Schachprobleme (8)

[fen]8/1BB5/8/3R1P1b/1K2k3/2p2rP1/2N3P1/8 w KQkq – 0 6[/fen]

Matt in zwei Zügen

Von Dr. Hartmut Laue veröffentlicht im Mitteilungsblatt der Kieler Schachgesellschaft, Ausgabe September 1985; der Zweizüger hatte die Ehre, die Seite mit einem Problem von Hans Klüver zu teilen, der ja mein erstes veröffentlichtes Problem verantwortet hat …

Ich hatte irgendwo die Beschreibung eines bestimmten Themas gelesen, und dieser Zweizüger ist der (unbeholfene) Versuch, das Thema zu gestalten. 1.La6? nimmt dem Td5 die Deckung von d3 ab und droht 2.Te5#, auf 1. … Txf5 kommt 2.Td4#; aber 1. …Txg3! rettet für Schwarz. Daher „andersherum“: 1.Lc8! droht 2. Td4#, und auf 1. … Td3 folgt 2.Te5#. 1. …Kxd5 hat die Rückkehr des Läufers zur Folge: 2.Lb7#.

Schachprobleme (7)

[fen]b1rrBb2/7p/p5p1/8/2P4Q/3kN1P1/1PN1R3/1n2K3 w KQkq – 0 6[/fen]

Matt in drei Zügen

Veröffentlicht hat diesen Dreizüger Godehard Murkisch am 12. Juli 1986 in der „Landeszeitung Lüneburg“; zu sehen ist eine berühmte Aufstellung der schwarzen Türme und Läufer, die „Loydschen Orgelpfeifen“. Mit den so geradezu vorgegebenen Verstellungen der schwarzen Langschrittler hantiert auch die Lösung: 1.c5? droht 2.Sb4# und 2.Dc4#, was Schwarz durch Lxc5 bzw. Txc5 nur noch differenzieren, aber nicht mehr verhindern kann; mit 1. …Le4! steht ihm allerdings eine ausreichende Verteidigung zur Verfügung. Versucht Weiß ähnlich 1.Sd5? mit den Drohungen 2.Dd4# und De4#, kann Schwarz mit 1. … Lxd5 bzw. 1. … Txd5 nur eine der Drohungen abwehren; 1. … Txc4! hilft allerdings gegen beide. Weiß muss also noch vorarbeiten: 1.Lc6! droht 2.De4#, und auf 1. …Txc6 dringt nun 2.c5 durch, da der La8 verstellt ist: 2. … Txc5 3.Sb4#, 2. …Lxc5 3.Dc4#. Auf 1. …Lxc6 genügt dagegen 2.Sd5, da nun der Tc8 verstellt ist: 2. … Lxd5 3. Dd4# , 2. …Txd5 3.De4#.

Schachprobleme (6)

[fen]2KN4/kB6/P7/2P5/3n4/8/8/8 w KQkq – 0 6[/fen]

Matt in vier Zügen

Als Nachwuchsschaffender tritt man erst einmal auf kleiner Bühne auf; im Falle dieses Problems war dies das „Mitteilungsblatt der Kieler Schachgesellschaft von 1884 e.V.“, in dem Dr. H. Laue aber eine feine Problemecke führte und in der Ausgabe vom März 1986 diesen Vierzüger veröffentlichte.
Wenn Schwarz am Zug wäre, könnte Weiß nach einem Zug des schwarzen Springers mit Sc6 mattsetzen; allein, Weiß ist am Zug! Es gibt aber einen Weg, das zu ändern: 1.Kd7 Kb8 (Der Springer muss stillhalten) 2.a7+ Kxa7 3.Kc8 Weiß hat das Zugrecht auf Kosten eines Bauern auf Schwarz abgewälzt, 3. … S ~ 4.Sc6# ist die Folge.

Schachprobleme (5)

[fen]2N5/1B3Q2/8/4kp2/1b1r1p2/r1n1P2K/3n4/B3N3 w KQkq – 0 6[/fen]

Matt in zwei Zügen

Erschienen am 21. November 1985 im „Stern“, kommt dieses Problem knappe hundert Jahre zu spät; solche Häufungsaufgaben gibt es nämlich schon lange, und bessere auch … Immerhin, ein fünffaches Läuferopfer:

1.Le4 droht 2.Dxf5#. Schwarz kann spielen:

1. … Kxe4 2.De6#
1. … fxe4 2.exf4#
1. … Txe4 2.Sd3#
1. … Scxe4 2.Lxd4#
1. … Sdxe4 2.Sf3#

Schachprobleme (4)

[fen]8/2p5/2K1N3/2p5/4k3/7B/1B2P3/3N3n w KQkq – 0 6[/fen]

Matt in 3 Zügen (J. Hönemann gewidmet)

Erschienen am 18. Oktober 1985 in der Schachecke der „Welt“ – und das einzige Problem, das ich je jemandem gewidmet habe; in diesem Fall dem Mann, der die damalige Schachjugend meiner Heimatstadt mit großem Aufwand betreut und gefördert hat!

