Tritine über den Reim

Und Dichter gibt’s, die sind dem Reim
Verfallen – er entwirft den Vers
Für sie und ordnet das Gedicht.

Und wenn es glückt, ist im Gedicht
Aus Klang gemachter Sinn, der Reim
Schenkt Adel auch dem Durchschnittsvers.

Und wenn’s misslingt, ist jeder Vers
Sich fremd, den andern, dem Gedicht
Ein Fremder, untertan dem Reim:

Wie quälst du, Reim, Vers und Gedicht!

Das Königreich von Sede (79)

Als flammend rot die Sonne sinkt,
Wirft Schemel einen kleinen Stein,
Der, vor den Flammen schattenschwarz,

Durch Schatten fällt; er fällt ins Schwarz
Des Grabenwassers und versinkt.
Nun ist die Sonne fort, der Stein

Erinnrung nur – war je der Stein,
Die Sonne je? Ins stille Schwarz
Lacht Schemel auf; sein Lachen sinkt,

Und sinkt dem Stein nach, gleich ihm: schwarz.

Ohne Titel

Im Gegensatz zu einem Frosch,
Der einfach lebt, gierst du, o Mensch!
Nach Sinn; und gierst nach einem Gott.

Du suchst verzweifelt einen Gott
Und findest keinen, bis ein Frosch
Dir Schicksal wird – der sonnt, o Mensch!

Am Graben sich, und weil, o Mensch!
Er satt ist, fehlt ihm nichts, kein Gott,
Er ist, nichts fehlt ihm, reiner Frosch;

So wird der Frosch, o Mensch! dir Gott.