Kategorie-Archiv: Allgemein

maintenant

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jetzt ist kein halten hier ist keine hand
kein du bist nur ein kopf senken luft holen
aus
blenden endlich in unseren wänden gelerntes
anwenden nur nicht zurück wehen wollen jetzt

[Wie ich so ging und mein Schatten mir voraus eilte und vom Blau und Sonne erzählte und um ihn heller Weg. Wie ich dir entgegen kam, deine Ungeduld sich mit meiner traf, noch bevor wir uns wieder sahen. Immer war Staunen unser Begleiter, wenn es dann soweit war. Wir, einander atmend; unsere Freude – wie sie uns umschlang und wir in Ruhepausen alte Spuren neu zu lesen lernten.]

abwendig auf blätter starren und den grund den grund
suchen im moder im brackwasser schwimmt sternenlos
nacht – siehst du? wo moos leuchtete

schweigen farben erfroren und steine
sind steine wieder ohne schatten furchen gesichter
jetzt
bildet sich weg um weg träge zurück

[Wie ich so ging und noch warm von uns war, und wie sie mich einholten, dem farblosen Dunkel der Nächte den Flüsterton verhängten: Die Scherenschnitte von morgen, nichts würden sie dulden neben sich, das wusste ich schon; als Gitter umgeben mich schneidende Schatten, gaukeln mir Zeichen, lebenslang.]

pfade im blickdicht die niemand erforscht
denn jetzt ist kein hier ist
kein halten nur
aus
lachen und lärm gestrigen meißelns legt sich

stille bricht hinter haltung hervor
jetzt

(2013)

’14

 

zone rouge

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’14

 

Es saß ein dunkles Tier (und durchaus wohlgesinnt) nicht weit, und auf demselben kühlen Grund, den ja auch ich so deutlich durch die Sohlen meiner nackten Füße spüren konnte. Sein Atmen (Hecheln?), vielleicht dazu das Zittern seiner Pfoten (Tatzen?) bewegten sacht sich zu mir her – wie feuchte Luft es kann, die lang schon vor dem Regen von ihm kündet.

Klang und Echo, Töne und ihr Schwingen, vieles davon war bereits verschluckt von dieser Nacht. Schwach hingen Schemen im Gestrüpp um uns wie Schwaden, gaukelten Gesichter, Schädel, Masken längst Gefallener; schlingernder Bilder bittendes Wollen: Bewegt euch! Zeigt euch berührt! traf die Ruhe mitten in ihr Herz, und so verließ sie mich – ich blieb allein mit diesem Tier.

Vom Horizont her, den ich nie für echt gehalten, der sich am Tag so fern im Hitzedunst verlor, dem ich also nicht trauen durfte … jetzt! Da stiegen Lichter! Blitze fielen, Feuerstreifen schlugen quer und Funken schweiften. Flüsterfunken: Urenkel jener, die vor hundert Jahren und seither, Horden ihrer Kinder kaum ein Pulverfass verfehlen ließen. Das Schweifen sah ich, hörte ich das Flüstern?

Duckt euch, Fassaden, eure Häuser sind entkernt! Zone rouge taufte man und würde wieder so genannt: Landschaft, der aus Gräben, Kellern, Kratern die Schösslinge der Bäume sprießen, die von Blut und Gift sich nähren müssen.

Das Tier war jetzt ganz nah, in seinem Blick glühte des Stiebens Widerschein und ich sah meine Sorge dort gespiegelt, ahnte dennoch, dass der neue Morgen bald ein weiteres Vergessen, ungerechten Schlaf uns brächte.

 

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nightblogging, wie bitte?

Um die Wortgruppe „Blog“ finde ich bei Duden online als nächste Alphabet-Nachbarn: Blödsinnigkeit (davor) und blöken (danach), noch gefolgt von blond … alphabetische Reihenfolge ist unbestechlich, neutral und wertungsfrei, mir jedoch drängt sich eine Parallele zur Gratwanderung des Bloggens geradezu ins Bewusstsein.

Was das mit der Tages- oder Nachtzeit zu tun hat?

 

Nun, es kommt ziemlich oft vor, dass ich der Nacht ein paar Stunden zusätzlicher Zeit des Wachzustands abtrotze, anstelle sie zum Schlafen zu nutzen (was unbestreitbar auch Vorteile hat). Ob sich nun ausgerechnet Notizen, Textfragmente oder auch Verse, die während dieser Stunden entstehen, für einen Beitrag zu diesem Blog eignen könnten, das werde ich ja testen können. Für’s spontane Nightblogging wird es eine eigene Kategorie geben. Eine für besonders geneigte und langmutige Leser.

Baustelle …