Tag : München

Miloš [Protokolle, Miloš]

Als der Junge das nächste Mal da ist, kommt Juval auf eine Zigarette vorbei. Er stellt sich neben mich, wir rauchen still und sehen dem Jungen bei der Arbeit zu. Er hängt sich mit aller Kraft ins Radkreuz. Die Radmuttern sind festgerostet, aber er wird sie aufbekommen, wenn es sein muss mit dem reinen Willen.

Willst du mal wieder die Welt retten, Miloš?, fragt Juval.
Ich sage nichts, was soll ich auch sagen.
In der Taiga stand ich Auge in Auge mit einer Tigerin, sagt Juval. Sie war keine fünf Meter von mir weg.
Er zieht an seiner Zigarette.
Sie brüllen, wenn sie dich angreifen, weißt du. Die Tigerin, sie brüllt dich zu einem Stein. Du kannst nichts tun, nur stehen und starren und den Tod erwarten.
Ich weiß nichts von Tigern, sage ich.
Er wischt meinen Satz fort. Der da, sagt er und nickt zu dem Jungen hinüber. Wenn er dich ansieht, in seinen Augen brüllt die Tigerin.

Wir schweigen. Der Junge hängt noch immer am Radkreuz.

Manche kannst du nicht retten, Miloš, sagt Juval, manche wollen gar nicht gerettet werden. Er hier, wieder nickt er zu dem Jungen hinüber, er ist jedenfalls nicht zu dir gekommen, um gerettet zu werden.
Ich weiß, denke ich. Ich weiß, warum er da ist. Er will wissen, wie man ein Auto aufbricht, es kurzschließt, mit ihm davonfährt. Ich werde es ihm nicht beibringen. Aber irgendwann wird er es doch wissen, es zwischen den Worten herausgehört haben. Und dann wird er nicht mehr kommen. So einfach ist das.

Und sie, sagt Juval und nickt in die andere Ecke des Hofs, dorthin, wo die alte Schaukel steht, auf der Janica ihre langen, braungebrannten Beine in die Höhe wirft. Immer, wenn der Junge da ist, kommt sie auf den Hof. Sonst sieht man sie kaum noch.
Juval drückt die Zigarette aus. Den einen willst du retten, die andere verlierst du.
Er beachtet sie doch überhaupt nicht, sage ich und es stimmt, der Junge weiß noch nicht einmal, dass es sie gibt.
Wieder wischt Juval meine Worte weg. Eben, sagt er und auch das stimmt.

Mit einem Klappern fällt das Radkreuz zu Boden, gefolgt vom Reifen. Der Junge hat es geschafft.

Sam [Bekenntnisse, 11]

Dann war ich doch an seinem Grab.
Zur Hütte wollte ich ja auch nicht zurück. Ich dachte, den toten Wald hätte ich hinter mir gelassen, endgültig, warum sollte ich ihn jemals wieder betreten, freiwillig.
Ja klar.
Ich ging zur Hütte, ich ging ans Grab, so ist das mit ihm. Mit mir.
Drauf pissen, hatte ich gedacht, wenigstens das, aber nein, eine steinerne Grabplatte hat er sich ausgesucht, keine Blumen, nichts, Blumen brauchen Pflege und überhaupt, rote Rosen vielleicht? Die Pflege hätte er sich kaufen können, hat er aber nicht, gekauft hat er sich eine Steinplatte, du pisst drauf, es spritzt dir ans Bein.
Und er lächelt.

Johann Lechner, Unvergessen.
Unvergessen, ja klar. Der Alte macht sich noch aus dem Grab heraus über uns lustig.

Ich hätte nicht herkommen sollen.
Ich hätte so vieles nicht.

