20+20 = 40 = Quarantäne

Na? Auch schon bei der Kabbala als Verschwörungstheorie angekommen?

Während man auf ARD und ZDF austrainierte Muttis (und natürlich die gendergerecht beteiligten Papis) sieht, wie sie in perfekt geputzten Lofts hocken und während des Homeschoolings ihrer hochbegabten Kinder noch vegane Lowcarb-Muffins backen – ist es hier, äh, ganz genauso. Loft, geputzt, lauter Hochbegabte.

o.O*


Spannender die Frage: Was macht die Literatur in pandemischen Zeiten?

Sie darbt. Hört man. Ich dachte, das täte sie eh immer – aber jetzt hat wohl Amazon völlig überraschend seine Marktmacht genutzt und deswegen der Aufruf an alle: auch der Regiobuchladen kann euch Bücher be- und vor die Tür stellen.

Hier nun nicht so, denn hier gibt es im Umkreis keinen nennenswerten Buchladen. Deswegen bestelle ich hier: Voll geheimer Geheimtipp!

Comics? Waaaas? Comics?

Jetzt könnte man darüber reden, ob Comics Literatur sind – aber über solche Selbstverständlichkeiten rede ich nicht. So.

Was noch? Ach ja, der Bachmannpreis, eines von vielen Pandemieopfern, geht digital. Vielleicht. Wahrscheinlich. Eventuell was mit Skype. Es ist grad bisschen betulich, aber das erwartet man schließlich so und nicht anders vom Bachmannpreis.

54Books – Online Feuilleton – führt ein Distanz-Tagebuch. Falls es euch nicht genügt, meinem Wehklagen über die aktuelle Tristesse zu lauschen.

Im Übrigen wird man recht vollgeworfen mit Leseempfehlungen und jeder Praktikant eines Großverlags wird jetzt verdonnert Rezensionen zu schreiben und ich sag mal so: wenn ihr seröse Rezis lesen wollt, folgt dem Bookster HRO – wenn ihr aber wissen wollt, was ihr keinesfalls lesen solltet, dann fragt mich.

Der Buchwiderrat der Woche:

Ich bin der Herr deiner Angst – Stephan M. Rother – Rowohlt

Es gibt schlechte Bücher. Das ist i.O. Das braucht es zum Ausgleich des Universums. Schlimm, ganz arg schlimm sind jedoch Bücher, die echt gut sein könnten – aber das auf den letzten Metern versemmeln.

Ich mag U-Literatur, ich mag Krimis, ich mag es gern auch skandinavisch-düster-brutal-abgründig und ich mag, wenn Autoren schreiben können, auch wenn es gar nicht notwendig wäre, gut zu schreiben, weil das Buch verkaufte sich auch so. Halbwegs.

Rother kann und hat all das und dann – dann funktioniert die zentrale Figur nicht. Die bleibt zwar, wie alle guten Bösewichte, über weite Strecken im Dunkeln – taucht aber im letzten Drittel auf und redet und redet und … was soll ich sagen. Es ist so bisschen, als würde man Hannibal Lecter erwarten und dann taucht, naja, ein Finanzbeamter auf. Das ist dann zwar auch alles gruselig und grausam, was er erzählt, aber unsympathisch ist halt nicht abgründig.

In dem Sinne: bleibt gesund und denkt dran: das Böse schwätzt nicht.



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