erste Test und nun ja, die Sache mit dem „zufälligen Finden“ eines solchen Hörbuchs hatte sich erledigt, als der Zufallsfund ein Sachbuch der Wissenschaftsgeschichte war.
Das hörte sich nach noch weniger Spaß an.

Habe ich die Zufallsmethode also ein wenig angepasst und landete schließlich bei einem Sachbuch zum Stimmtraining.

Seltsam, wenn dieses „Stimmtraining – … und plötzlich hört dir jeder zu“ heißt, ich aber nach zwei Sekunden denke, dass ich diesem Sprecher nun wirklich nicht länger als eine Yogaeinheit zuhören will. Vermutlich Geschmackssache, mir war das jedenfalls zu viel Monotonie.
Ist natürlich auch nicht so aufregend, mo, mu, ma undsoweiter. Nichtsdestotrotz.

Seltsam auch, dass ich andauernd „Prima“, „Gut“ und „Klasse“ zu hören bekomme, obwohl ich doch gar nicht mitmache, beim Mitsprechen.

Immerhin hat das alles eine neue Idee erzeugt, nämlich mal wieder ein bisschen Korkentraining zu machen, wer weiß, vielleicht lässt sich dadurch auch m unterhalten.

 

* Zungenbrecher: Wiener Waschweiber würden weiße Wäsche waschen …

Huch, III

Und auf einmal war es dunkel. Stromausfall.

Wir hatten das vor ein paar Jahren mal gemacht, eine Woche ohne Licht und Zeitzerstreuerstrom (hauptsächlich Internet). Da kann man sich Kerzen und Streichhölzer allerdings vorher bequem bereitlegen. Und überhaupt ist das kein Vergleich. Man könnte ja, wenn man wollte.

Dieses Mal stehe ich urplötzlich im Dunkeln. Erst einmal das Kind finden, dann das Handy (Taschenlampe!), dann den Sicherungskasten. Alles gut, sagt der. Der Hauptsicherungskasten sagt das auch.
K. behauptet, sie hätte noch Strom, aber K. ist mit der Kerze im Waschraum und befüllt die Waschmaschine.
Es stellt sich heraus, K. hat auch keinen Strom mehr (und findet das so lange höchst romantisch, bis ich ihr sage, dass die Sache mit der Waschmaschine – nun ja), der Gang auf die Straße ergibt, dass in unserer Straße niemand mehr Strom hat, auch meine liebste Straßenlaterne ist aus, nur beim rM geht das Garagenlicht. Seltsam.

Zurück ins Haus, Kerzen finden, sich (unnötige) Gedanken machen, bei wem man notfalls einziehen könnte, denn bei unseren Fenstern ist es halb so schlimm, wenn der Kühlschrank nicht mehr funktioniert, nach ungefähr zwei Stunden ohne Heizung hat die Küche ohnehin Kühlschranktemperatur erreicht.

Seltsam, das.
Früher* war andauernd Stromausfall, zumindest kommt es mir so vor. Ich habe das blinkende 00:00 meines Weckers noch deutlich vor Augen.

Heute ist nie Stromausfall.
Jetzt aber doch und seltsam, das.

Nach einer Stunde wurde es dann wieder hell. Das Abendessen ist gerettet.
Strom ist schon was Schönes.

 

* Ja, ja. Bitte ein Mal Augenverdrehen.

Bücherlese.

Der Tag begann literarisch. Ich trug Wenn die Wale an Land gehen zum öffentlichen Bücherregal. Ungelesen, beziehungsweise angelesen. Die Zeit ist zu knapp, um Bücher zu Ende zu lesen, die auf Seite Drei Anderthalb immer noch nicht mein Interesse geweckt haben.

Aus dem Bücherregal nahm ich Unsere lieben Hunde mit, um es zu Hause, nachdem ich es in einen Blogbeitrag verpackt und dem MMM davon erzählt haben werde, mit Genuss in den Mülleimer zu werfen. Erstaunlich, dass es dort nicht schon längst gelandet ist.
Ja ich weiß, Bücher wegwerfen, das geht doch nicht. Auch nicht, wenn die Seiten schon lose sind. Oder wenn es um den kleinen Fritz geht und seinen Hund Tüpfel. Der kleine Fritz ist ein rechter Schreihals:

„Wegen jeder Kleinigkeit schrie der Fritz aus vollem Hals. Und sowie Fritz brüllte, fing Tüpfel, der junge Foxterrier, an zu bellen.“

Alle anderen finden das natürlich nicht so toll, dieses Gebrüllgebelle. Verständlich.
Daher steht eines Tages ein Mann vor der Tür, der Hundeabholer. Und sagt:

„Wenn ein Hund so viel bellt, dann wird er fortgeholt. Man kann so etwas in einer Stadt nicht brauchen. Soll ich den Schreifritz auch gleich mitnehmen?“

Der Fritz erstarrt vor Angst und Schrecken, obgleich die („liebe, gute“) Mutter ihn dann doch nicht hergeben will. Aus schierer Panik besinnt er sich und schreit fortan nie mehr. Tüpfel taucht natürlich auch wieder auf, denn der Hundeabholer war der verkleidete Vater von Fritz.

Ja, so um 1960 herum, da wusste man Lili Martini (Autorin dieses Buches) noch, wie man Kinder erzieht ruhigstellt.

Während m selig schlummerte, habe ich die zweiundneunzig Dinge, die zu tun wären, sein gelassen und stattdessen angefangen, Blauschmuck zu lesen. Das ist mal ein Buch nach meinen Geschmack. Zwar fast schon ein wenig zu brutal, vor allem, wenn man bedenkt, dass auf einer der ersten Seiten statt einer Widmung „Nach einer wahren Lebensgeschichte“ steht. Davon abgesehen ist es bis jetzt genauso schnörkel- und schonungslos, wie ich Bücher am liebsten mag.

Apropos Lieblingsbücher. Irgendwann (erstaunlich früh) holte ich die Post aus dem Briefkasten und siehe da, mein Lichtkind ist da!
Ich habe mich nicht nur sehr darüber gefreut, ich musste auch sehr lachen, als ich die Widmung gelesen habe.
Keine Frage, das Buch behalte ich.