14/IV/15

In Gewitternächten durfte ich in das Bett der Eltern flüchten. Obwohl es die Mutter war, die ihre Decke mit mir teilte, rückte ich nah zum Vater hin. Der aber wälzte sich sofort auf die Seite und ich fand meinen Kopf am Fuß der steilen Klippe seiner Schultern. Nichts wünschte ich mir mehr, als dass er sich umdrehen und mir das Gesicht zuwenden möge. Doch er atmete schon wieder so tief, als hätte es diese Unterbrechung seines Schlafes überhaupt nicht gegeben. Also begnügte ich mich mit der Wärme seines Rückens und hoffte auf den nächsten Morgen. Als ich erwachte, war er längst aufgestanden und auch die Mutter hatte das Bett verlassen. Auf der Vaterseite machte ich mich auf die Suche nach Wärme. Seine Decke war schwer und roch wie Bäume im Sommer. Auf dem Kissen dagegen hatte die Nacht saure Schweißspuren hinterlassen.

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