für c.

aus deinem schwarzen loch
kann ich dich nicht holen.
aber ich habe einen eimer

farbe dabei. wir könnten es
kanariengelb anstreichen. wie
der sonnenschein im frühling.

oder wir pinseln eine grüne
wiese einen blauen himmel
mit weißen schäfchen

wolken damit die sonne dich
nicht blendet. und dann malst
du dir einen heißluftballon

mit genügend sandsäcken
an bord. du steigst ein und
fährst langsam davon.

Herr Rübenach und die Tafel

 

Vor dem Betreten des Supermarktes war Herrr Rübenach von der dienstverpflichteten Caritaspraktikantin freundlich gebeten worden, einige Grundnahrungsmittel zu erwerben und diese anschließend für die „Tafel“ zu spenden. Sehr lange hatte er mit sich gekämpft, ob er dafür tatsächlich einen Karton Jabiko* kaufen solle, hatte er doch unlängst gelesen, dass sich unter den Kunden der Tafel überproportional viele alleinerziehende Mütter befänden. Dies bei seinen Überlegungen berücksichtigend, verzichtete er auf den Schnaps und erwarb statt dessen eine Kiste Asti Spumante. Unerklärlicherweise erwiderte die Praktikantin sein Lächeln nicht, als er ihr seine Spende übergab.

*Jabiko = rheinisches Kurzwort für „ganz billigen Korn“

Ein lesenswerter Aufsatz zum Problem der „Tafel“ findet sich hier:

http://www.labournet.de/politik/sopo/neue-armut/tafeln/abgespeist-uberflussig-gemachte-und-gemachtes-an-einer-tafel-von-gunther-salz/