Arsch hoch!

Es mag paradox klingen, aber vielleicht ist Angela Merkel im Moment genau die Kanzlerin, die Deutschland braucht. Sie ist eine kühle Pragmatikerin und, siehe Atomausstieg nach Fukushima, bereit auf der größten Welle zu reiten, die gerade durchs Land rollt. Je mehr Menschen sich in Deutschland gegen Rechts stark machen und für eine menschenwürdige Asylpolitik nicht nur mit Worten, sondern durch Taten eintreten, um so größer die Wahrscheinlichkeit, dass Merkel ihre Politk danach ausrichten wird. Hätten wir als Kanzlerin oder Kanzler einen Ideologen wie z.B. Orban, wäre damit nicht zu rechnen.

Im deutschen Parlament gibt es im Moment keine Opposition, die irgendeinen Einfluss auf die politische Gestaltung des Landes nehmen kann. Die einzige wirkliche Opposition sind die Menschen im Land, die durch ihr Engagement zeigen, was sie sich für eine Gesellschaft erhoffen. Wie stark diese Oppostion letztendlich ist, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Die Ausrede für politische Apathie „es ändert sich ja doch nichts, egal was man tut“ zählt nicht mehr.

Note to myself: Wer in diesem Land etwas ändern möchte, muss JETZT den Arsch hoch bekommen.

2 comments for “Arsch hoch!

  1. 6. September 2015 at 10:09

    Hochgekriegt
    Als bewundernswert und mitreißend, lieber Tlönfahrer, nehme ich Deine Vorschläge auf, wie in diesem (unseren) Lande mit engagierter Opposition gezeigt werden kann, was sich Menschen für eine Gesellschaft erhoffen!
    Eine der oppositionellen Taten wäre, Deiner Darlegung zufolge, Frau Merkel beim Wellenreiten zu unterstützen, indem sie Bestärkung erfährt durch erhobene Ärsche, die sich ihrerseits gegen Rechts stark machen.
    Solches Tun habe das Ziel, den Sammelbegriff „Rechts“ davon zu überzeugen, welche Vorteile auch dessen Gesinnungsträgern zuteil würden, wenn sie sich der Beweisführung öffneten, wie gelebtes Mitmenschentum eine Gesellschaft festigt.
    Für erfolgsversprechend halte ich es, die Umzustimmenden an ihrem geistigen Standort abzuholen, beispielsweise am Nationalstolz. In diesem sehe ich ein effizientes Instrument, sich gegenüber einem Ausland, aus dem man fliehen muss, als wertvoller darzustellen.
    Das Lockmittel für die redegewandten Funktionäre der Nationalisten wäre somit deren Beteiligung an der Außenpolitik, gemäß dem Grundsatz „Ist der Gegner nicht zu besiegen, werde er zum Verbündeten“.
    Briefe sinngemäßen Inhalts an die Abgeordneten meiner Stimmbezirke habe ich verschickt, und an Versammlungen der regionalen Parteigruppierungen melde ich mich zu Wort.
    Auch bieten Stammtischrunden stets Gelegenheiten, behutsam auf langfristige Vorteile der Zuwanderung aufmerksam zu machen. Sogar in Kleingärtnerkreisen erlebte ich ermutigendes Echo, wobei auch die eine Dumpfbacke hinterm Bierkrug von ihren Parolen abließ.
    Als besonders aufnahmebereit hat sich das Theaterpublikum erwiesen, im Anschluss eines Auftritts.
    Weitere Zuhörerschaft wartet in den Schulen anlässlich themenbezogener Vorstellungen.

    All diese Anstöße bewirken wohl bestenfalls ein Weiterdenken, sie aber zu unterlassen, bedeutete Stillstand.

    Hast Du weitere Vorschläge, lieber Tlönfahrer?

    Neugierig, Lupo.

  2. tloenfahrer
    8. September 2015 at 6:21

    Vorschläge habe ich nicht, Lupo. Den Aufruf „Arsch hoch!“ habe ich an mich selbst gerichtet und sehe nun zu, wie ich in meinem Umfeld und mit meinen Mitteln etwas tun kann. Dazu gehört auch, was du beschreibst: Stellung beziehen, Widersprechen, Aufklären.

    Wenn jeder etwas tut, wird viel getan. Oder wie du es treffend gesagt hast: Nichtstun bedeutet Stillstand. Und der bedeutet Rückschritt.

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