Widersprüche zulassen

Neuzugänge in der Bibliothek

Zwei Bücher, deren Titel sich offensichtlich widersprechen. Wo sie inhaltlich kollidieren und ob es auch Schnittmengen gibt, werde ich die nächsten Wochen herausfinden.

Das Eine:

Und das Andere:

In Salzborns „Kollektive Unschuld“ habe ich schon hineingelesen. Er dockt bei Adorno an und auch bei Magarete und Alexander Mitscherlich. Deren Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“, erschienen 1967, ist eine eindringliche Analyse des Umgangs der Deutschen mit ihrer Verstrickung in den Nationalsozialismus. Ich gehe davon aus, dass Salzborn von hier aus den Bogen weiter spannt ins Hier und Heute.

Von Susan Neimans Buch habe ich bisher nur das Vorwort gelesen, das sich auf Biografisches und ihr Verhältnis zu Deutschland konzentriert.

Susan Neiman ist eine wundervolle Autorin. Ihr Buch „Das Böse denken“ gehört zu den schönsten und lehrreichsten Leseerfahrung, die ich auf dem Gebiet der Philosophie je hatte. Ich bin schon sehr gespannt, wie sie die Aufarbeitungs- und Erinnerungsarbeit der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg einschätzt.

Besonders aber erhoffe ich mir, durch die Unterschiedlichkeit der Ansätze von Neiman und Salzborn neue Sichtweisen kennenzulernen und aus dem Echo des Zusammenpralls der diametralen Standpunkte den einen oder anderen Ton herauszuhören, der hilfreich sein kann, die eigene Sicht der Dinge weiter dahingehend zu kalibrieren, dass man sie berechtigterweise eine objektive nennen kann.