1.Lg7 – Zugzwang; 1. … Sf2 2.Sc3+ Ke3 3.Lh6#, 1. … Sg3 2.Sxc5+ Kf4 3.Lh6#, 1. … c4 2.Ld4 ~ 3.S(x)c3#.

Schachprobleme (3)

[fen]8/8/8/2p5/RPB5/1Pk1B3/2P5/1K6 w KQkq – 0 6[/fen]

Matt in drei Zügen

Ein kleiner Dreizüger, am 10. Oktober 1985 im „Stern“ erschienen. Der Betreuer der dortigen Problemsparte, Hans Klüver, war wahrscheinlich genau so wie ich ziemlich unsicher, ob ein so schlichtes Problemchen nicht schon zuvor jemand anderem eingefallen war – „einfach mal so“ in einer Online-Datenbank nachsehen konnte man damals noch nicht; aber ich denke, das lief dann milder betrachtet unter „Nachwuchsförderung“.

1.Ta1 cxb4 (1. … Kxb4 2.Ld2#) 2.Ka2 Kxc2 3.Tc1#

Schachprobleme (2)

Wie es am Anfang immer geht: Es ist alles noch nichts besonderes, aber man findet freundliche Menschen, die die eigenen Interessen teilen und sich bemühen, den zu ihnen stoßenden Anfänger zu fördern. Godehard Murkisch, der die Schachspalte der „Landeszeitung“ aus Lüneburg betreute, war so freundlich, dort am 29. Juni 1985 folgende Aufgabe zu veröffentlichen:

[fen]1n5K/3R4/r1B3R1/7p/8/5N1k/6rB/4N3 w KQkq – 0 6[/fen]

Matt in zwei Zügen – Circe

„Circe“ ist eine etwas eigenartige „Märchenschach“-Bedingung: geschlagene Figuren tauchen auf dem Feld wieder auf, auf dem sie am Anfang der Partie gestanden haben! Wenig überraschend wird in der Lösung viel geschlagen:

1.Txg2 (Ta8) – die Klammer zeigt an, dass der geschlagene Turm auf a8 wieder erscheint. Nun droht 2.Tg3#; Schwarz kann zwecks Abwehr dieser Drohung den erschienenen Turm zwar für ein Abzugsschach nutzen, allein, es hilft nichts, weil die dabei geschlagenen weißen Figuren ihrerseits einen Abzug ermöglichen: 1. … Sxc6+ (Lf1) 2.Tg8#, oder 1. … Sxd7+ (Th1) 2.Lb8#.

Schachprobleme (1)

„Schachprobleme“ meint hier: Eigene Schachprobleme, selbst ausgedachte. Das ist etwas, auf das ich in jungen Jahren verfallen war; und irgendwann habe ich mich getraut, den Leiter einer Schachspalte – den damals schon über achtzigjährigen Hans Klüver, der die Problemecke des „Stern“ betreute – anzuschreiben und ihm einige dieser Probleme zu schicken. Und siehe da: Eines davon erschien, in einem Akt der Nachwuchsförderung, am 5. April 1984 im „Stern“!

[fen]2N5/1r1n4/p4q2/P1kp3r/QN1Rp3/P3P3/2K1B2n/6B1 w KQkq – 0 6[/fen]

Matt in zwei Zügen

Die Lösung ist schnell gefunden: 1.Kb2 fesselt zwar eigene Figuren, den Sb4 und den Td4, droht dafür aber 2.Dc2#. Dagegen hat Schwarz zwei Verteidigungen: 1. … Sb6, was aber den Sb4 wieder zugfähig macht und außerdem der Df6 den Blick nach a6 verstellt, wodurch 2.Sxa6# möglich wird; und 1. … Se5, was nun wiederum den Td4 wieder zugfähig macht und dem Th5 den Blick nach d5 verstellt; 2.Txd5# ist die Folge. Ob dieser Gehalt den betriebenen Aufwand rechtfertigt, lasse ich besser offen; aber immerhin, ein gewisser Wille zur Gestaltung ist erkennbar; und ein junger Mensch war damals sehr stolz darauf, „in der Zeitung zu stehen“!