Gerda Bruckner, Hausfrau [Protokolle, Bruckner]

Der Johann, natürlich erinnere ich mich an den Johann, den vergisst man nicht so leicht.
Er kam wegen – ach, ich weiß nicht mehr, um was es ging, ein Geschäft wird es gewesen sein, der Johann machte sein Lebtag Geschäfte, mit zwanzig hatte der schon mehr Geld als andere mit fünfzig.

Wäre ihm nur nicht die Anna über den Weg gelaufen. Die Georgi Anna, das hübscheste Mädchen im Dorf. Und ein liebes noch dazu, für alle hatte sie ein Lächeln, auch für den Johann, den haben nicht viele angelächelt, den hat man lieber gar nicht erst angesehen, und das, wo er doch so fesch war.
Der Johann, der hat die Anna gesehen und wollte sie haben.
Er war einer, der am Ende bekommt, was er will.

Die einen rieten ihr zu. Einen besseren findest du nicht, sagten sie, so eine gute Partie, ein Städter zwar, aber dann musst du dir wenigstens nicht mehr die Hände schmutzig machen.

Was wussten die schon. Man kann sich die Hände auch schmutzig machen, ohne in den Kuhstall zu gehen.

Andere waren neidisch, die Hirschbichlerin vor allem. Dabei hatte sie doch ihren Georg und den großen Hof, aber das war ihr nicht genug, der Hirschbichlerin ist es nie genug.

Die Mehrheit im Dorf war allerdings der Meinung, die Anna solle besser die Finger vom Johann lassen. Der einzige, der es laut gesagt hat, war der Moosacher Fritz. Und plötzlich gingen ihm die Tiere ein, im Sturm flog ihm das Dach davon und von der Bank hat er dann kein Geld bekommen, obwohl er doch ein rechtschaffener Mensch ist, was keiner besser wusste, als der Toni von der Bank; aber der Toni hat den Kopf geschüttelt und gesagt, es täte ihm leid, er könne nichts machen, Befehl von oben. Von oben, das war München.

Die Anna hat ihn am Ende genommen, den Johann. Ach, keine andere Wahl hat sie gehabt, die Anna.
Er hat sie in die Stadt mitgenommen und danach hat man sie hier kaum mehr gesehen. Manchmal ist es besser, du kommst nicht zurück.

Aber dass sie den Edgar zurückgelassen hat.
Nur, was hätte sie auch tun sollen, sie konnte ihn schlecht mitnehmen, der Edgar wäre auch gar nicht mitgegangen, er ist keiner, der fortgeht, der bleibt auf dem Hof, bis sie ihn mit den Füßen voran hinaustragen.

Und so war es dann ja auch.