Lissi [Protokolle, Lissi, 1]

Plötzlich war er wieder da, einfach so. Vanessa Gildenknecht hat es auf Facebook gepostet.
Monatelang musste ich ihre „OMG, dieser Nagellack ist einfach irre!“-Nachrichten ertragen, aber gut, es hat sich dann ja doch gelohnt. An einer Ampel wollte sie ihn gesehen haben, einfach so, mitten in München.
Ich sollte ihn längst vergessen haben, nur, so einfach ist das nicht; und immerhin war ich nicht die einzige, der das mit dem Vergessen schwer fiel, das sah man an den Reaktionen auf Facebook. Zuerst gab es gar keine Reaktionen, stattdessen eine beängstigende Stille; wenn das überhaupt geht, Stille im Internet, aber irgendwie ging es. Und danach kam auch nicht mehr viel, entgeisterte Smileys und ob sie sich wirklich sicher sei, sie solle sich bloß von ihm fernhalten, vergiss den Typ.

Ha, ha. Fernhalten, vergessen, super Idee.

Sam tut niemandem gut, mein Bruder ist das beste Beispiel dafür. Wahrscheinlich hätte es Jan auch ganz allein geschafft, sich umzubringen, mit irgendwelchen Drogen oder so. Waren ja auch Drogen, allen voran die Sam-Droge – allein wäre Jan sicher nicht auf die Idee gekommen, auf dieser Bahn herumzuspazieren, na ja, vielleicht doch, aber wenn Sam dabei war, ist er regelmäßig an Dingen gescheitert, die eine Nummer zu groß für ihn waren. Als müsse er etwas beweisen; musste er ja auch, ging uns doch fast allen so.

Jedenfalls, Sam war wieder da. OMG. Zuerst habe ich mir eingeredet, das wäre Blödsinn, die will sich doch nur wichtig machen, aber eigentlich wusste ich, dass es doch stimmt, eigentlich war von Anfang an klar, dass er irgendwann wieder zurückkommen würde. Und was machst du dann, Lissi? Dich fernhalten natürlich. Ha ha.

Dabei war das mit dem Fernhalten zuerst sogar ziemlich einfach, ich wusste ja gar nicht, wo er war, im Münchner Stadthaus jedenfalls nicht und auch nicht im Haus am See.
Tagelang ging ich von der Arbeit zu Fuß nach Hause, machte einen Umweg über die Prinzregentenstraße, Martin wunderte sich schon; Spazieren gehen, Lissi?, hat er gefragt. Ernsthaft?
Aber am Eisbach tauchte Sam nicht auf. Auch bei seinem Bruder war er nicht.

Den habe ich schließlich gefragt, also Rafael. Er sah aus, als hätte er nur darauf gewartet, dass ich angekrochen komme. Vermutlich hat er das sogar, der Arsch. Vielleicht ist er noch schlimmer als Sam, anders schlimm.
Sieh an, die Lissi, hat er mit seinem erbärmlichen Lächeln gesagt. Am liebsten hätte ich ihn getreten.
Rafael hätte mir jedenfalls nichts verraten, gar nichts, hätte er nicht gewusst, dass er damit weder mir noch Sam einen Gefallen tut.

Zuerst dachte – oder hoffte ich, er weiß so wenig wie ich, aber nein, Rafael wusste schon immer, wo Sam zu finden war.
Nur als Sam das große Verschwinden durchzog, da wusste er nichts – und das war überhaupt das Beste an Sams Verschwinden, dass Rafael nicht die leiseste Ahnung hatte, wo sein bescheuerter Bruder plötzlich war.
Aber jetzt wusste er es natürlich doch und nachdem er die Situation lang genug ausgekostet hatte, erzählte er was von einem Bauernhof, in der Nähe von irgendeinem Kaff Richtung Holzkirchen.

Ein Bauernhof. Sam.
Der verarscht mich doch, dachte ich. Trotzdem habe ich Martin vollgequatscht; Martin steht auf mich, der fährt mit mir auch aufs Land, wenn es sein muss.

Sam habe ich dann aber doch nicht getroffen.
Wir sind in einem sterbenslangweiligen Naturschutzgebiet herumgelaufen – im Nebel, übel war das, bestimmt wäre alles ganz anders gekommen ohne diesen scheiß Nebel. Und die Vögel, die waren richtig unheimlich, aus dem Nichts kamen die, schwarze Schatten und dieses Gekrächze, nee, Lissi, das machst du jetzt nicht, du fährst besser wieder in die Stadt zurück.

