Ein Roman

Der Anfang macht sich auf, das Ende zu besuchen,
Was selten ist, weil viel sie trennt;
Und bringt zwei Flaschen Weins mit sich, und Käsekuchen!
Wie man’s von guten Freunden kennt.
Und als die ganze Welt er nun durchwandert hat,
Und ankommt, trifft er auf – die Wahrheit:
Das Ende ist er selbst! Und isst und trinkt sich satt.

Gespräche einer Mainacht

Fröschlein, das du nächtens quakst,
Kümmert dich denn, was du sagst?
Was der Mensch davon versteht,
Der im Dunkel einsam geht,
Weil der scheue Schlaf ihn flieht,
Ihn der Mond ins Freie zieht?
Menschen? Was? Ich bin, hörst mich,
Fröschin, du! gelückelich.

Sich zu helfen wissen

Was bleibt dem Dichter zu tun in so prosaischen Zeiten? Nichts weiter kennt er als Vers und Gedicht, und beides legt, kaum bemerkt, der Leser murrend beiseite, und greift stattdessen zu einem Roman … Da hilft nur eines: Er schreibt zwar Verse, aber er tarnt sie, indem die Verse nicht jeder für sich erkennbar werden, vielmehr nach Art der Prosa sich ordnen, ganz unverdächtig dem prüfenden Blick. So ist der Leser bereit, dem Dargelegten zu folgen, und weiß zuerst nichts von Vers und Gedicht; doch Verse liest er, er spürt den innewohnenden Rhythmus, und da! ihn hat die Bewegung bewegt.

Vom Nichtwählen

Ein Wächter stehst du am Tor des auf sich türmenden Dichtwerks,
Und wägst gewissenhaft ab, und du winkst
Hinein, was brauchbar dir scheint, und andrem hemmst du die Schritte,
Und irrst – lass‘ ein, was auch immer dir naht,

Ein kunterbuntes Gewirr von ganz verschiedenen Dingen,
Das sich um menschliche Regeln nicht schert:
Aus Regeln sprießt dir, Poet! die Ordnung auf in den Versen,
Und wurzelt tief, und du wirst sie nicht los.