Herr Rübenach und die Tafel

 

Vor dem Betreten des Supermarktes war Herrr Rübenach von der dienstverpflichteten Caritaspraktikantin freundlich gebeten worden, einige Grundnahrungsmittel zu erwerben und diese anschließend für die „Tafel“ zu spenden. Sehr lange hatte er mit sich gekämpft, ob er dafür tatsächlich einen Karton Jabiko* kaufen solle, hatte er doch unlängst gelesen, dass sich unter den Kunden der Tafel überproportional viele alleinerziehende Mütter befänden. Dies bei seinen Überlegungen berücksichtigend, verzichtete er auf den Schnaps und erwarb statt dessen eine Kiste Asti Spumante. Unerklärlicherweise erwiderte die Praktikantin sein Lächeln nicht, als er ihr seine Spende übergab.

*Jabiko = rheinisches Kurzwort für „ganz billigen Korn“

Ein lesenswerter Aufsatz zum Problem der „Tafel“ findet sich hier:

http://www.labournet.de/politik/sopo/neue-armut/tafeln/abgespeist-uberflussig-gemachte-und-gemachtes-an-einer-tafel-von-gunther-salz/

Herr Rübenach geht frühstücken

„Einen Capucchino und ein Brötchen mit gekochtem Schinken, bitte!“
„Was hätten Sie gerne auf dem Schinkenbrötchen?“
„Schinken?“
„Nur Butter und Schinken? Oder zusätzlich noch Tomaten- oder Gurkenscheiben?“
„Ja, einige Tomatenscheiben sind okay.“
„Tomatenscheiben haben wir heute keine, dürfen es auch Gurken sein?“