Der Innenminister und das N-Wort

Ich bin mit dem Wort Neger aufgewachsen, als ich Kind war, gehörte es zu den normalen Wörtern der deutschen Sprache. Wir aßen selbstverständlich Negerküsse und manch einer hielt dies für einen Fortschritt gegenüber der alternativen Bezeichnung Mohrenkopf.

Inzwischen, die Welt und damit die Sprache ändert sich, liegt das N-Wort auf der imaginären Gut-Böse-Skala der deutschen Sprache zwischen Négritude (gut) und Nigger (böse) relativ nahe dem US-amerikanischen Nigger. Ich benutze es nur noch ironisch, bin aber weit davon entfernt, vom Suhrkamp Verlag zu fordern, bei der nächsten Auflage des Steppenwolfs Hesses Neger durch ein unverfänglicheres Wort zu ersetzen.

„Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“ Nachdem der bayrische Innenminister diesen Satz in einer Talk-Show gesagt hat, fällt die linksliberale Presse über ihn her. Steinigt ihn, er hat Jehova gesagt.

Völlig aus dem Blickfeld gerät dabei, wieso Minister Herrmann ausgerechnet Roberto Blanco als Musterbeispiel der Integration von Einwanderern einfällt. Bimbo sing für uns, Bimbo spiel für uns, Bimbo tanz für uns. Bring die Bierzelte zum Kochen.

Und das wunderbare an diesem wunderbaren Neger ist: Er macht richtige Musik, keine Negermusik.