Schatten-Triolett

Menschen, Menschen! Was ist euer Leben,
Eure Welt, die tränenvolle Welt?
Dieser Schauplatz, kann er Freude geben?
Menschen, Menschen, was ist euer Leben!
O! Die Schatten, welche euch umschweben,
Hölderlins, der sich zu euch gesellt:
Menschen, Menschen, das ist euer Leben,
Eure Welt, die tränenvolle Welt!

Sommernächtliches Triolett

Froschgewaltig lärmt die Nacht,
Grillenmächtig – wer die Ohren
Sich verstopft, wird ausgelacht:
Froschgewaltig lärmt die Nacht!
Klug ist, wer die Nacht durchwacht,
Wer den Schlaf sucht, ist verloren –
Froschgewaltig lärmt die Nacht,
Grillenmächtig, in den Ohren!

Ja-Aber-Triolett

Wacht auf, wacht auf! Die Nacht! Erwacht!
War, was ins Dunkel jemand rief,
Der durch das stille Städtchen lief:
Wacht auf! Die Nacht, die Nacht! Erwacht!
Doch’s leise rief, dass nicht aus tief
Geschlaf’nem Schlaf aufschrak, wer schlief –
Wacht auf! Die Nacht! Erwacht, erwacht!

Triolett vom Ironieversagen

Vogel hat auf Kopf geschissen,
Mann hat Scheiße abgewischt:
„Nimmermehr möcht‘ ich dich missen,
Vogel, der du hast geschissen!“
Der vernahm’s, hat dienstbeflissen
Neue Scheiße angemischt;
Vogel hat auf Kopf geschissen,
Mann hat Scheiße abgewischt.

Unbehaust

Im Mai bemerkt die Unsinnsmaus,
Dass kühl und klamm die Nacht ist,
Und schaut sich um: Ein Schneckenhaus
Bemerkt im Mai die Unsinnsmaus
Und zieht dort ein; und zieht dort aus,
Weil’s nicht für sie gemacht ist –
Erneut bemerkt die Unsinnsmaus,
Dass kühl und klamm die Nacht ist …

Ohne Titel

Ist da Glut, ist da Rauch
In des Kunterbunten
Geräumigem Bauch?
Da ist Glut, da ist Rauch,
Und Gezisch ist da auch,
Da sind Bomben mit Lunten,
Mit Gezisch, Glut, Rauch:
In dem Kunterbunten.