Und in der Stadt hätte ich bleiben sollen, aber ein paar Tage später fuhr ich dann doch wieder Richtung Holzkirchen, alleine dieses Mal. Klar, ich hätte Martin noch mal fragen können, aber der ging mir auf die Nerven mit seinen Blicken. War das erste Mal schon ein Fehler, ihn zu fragen.
Manche Sachen musst du alleine durchziehen.
Auch wenn von vornherein klar ist, dass sie nicht gut ausgehen werden.

Rafael [Protokolle, Rafael, 4]

Ich stand nicht nur in Sams Schatten, ich wurde zu Sams Schatten. In einer der Nächte, in der ich in sein Zimmer kam und er war nicht da. Er war nicht da und ich hielt es nicht mehr aus, dieses Nicht-Wissen, die Ungewissheit darüber, wo er war, ob er wiederkommen würde. Er musste wiederkommen.
Ich stand in der Dunkelheit seines Zimmers, starrte auf das leere Bett und brach durchs trügerische Eis eines zugefrorenen Sees. Scharfe Kanten, die mich aufrissen, tief in meine Haut hineinschnitten, eiskaltes Wasser, das mir den Atem nahm. Irgendwann wird man ruhig, weil der Körper die Arbeit einstellt. So war es und so war es nicht, denn innerlich schnappte ich nach Luft, nach Rettung. Und ich konnte mich retten, doch dann schloss sich das Eis unter mir, schloss einen Teil von mir in sich ein, zog ihn für immer unter Wasser und jetzt wollte ich die scharfen Kanten erneut auf meiner Haut spüren, wollte das Eis wieder aufbrechen und nach ihm suchen, wollte nach Hause kommen. Es durfte nicht sein, dass er nicht da war. Es durfte nicht sein, dass ich nicht mehr in seinem Schatten stand.

„Mein Fleisch und Blut“, sagte der Alte gern, wenn er über ihn sprach, über seinen Enkel Sam.
Die Leute lachten und gaben Sätze wie „Bestimmt sind Sie sehr stolz auf ihn“ zur Antwort.
Mein Fleisch und Blut, wenn sie wüssten, wenn sie nur wüssten.
Aber niemand weiß. Manches ist besser nicht zu wissen.

Jan [Protokolle, Jan, 3]

Anfangs war er noch im Schwimmteam. Sam in einem Team – war für ein Witz. Es hätte nie funktioniert, jeden anderen hätten sie rausgeworfen, aber er war einfach verdammt gut.
Bis er keinen Bock mehr hatte. Dann war er immer noch gut, wäre es mit Sicherheit gewesen, aber er schwamm ja nicht mehr, jedenfalls nicht mehr fürs Team.
Heidlinger ist fast durchgedreht. Sein bester Mann und das kurz vor den wichtigen Wettbewerben. Und überhaupt, eine Verschwendung sei das, das könne er doch nicht machen. Machte er aber doch, da konnte Heidlinger noch so sehr an ihn ranlabern, das nützte gar nichts, Sam wollte nicht mehr unser aller Schwimmheld sein, also war Sam nicht mehr unser aller Schwimmheld.

Ich hatte mal zugesehen, bei einem dieser Wettkämpfe, Lissi hatte mich hingeschleppt. Ich hatte ja keine Ahnung von Schwimmen, aber Sam zuzusehen war schon geil. In einer absoluten Mühelosigkeit – danach sah es jedenfalls aus – schwamm er eine Bahn nach der anderen, immer mit mindestens einer Länge Vorsprung und am Ende war er noch nicht mal außer Atem.
Diese Mühelosigkeit, die war sowieso abartig, die hatte er fast überall. Alles kein Problem für ihn. Nur in Kunst kackte er ab, aber nee, stimmt auch nicht, vermutlich wäre er der nächste Picasso geworden, hätte er einen Pinsel in die Hand genommen. Hat er aber nicht. Keinen Pinsel, noch nicht mal einen Bleistift. Totalverweigerung. Warum er ausgerechnet im Kunstkurs gelandet ist, keine Ahnung, er hätte den Scheiß ja abwählen können, aber nee, hat er nicht gemacht. Wird also schon einen Grund gehabt haben.
Er saß mit drin, malte nicht, zeichnete nicht, boykottierte einfach nur.
Beim Linoldruck bekam die Auermann ganz feuchte Augen, als er zum Materialienschrank ging, aber er hat sich nur diese Schaber angesehen, das Linolbesteck.
Und das war’s dann auch, benutzt hat er die Dinger nicht, jedenfalls nicht im Unterricht, nicht um einen Linoldruck herzustellen.

