Schachprobleme (5)

Matt in zwei Zügen

Erschienen am 21. November 1985 im „Stern“, kommt dieses Problem knappe hundert Jahre zu spät; solche Häufungsaufgaben gibt es nämlich schon lange, und bessere auch … Immerhin, ein fünffaches Läuferopfer:

1.Le4 droht 2.Dxf5#. Schwarz kann spielen:

1. … Kxe4 2.De6#
1. … fxe4 2.exf4#
1. … Txe4 2.Sd3#
1. … Scxe4 2.Lxd4#
1. … Sdxe4 2.Sf3#

Schachprobleme (4)

Matt in 3 Zügen (J. Hönemann gewidmet)

Erschienen am 18. Oktober 1985 in der Schachecke der „Welt“ – und das einzige Problem, das ich je jemandem gewidmet habe; in diesem Fall dem Mann, der die damalige Schachjugend meiner Heimatstadt mit großem Aufwand betreut und gefördert hat!

1.Lg7 – Zugzwang; 1. … Sf2 2.Sc3+ Ke3 3.Lh6#, 1. … Sg3 2.Sxc5+ Kf4 3.Lh6#, 1. … c4 2.Ld4 ~ 3.S(x)c3#.

Schachprobleme (3)

Matt in drei Zügen

Ein kleiner Dreizüger, am 10. Oktober 1985 im „Stern“ erschienen. Der Betreuer der dortigen Problemsparte, Hans Klüver, war wahrscheinlich genau so wie ich ziemlich unsicher, ob ein so schlichtes Problemchen nicht schon zuvor jemand anderem eingefallen war – „einfach mal so“ in einer Online-Datenbank nachsehen konnte man damals noch nicht; aber ich denke, das lief dann milder betrachtet unter „Nachwuchsförderung“.

1.Ta1 cxb4 (1. … Kxb4 2.Ld2#) 2.Ka2 Kxc2 3.Tc1#

Schachprobleme (2)

Wie es am Anfang immer geht: Es ist alles noch nichts besonderes, aber man findet freundliche Menschen, die die eigenen Interessen teilen und sich bemühen, den zu ihnen stoßenden Anfänger zu fördern. Godehard Murkisch, der die Schachspalte der „Landeszeitung“ aus Lüneburg betreute, war so freundlich, dort am 29. Juni 1985 folgende Aufgabe zu veröffentlichen:

Matt in zwei Zügen – Circe

„Circe“ ist eine etwas eigenartige „Märchenschach“-Bedingung: geschlagene Figuren tauchen auf dem Feld wieder auf, auf dem sie am Anfang der Partie gestanden haben! Wenig überraschend wird in der Lösung viel geschlagen:

1.Txg2 (Ta8) – die Klammer zeigt an, dass der geschlagene Turm auf a8 wieder erscheint. Nun droht 2.Tg3#; Schwarz kann zwecks Abwehr dieser Drohung den erschienenen Turm zwar für ein Abzugsschach nutzen, allein, es hilft nichts, weil die dabei geschlagenen weißen Figuren ihrerseits einen Abzug ermöglichen: 1. … Sxc6+ (Lf1) 2.Tg8#, oder 1. … Sxd7+ (Th1) 2.Lb8#.

Schachprobleme (1)

„Schachprobleme“ meint hier: Eigene Schachprobleme, selbst ausgedachte. Das ist etwas, auf das ich in jungen Jahren verfallen war; und irgendwann habe ich mich getraut, den Leiter einer Schachspalte – den damals schon über achtzigjährigen Hans Klüver, der die Problemecke des „Stern“ betreute – anzuschreiben und ihm einige dieser Probleme zu schicken. Und siehe da: Eines davon erschien, in einem Akt der Nachwuchsförderung, am 5. April 1984 im „Stern“!

Matt in zwei Zügen

Die Lösung ist schnell gefunden: 1.Kb2 fesselt zwar eigene Figuren, den Sb4 und den Td4, droht dafür aber 2.Dc2#. Dagegen hat Schwarz zwei Verteidigungen: 1. … Sb6, was aber den Sb4 wieder zugfähig macht und außerdem der Df6 den Blick nach a6 verstellt, wodurch 2.Sxa6# möglich wird; und 1. … Se5, was nun wiederum den Td4 wieder zugfähig macht und dem Th5 den Blick nach d5 verstellt; 2.Txd5# ist die Folge. Ob dieser Gehalt den betriebenen Aufwand rechtfertigt, lasse ich besser offen; aber immerhin, ein gewisser Wille zur Gestaltung ist erkennbar; und ein junger Mensch war damals sehr stolz darauf, „in der Zeitung zu stehen“!

Was bleibt

Folgendes Schachproblem, ersonnen von Wolfgang Pauly, habe ich vor zwei Wochen das erste Mal gesehen und heute immer noch im Kopf; das ist ein gutes Zeichen …

Es handelt sich um ein Hilfsmatt in drei Zügen, was meint: Beide Seiten arbeiten zusammen, um das Matt des schwarzen Königs zu erreichen; die Zugfolge ist Schwarz zieht, Weiß zieht, Schwarz zieht, Weiß zieht, Schwarz zieht, Weiß setzt matt – jeder Seite macht drei Züge, Schwarz beginnt!

„Schwarz beginnt“ ist allerdings unschön, denn begönne Weiß, könnte er sofort mit Sc3 mattsetzen! Leider hat Schwarz auch keinen Abwartezug und muss die Stellung verändern. Aber dieses Matt bemerkt zu haben, lohnt trotzdem, wie die Lösung zeigt: 1. … Kb1-a2 2.Kd2-c3 Ka2-b1 3.Kc3-b4 Kb1-a2 – jetzt ist eine Stellung erreicht, die genau der Ausgangsstellung entspricht, nur am anderen Rand. Und diesmal ist Weiß wirklich am Zug! 4.Sd1-c3 matt!

Nicht schwer, aber einprägsam; und das ist eine gute Eigenschaft. Wer darüber hinaus noch etwas grübeln möchte, kann alle Steine eine Reihe nach rechts verschieben und dann noch einmal versuchen, ein Hilfsmatt in drei Zügen zu finden; Pauly hat dieses Problem als „Zwilling“ veröffentlicht!