Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (10)

In der Ausgabe der Werke Justinus Kerners, in der ich gerade lese, schreibt der Herausgeber Raimund Dissin: „Das Gebiet seiner Dichtung ist begrenzt, wie seine Persönlichkeit begrenzt ist: der Grundton seines Wesens ist der Schmerz; so ist auch Schmerz der Grundton seiner Poesie.“

 

Die schwerste Pein

Im Feuer zu verbrennen
Ist eine schwere Pein,
Doch kann ich eine nennen,
Die schmerzlicher mag sein.

Die Pein ist’s, das Verderben,
Das Los, so manchem fällt:
Langsam dahinzusterben
Im Froste dieser Welt.

 

– Wenn Kerner nicht selbst die Sache mit dem Schmerz bezeugt hätte im Vers, „Noch fließt die Quelle meiner Lieder: / Denn ihre Quelle ist der Schmerz“ – man käme wahrscheinlich auch so darauf anhand solcher doch eher hemdsärmligen Geradeaus-Gedichte wie dem hier vorgestellten; für die sich die Brunnen-Strophe aber vorzüglich eignet! Der Gedanke findet sich noch einmal in einem Zweizeiler aus dem Nachlass  …

 

Martyrtod in Feuersgluten, o wie bist du Kleinigkeit,
Denk‘ ich an die Pein, zu sterben in dem Froste uns’rer Zeit!

 

… der eigentlich ein Vierzeiler aus trochäischen Vierhebern ist; ein vergleichender Blick lohnt sich da?!

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (9)

„Brunnen-Strophe“, ich erwähnte es schon, ist ein Verlegenheits-Begriff; bei irgendeinem Namen muss diese Strophe ja genannt werden! Als ich heute kurz in Conrad Beyers „Deutsche Poetik“ schaute, stellte ich fest, dass er diese Aufgabe, nun, rustikaler gelöst hat: Da die Strophe leicht zu handhaben sei und daher von dilettierenden Dichtern sehr geschätzt werde, nannte Beyer sie einfach eine Dilettanten-Strophe. Tja … Nicht nett, aber wahrscheinlich zutreffend. Das folgende Werklein, „Liebe“, stammt von Victor Ludwig Eduard von Cambecq:

 

Die Lieb‘ ist eine Blume,
Im Paradies erblüht –
Ein lichter Traum, der wonnig
Das Menschenherz durchglüht.

Die Lieb‘ ist ein Gedanke
Der Gottheit, groß und schön –
Und wer ihn denkt, kann mutig
Dem Tod ins Auge seh’n.

 

Das ist, vielleicht: ein ganz gutes Beispiel für ein dilettierendes Gedicht. Sein Verfasser war mir gänzlich unbekannt, aber heutzutage gibt es ja nichts, was das Netz nicht weiß; und so erfuhr ich dann aus Franz Brümmers 1913 erschienenem „Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart“:

Cambecq, Victor Ludwig Eduard von, * 1833 in Dorpat, kam in seinem dritten Lebensjahre nach Kasan, wohin sein Vater als Professor des römischen Rechts für die dortige Universität versetzt worden war. In Kasan empfing der Sohn seine Bildung; er widmete sich naturwissenschaftlichen, historischen und besonders philologischen Studien, starb aber schon 1854, kurz vor Abschluss derselben.

Hm. Ein Leben von nur 21 Jahren … Da blieb dann auch nicht viel Zeit, aus dem Dilettanten-Dasein herauszuwachsen; und die Sache mit „Dem Tod ins Auge seh’n“ bekommt so einen etwas anderen Klang?!