Am Ende des Jahres kam sie mit „Sucht euch einen Partner, bildet Zweierteams“ an. Das könnte interessant werden, dachte ich. Die eine Hälfte der Klasse hatte Schiss vor Sam, die andere Hälfte wäre nichts lieber als sein Partner geworden, aber doch bitte nicht in Kunst, man wollte Punkte, jetzt, wo sämtliche Punkte fürs Abi zählten und mit Sam würde es keine Punkte geben, hier nicht.
Am Ende landete er bei Katja, ausgerechnet. Und gleichzeitig irgendwie abzusehen, denn mit Katja war es ähnlich wie mit Sam, die eine Hälfte der Klasse hatte Schiss vor ihr, die andere hätte alles getan, um „die?“ nicht zur Partnerin zu kriegen. Schlecht fürs Image, denn Katja war zwar mühelose Punktekönigin in Kunst, aber eben auch „die Schlampe“.

Jan [Protokolle, Jan, 2]

Wir haben Autos geklaut, na gut, er hat Autos geklaut. Und er war es auch, der gefahren ist.
Scheiße, er kannte sich einfach mit allem aus.
Immer fuhren wir raus aus München, immer Richtung Berge, aber nie kamen wir dort an. Am liebsten fuhr er diese kleinen, engen Straßen – kurvig und steil – auf denen eigentlich nur ein einziges Auto Platz hat.
Das war irre, total irre. Ich hätte Angst haben müssen, aber ich hatte keine, warum auch, Sam saß am Steuer, ich daneben und das war es, was ich wollte. Selbst wenn eine Ölspur kommen, plötzlich ein Reh vor uns stehen würde oder ein Tanklaster: Sam würde es schaffen, denn Sam ist ein scheiß Glückskind. Mit ihm war ich unsterblich.
Dachte ich.
Mitten auf dem Land hielten wir an und kletterten Hochspannungsmasten hoch. Während über uns ein Gewitter tobte. Macht ja nichts, der Blitz schlägt mit Sicherheit nicht in genau den Hochspannungsmast ein, in dem das scheiß Glückskind gerade herumklettert.

Einmal schaffte es Lissi mit ins Auto; es gab Tage, da wurden wir sie einfach nicht los. Er fuhr noch schneller, obwohl ich nicht gedacht hätte, dass das überhaupt geht, aber es ging, man muss nur das richtige Auto klauen.
Lissi hat fast ins Auto gekotzt.
Und ich war so ein Arsch von Bruder. Sah zu, wie sie am Straßenrand hing, hatte noch nicht mal ein Taschentuch für sie.
Sam sagte nichts. Nachdem sie wieder eingestiegen war – einen Moment lang hatte ich gedacht, sie würde es nicht tun, würde nicht mehr einsteigen, sich weigern, würde aussteigen, nicht nur aus dem Auto, sondern aus allem, aber sie stieg ein und er fuhr zum nächsten Bahnhof, holte einen Zwanziger aus der Hosentasche, hielt ihn ihr hin und sagte: „Steig aus.“
Und ich saß daneben und sagte: nichts.
Ärsche, alles Ärsche. Ich, er, wir, die ganze Welt.
Danach hat sie drei Tage lang nicht mehr mit mir geredet, was natürlich rein gar nichts geändert hat. Ich wollte Sam. Sie wollte Sam. Alle wollten Sam.

