ÜBER Hexameter

Warum „alte“ Texte?! Einmal gibt es nicht viele heutige theoretische Schriften, die wirklich in die Tiefe gehen beim Versuch, den (heutigen) Hexameter zu verstehen und zu erklären; und das wenige, was vorliegt, ist nicht in Hinblick auf das eigene Schreiben von Hexametern verfasst, sondern mit Hinblick auf seine Nützlichkeit bei der Auslegung von Gedichten.

Die theoretischen Schriften des 18. und 19. Jahrhunderts dagegen haben immer das Schaffen von neuen Versen im Blick, und zudem sind sie mit Herzblut geschrieben; der Hexameter war ein Gegenstand von gewaltigem Interesse!

Dafür muss man dann die nicht mehr ganz zeitgemäße Sprache in Kauf nehmen, im Besonderen eine andere / ältere Art von Fachbegriffen; aber gerade letztere lässt sich im allgemeinen verschmerzen und kommt auch gar nicht sooo häufig vor.

Die Texte:

Der Hexameter von Jacob Minor. Dieser Auszug aus Minors „Neuhochdeutscher Metrik“ ist eine recht späte, umfangreiche Vorstellung des Hexameters. Eine sehr gute Grundlage für das Verständnis des Verses wie für die weitere Beschäftigung mit ihm!

Der Hexameter von Andreas Heusler. Hinter diesem – zugegebenermaßen nicht sehr geistreichen – Oberbegriff versammeln sich einzelne Abschnitte  aus dem dritten Band von Heuslers „Deutscher Versgeschichte“. Ein ganz wichtiger Metriker, ein ganz wichtiges Buch; also kann man hier viel lernen, ist Heuslers Ausdrucksweise auch oft etwas gewöhnungsbedürftig …

Einiges zu Goethes Vers von Victor Hehn. Hehn hat eine feste Meinung, und was der nicht entspricht, kommt nicht so gut weg. Aber das macht nichts, den er begründet gut und wissensreich, weswegen man auch viel mitnehmen kann, wenn man nicht seiner Meinung ist.

Zum deutschen Hexameter Ernst Götzinger schaut ausführlich auf die Verteilung von Daktylen und Trochäen bei verschiedensten Verfassern (Neue Jahrbücher für Philologie und Pädogogik, II. Abteilung, 1869, Heft 5).

F. Kauffmann zum Hexameter Friedrich Kaufmann hat 1907 eine recht schmale, aber gar nicht schlechte „Deutsche Metrik“ veröffentlicht; seine Gedanken zum Hexameter sind in jedem Fall lesenswert.

J. H. Voss: Georgica-Vorrede Einer der klassischen theoretischen Texte zum Hexameter. Heute nicht mehr ganz auf dem Stand der Dinge, aber eben ein wichtiger Ausgangspunkt.

J. G. Herder: Regeln des Hexameters Ein sehr kurzer, aber trotzdem alles auf den Punkt bringender Text; von einem, der sich nachweislich auskannte mit Versen und Literatur!

Die zehn Tugenden aus Friedrich Schmitthenners „Teutonia“ bzw. aus August Apels „Metrik“. Kein großartig wichtiger Text, mehr ein Beispiel dafür, bis in welche Randbereiche die Ansichten der Verfasser vordrangen.

R. Hamerling: Der Hexameter im „König von Sion“ Rudolf Hamerling war kein großer Dichter und der „König von Sion“ ist kein erstklassiges Werk; aber was Hamerling schreibt über die Grundlagen, nach denen er den Hexameter seines Werkes gestaltet hat, meint: Welche Wirkungen er erzielen wollte und wie er dafür an welchen Stellschrauben gedreht hat, liest sich doch aufschlussreich.

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