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (8)

Wenn man in Gedichtsammlungen des 19. Jahrhunderts stöbert, findet man neben guten Texten (meist von den „üblichen Verdächtigen“) auch viele nicht allzu überzeugende Werke. Oft gibt diesen die Brunnenstrophe Form – sie ist leicht zu füllen und gestaltet die Sprache trotzdem merklich. Niclas Müllers „Abends“ etwa, gefunden in „Deutschlands Dichter von 1813 bis 1843“, klingt so:

 

Die Abendglocke schallet
Und mahnt zur Ruh die Welt,
Ein stiller Friede wallet
Hin übers Ackerfeld.

O kehre, sanfter Friede,
In unsre Hütte ein,
Du sollst in meinem Liede
Dafür gepriesen sein.

 

Ja. Was soll man da noch sagen? Das ist dann schon wieder so schlicht, dass es überzeugend wirkt.  „In der Poesie ist er ganz und gar Autodidakt. Seine Lieder sind zart in Bildern und Gedanken und gediegen in der Form“, weiß Herausgeber Karl Gödeke über den Verfasser zu berichten, und man ahnt, was er damit meint … Die „gediegene Form“ lässt sich hier vielleicht an der Aufteilung beider Strophen in zwei gleiche Hälften erkennen (V1 + V2, V3 + V4), wozu die Brunnenstrophe allgemein neigt ; was der Satzbau leicht auseinanderdrückt, führt der Reim wieder zusammen, und  dieses Gegen- und Miteinander lässt die Strophe lebendig wirken.

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (7)

In (5) wurde schon einmal eine längere Strophe vorgestellt, in welcher die Brunnen-Strophe als Bestandteil auftauchte, ein Weihnachtslied; hier soll eine andere solche Strophe folgen. Ersonnen hat sie Martin Opitz, und mach anderer Barock-Dichter hat später von ihr Gebrauch gemacht!

Ihr Aufbau ist dabei ungewöhnlich: Die Strophe wird durch ein Reimpaar aus Alexandrinern eröffnet, und an diese beiden streng gebauten Langverse schließen sich dann die vier Kurzverse der Brunnen-Strophe an.

Ein Beispiel aus der geistlichen Dichtung, die fünfte Strophe  eines Gedichts von Johannes Scheffler; drüber steht „Sie begehrt den Brautschmuck von ihrem Bräutigam“:

 

Der Speer, der durch dein Herz und Seite hat gemusst,
Sei meines Herzens Trost und Kleinod meiner Brust.
Die Nägel lass mich haben,
Die deine Füß‘ und Händ‘
Am Kreuz für mich durchgraben
Und Mark und Bein zertrennt.

 

– Was in der Beschreibung wie eine recht abenteuerliche Zusammenstellung klingt, erweist sich im wirklichen Gedicht als ganz passend?! (Über den Inhalt ist dabei nichts gesagt.) Die Brunnen-Strophe ist in dieser Hinsicht sehr pflegeleicht, denke ich; sie lässt sich mit vielen anderen Formen zusammenstellen. Einfach selbst versuchen und neue Strophen ersinnen – oder die gerade vorgestellte Strophe nutzen; die ist nach der Barock-Zeit außer Gebrauch gekommen, würde sich aber sicher freuen, wenn sie wieder zu tun bekäme …

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (6)

Yvan Goll hat seinen bekannten Gedichtzyklus „Johann Ohneland“ auf Französisch geschrieben, einige wenige Texte daraus aber auch selbst ins Deutsche übertragen. Einer davon heißt „Johann Ohneland entdeckt den Engel“ und ist in der vierbändigen Ausgabe von Golls Lyrik, erschienen 1996 bei Argon, auf den Seiten 128 bis 133 des dritten Bandes zu finden. Ein etwas längerer Text also, ich beschränke mich daher auf die ersten vier Strophen:

 

Ich fiel aus Sterngefunkel
Der Sohn des Altair
Und fühl nun Erdendunkel
Hoch angestaut in mir

Die Kuh des Himmels brüllet
Stürzt Wolkgebirg und Damm
Mein Aug ist angefüllet
Mit eklem Erdenschlamm