Rafael [Protokolle, Rafael, 3]

Dann war er aber doch weg, wirklich weg. War nirgends dort, wo wir ihn früher schon gefunden hatten.
Noch nicht einmal Großvater wusste, wo er war.
Vater hat es ignoriert, hat neugierige Nachfragen mit einem Auslandssemester abgeschmettert.
So unrecht hatte er damit nicht, aber das wusste damals noch keiner. Niemand wusste etwas, wer hätte es auch wissen sollen?
Großvater.
Sie dachten, er wisse Bescheid, doch selbst er wusste nichts, ich habe es daran gemerkt, dass die Luft um ihn herum noch ein paar Grade kälter wurde.
Nicht der beste Zeitpunkt, aus dem Schatten herauszutreten.

Als wäre es möglich.

Vanessa [Protokolle, Vanessa]

Sam. Oh. Das ist lange her.

Wie er sich bewegt hat. Wie er dich angesehen hat. Wenn er dich angesehen hat. Meistens hat er niemanden gesehen. Aber dann. Die ganze Zeit hoffst du darauf: dass er dich endlich einmal ansieht; aber wenn er es tut, willst du es plötzlich doch nicht mehr. Willst es nicht und willst es doch.

Ich hatte Angst vor ihm.

Nein, er hat mir nichts getan. Außer, dass er mich nicht gesehen hat – aber er hat ja kaum jemanden gesehen – hat er mir nichts getan, nichts, was ich nicht gewollt hätte.
Ich bin mir nicht sicher, ob er es wollte.

Er war ein Jäger, Sam war ein Jäger.
Die anderen Jungs sind den Mädchen hinterhergejagt.

Nach dem Abschluss habe ich ihn noch ein Mal wiedergesehen: Ich saß im Auto, an einer roten Ampel, als er über die Straße ging. Ich habe ihn sofort erkannt. Wie er geht, wie er sich bewegt. Außerdem war es kalt – ich saß mit Schal und Mütze im Auto, die Heizung voll aufgedreht – und er ging durch die Stadt und hatte nicht viel mehr als ein T-Shirt an.
Sam Weidenkamp friert nicht.

Ich sah ihm nach, bis sie hinter mir zu hupen anfingen.

Simon [Protokolle, Simon]

Sam? Sam Weidenkamp? Natürlich erinnere ich mich an ihn. Wer nicht?
Im Schulflur. Das Gespräch verstummt. Lukas und Tobi, die ihm ehrfürchtig hinterher starren. So wollen sie sein, so wie er. Niemand macht sich über Sam lustig, niemand lacht ihn aus. Niemand zieht ihm im Sportunterricht mit dem Hockeyschläger die Füße weg, niemand sagt zu ihm: „Och, jetzt muss er weinen, der Kleine, bestimmt vermisst er seine Mami.“

Sam hat vermutlich in seinem ganzen Leben nicht eine Träne vergossen. Er war noch nicht mal auf der Beerdigung seines besten Freundes. Und sollte ihm jemand mit dem Hockeyschläger in die Quere kommen – na ja. Es wird nicht gut für ihn ausgehen. Für denjenigen mit dem Hockeyschläger.

Er hat mich gerettet. Sagten sie.
So ein Blödsinn. Das war ein Mal, eins von – vielen Malen.
Ich habe Schlimmeres erlebt.

Jedenfalls wollte ich nie so sein wie er. Natürlich hätte ich mir gewünscht, sie würden mich in Ruhe lassen, ich sage bestimmt nicht: „Wer weiß, wofür es gut war.“ Es war nicht gut.
Aber ich wollte trotzdem nie so sein wie er. Nicht für diesen Preis.
Bei mir lag das Problem im Außen. Die Idioten waren das Problem. Nicht ich.

Rafael [Protokolle, Rafael, 2]

Ich war da, als er Ravi und seinen Idioten in die Arme gelaufen ist. Niemand wusste, dass ich da war. Mich hat keiner gesehen.

Ja, Sam. Jetzt sieh mal zu, wie du da wieder herauskommst. Dachte ich.

Aber dann, dann habe ich seinen Blick gesehen, seinen Heldenblick. Und zum ersten Mal habe ich es verstanden: Es geht nicht darum, ein Held zu sein. Es geht darum, zu sterben.

Also habe ich die Polizei gerufen. Ihn gerettet.
Mich gerettet.
Pustekuchen, Sam.

Powered by: Wordpress