Kiki (20)

Erik sah auf die Uhr, zum wiederholten Mal. Er fühlte sich wie vor seinem ersten Date. Vielleicht war es das auch. Er hatte ein Hotelzimmer reserviert und Mia etwas von einem Geschäftstermin erzählt.

Der Blick auf die Flaniermeile nicht uninteressant: Zahllose Geschäfte, Mode oder Souvenirs, die Art von Dingen, die zu kaufen man sich für gewöhnlich zu schade war. Erstaunlich wenige Menschen für einen so schönen Sommerabend. Ein tadellos blauer Himmel und ein gänzlich unbestimmbarer Geruch, leicht genug für die träge Abendluft.

»Eine Mischung aus Minze und Sonnencreme.« Nastassja stand mit einem Mal neben ihm. Erik sah fragend zu ihr auf, erinnerte sich dann eines Lächelns.

»Der Geruch, der heute in der Luft liegt«, fuhr sie fort. »Eine Mischung aus Minze und Sonnencreme.« Sie legte ihre Handtasche – neu – auf den Tisch und setzte sich neben Erik. »Ich hoffe, es war nicht allzu schwierig, eine Entschuldigung für deine Frau zu finden.«

Erik schüttelte leicht den Kopf. Es war – so schien es ihm – müßig, Nastassja zu fragen, was sie noch über ihn wusste. Oder woher sie wusste, was sie wusste.

»Schräg gegenüber oder am Ende der Straße?«

Erik wusste keine Antwort.

»In welchem Hotel hast du ein Zimmer reserviert?«

»Am Ende der Straße.«

***

»Wundert es dich nicht, wie viel ich über dich weiß?«, fragte Nastassja.

»Ich wundere mich schon lange nicht mehr über Frauen«, erwiderte Erik und reichte ihr den Aschenbecher.

»Dann kennst du sie gut.«

»Wen?«

»Die Frauen.« Sie lachte.

Erik lachte nicht, sondern stand auf, blickte kurz wie benommen – er war zu schnell aufgestanden – im Raum umher und ging dann ins Badezimmer. Noch konnte er in den Spiegel sehen.

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