Zwischen zwei engen Hüften
Wurde mein Stern gesät
Nun tief aus Erdenklüften
Schreit menschliches Gebet

Aus so versunkner Grotte
Entbindet sich das Leid
Und leiht dem nackten Gotte
Ein fleischgewirktes Kleid

 

– Und noch neun Strophen mehr; aber ich denke, man hört schon ganz gut, welchen Klang diese Strophe bei Goll hat in den 1930er Jahren?! Eigentlich sehr regelmäßig gebaut, dabei; nur in der dritten Strophe gibt es in den ersten beiden Versen eine versetzte Betonung im Verseingang, aber auch die ist ja beileibe nichts ungewöhnliches …

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (5)

Die Brunnen-Strophe ist auch ein gern genutzter Baustein beim Zusammenfügen umfangreicherer Strophen. Das lässt sich, passend zur Weihnacht, zum Beispiel an diesem alten und bekannten Weihnachtslied zeigen:

 

Es ist ein Ros‘ entsprungen
Aus einer Wurzel zart,
Wie uns die Alten sungen,
Von Jesse kam die Art
Und hat ein Blümlein bracht
Mitten im kalten Winter,
Wohl zu der halben Nacht.

 

– Denn die ersten vier Verse sind ja genau die Brunnen-Strophe! Allgemein verwirklicht diese siebenversige Strophe den alten, dreiteiligen Lied-Aufbau:

Es gibt einen „Aufgesang“, der aus zwei gleichen Teilen besteht („Stollen“); das sind hier „Es ist ein Ros‘ entsprungen / Aus einer Wurzel zart“, erster Stollen; und dann „Wie und die Alten sungen, / Von Jesse kam die Art“, zweiter Stollen. Soll heißen: Die Brunnen-Strophe bildet den Aufgesang!

Daran schließt sich der „Abgesang“ an, der sich in der Länge vom Aufgesang unterscheidet: er ist meist länger als ein Stollen, aber kürzer als der gesamte Aufgesang. Also hier mit drei Versen länger als ein Stollen mit zwei Versen, aber kürzer als der gesamte Aufgesang mit seinen vier Versen!

Auch in Hinblick auf den Reim und das Metrum unterscheidet sich der Abgesang: Hier führt er einen neuen Reim ein, während der sechste Vers reimlos bleibt – eine reizvolle“Waise“.

Insgesamt sieht das Silbenbild dieser Strophe also so aus:

x X / x X / x X / x a
x X / x X / x X b
x X / x X / x X / x a
x X / x X / x X b
x X / x X / x X c
x X / x X / x X / x
x X / x X / x X c

Eine sehr ausgeglichene und so angenehm zu schreibende wie zu hörende Strophe! Überhaupt ist der beschriebene Grundaufbau eines dreiteiligen Liedes wunderbar ausgewogen – wer einmal selbst eine Strophe entwerfen möchte, hat hier einen Rahmen, der viele eigene Gedanken zulässt und doch eine sichere Grundlage ist.

Und wer weiß, vielleicht lässt sich dabei ja auch die Brunnen-Strophe verbauen? Sie ist jedenfalls Ausgangspunkt sehr vieler längerer Strophen!

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (4)

Die Brunnen-Strophe ist allgegenwärtig; was oft dazu führt, dass man sie gar nicht mehr wahrnimmt, erst recht, wenn anderes die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein Beispiel ist Christian Morgensterns überaus berühmtes „Gruselett“:

 

Der Flügelflagel gaustert
durchs Wiruwaruwolz,
die rote Fingur plaustert
und grausig gutzt der Golz.

 

Da ist das Staunen und die Verwunderung über die Dinge, mit denen Morgenstern die Form füllt, so groß, dass die Form an sich ganz zurücktritt, und das, obwohl doch die Hebungen sehr deutlich und mit wenig Abwechslung besetzt sind! Schaut man sich ein wenig im Netz um, findet man diese Verse zum Erklären und Veranschaulichen von allem möglichen verwendet, nie aber dem der Form …

(Verwunderlich und ein wenig erschreckend dabei: wie oft das Gedicht Kindern in der Grundschule oder in fünften Klassen vorgesetzt wird – ist das wirklich sinnvoll, und wenn ja: auf welche Weise soll es geschehen? Bei Literaturcafe.de findet sich ein Beitrag, der „am Beispiel“ dieser Frage – vielleicht ein wenig zu empört – nachgeht …)

Spannend noch der Gedanke: Scheint die Form stärker durch, wenn das Gedicht in einer anderen Sprache erscheint? Max E. Knight hat in seinem 1964 bei „University of California Press“ erschienenen Auswahlband „The Gallows Songs“ das Gruselett so ins Englische übersetzt:

 

Scariboo

The Winglewangle phlutters
through widowadowood,
the crimson Fingoor splutters
and scary screaks the Scrood.

 

Erstaunlich, wie die Übersetzung eines solchen Textes überhaupt gelingen kann?! Aber hier steht sie, und ihre Wirkung kann nun jeder selbst beurteilen …

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (3)

Die Grundform der Brunnen-Strophe ist, auf die reine Silbenanzahl bezogen, diese:

x X / x X / x X / x
x X / x X / x X
x X / x X / x X / x
x X / x X / x X

– Und so wird sie in der Tat auch oft genug verwirklicht. Aber es ist eben auch eine Volksliedstrophe, und als solche neigt sie dazu, sich zahlreiche Freiheiten zu gestatten: Doppelt, ja dreifach besetzte Senkungen, versetzte Betonungen – die ganze Liste.

Das macht allen, die Ordnung in die verschiedenen Strophenarten bringen wollen, die Arbeit nicht leicht! Zum Beispiel diese Strophe von Heinrich Heine, ein Gedichtbeginn:

 

Der Abend kommt gezogen,
Der Nebel bedeckt die See;
Geheimnisvoll rauschen die Wogen,
Da steigt es weiß in die Höh.

 

Die Silbenverteilung sieht so aus:

x X / x X / x X / x
x X / x x X / x X
x X / x x X / x x X / x
x X / x X / x x X

– Ist das jetzt noch ein Abwandlung des oben gezeigten Silbenbilds der Brunnen-Strophe, oder schon eine Abwandlung dieses Silbenbilds …

x X / x x X / x x X / x
x X / x x X / x x X
x X / x x X / x x X / x
x X / x x X / x x X

… bei dem die beiden Innensenkungen durchgängig mit je zwei unbetonten Silben besetzt sind; einer eigenständigen und auch vielgenutzten Strophe?

Unmöglich zu sagen, Heines Strophe hält genau die Mitte: Bei einem Vers sind die beiden Innensenkungen einsilbig besetzt, bei einem Vers zweisilbig; bei einem Vers ist die erste Innensenkung einsilbig, die zweite zweisilbig besetzt, und beim verbleibenden Vers ist es genau umgekehrt!

Nun ist es nicht entscheidend wichtig, eine Schublade für jede je geschriebene Strophe zu haben; aber es zeigt sich schon, warum diese besondere Strophe so schwer zu packen ist, und warum „Volksliedstrophe“ ein Begriff ist, der oft aus Verlegenheit gewählt und benutzt wird.

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (2)

In Paul Celans 1952 bei DVA erschienenem Gedichtband „Mohn und Gedächtnis“ finden sich auch diese drei Strophen:

 

So bist du denn geworden
Wie ich dich nie gekannt:
dein Herz schlägt allerorten
in einem Brunnenland,

wo kein Mund trinkt und keine
Gestalt die Schatten säumt,
wo Wasser quillt zum Scheine
und Schein wie Wasser schäumt.

Du steigst in alle Brunnen,
du schwebst durch jeden Schein.
Du hast ein Spiel ersonnen,
das will vergessen sein.

 

Zu diesem die Form gewissenhaft erfüllenden Gedicht (mit „Brunnen – ersonnen“ als reizvoller Ausnahme beim Reim) kann man im Netz manches Lesenswerte finden; wer nicht selber nachschauen will, kann sich an die folgenden, mehr oder weniger zufällig ausgewählten Links halten, sie führen zu John Felstiner, Enklaar / Ester und fifty2go.de – wobei Letzterer die Verbindung von „Brunnenrand“ / „Brunnen“ zu Müllers „Am Brunnen vor dem Tore“ zieht, dann auch bezüglich der Form?

Da mag etwas dran sein oder nicht; alleine der Umstand, dass hier nach über 600 Jahren immer noch dieselbe Strophe im Gebrauch ist wie beim Adventslied des ersten Eintrags, und das diese Strophe auch schon im späten Mittelalter nicht mehr neu war:  alleine das bezeugt, denke ich, eine Form, die fortwirkt und dauert und nicht wegzudenken ist aus der deutschen Dichtung.

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (1)

Ich fände es reizvoll, wenn der Verserzähler neben der „antiken“ alkäischen Strophe auch eine Reimstrophe etwas ausführlicher vorstellt; daher diese neue Kategorie.

Augeschaut habe ich mir dafür die „Brunnen-Strophe“ – wobei ich mir diesen Namen einfach selbst ausgedacht habe; es ist halt die Strophe, die Wilhelm Müller für sein allüberall bekanntes „Am Brunnen vor dem Tore“ benutzt hat – dessen erste Strophe auch Hans Joachim Frank in seinem „Handbuch der deutschen Strophenformen“ als Beispiel verwendet.

Manchmal findet man die Form auch unter der Bezeichnung „Volksliedstrophe“, aber da das mal so, mal so gemacht wird und Verwechslungen und Verwirrungen vorbestimmt sind, scheint mir das nicht glücklich gewählt …

Einerlei. Die Form ist diese:

x X / x X / x X / x a
x X / x X / x X b
x X / x X / x X / x a
x X / x X / x X b

– Sehr vertraut und wahrscheinlich jedem bekannt?! Trotzdem denke ich, dass diese „Brunnen-Strophe“ eine wirklich trickreiche kleine Form ist, in der viel mehr steckt, als auf den ersten Blick vermutet wird! Auch ist sie Grundlage für viele andere Strophenformen, die ihrerseits wieder ganz eigene Reize haben. Für mich wurde die Achtung vor der Form jedenfalls immer größer, je mehr ich über sie in Erfahrung brachte!

Als erstes Beispiel füge ich nicht den Müllerschen „Lindenbaum“ an, sondern, es ist ja schließlich Advent, „Es kommt ein Schiff geladen“, ein altes Lied, dessen Text aus dem 14. Jahrhundert stammt:

 

Es kommt ein Schiff, geladen
Bis an sein’ höchsten Bord,
Trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
Des Vaters ewigs Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
Es trägt ein teure Last;
Das Segel ist die Liebe,
Der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft’ auf Erden,
Da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
Der Sohn ist uns gesandt.

Zu Bethlehem geboren
Im Stall ein Kindelein,
Gibt sich für uns verloren;
Gelobet muss es sein.

Und wer dies Kind mit Freuden
Umfangen, küssen will,
Muss vorher mit ihm leiden
Groß Pein und Marter viel,

Danach mit ihm auch sterben
Und geistlich auferstehn,
Das ewig Leben erben,
Wie an ihm ist geschehn.

 

Die Melodie des Liedes ist vielleicht nicht ganz so bekannt wie „Am Brunnen vor dem Tore“, aber sicher auch vielen im Ohr?! Wer mag, kann aber auch einmal hier hereinhören – oder in eine der anderen Fassungen, die allerdings oft nicht nur kitschig, sondern unerträglich kitschig sind …