Erzählformen: Die Brunnenstrophe (18)

Frösche sind beim Verserzähler recht häufig vertreten, da sie im „Königreich von Sede“ eine der Hauptrollen spielen! Da wundert es nicht, wenn ich beim Durchsehen von Gedichtsammlungen besonders auf Froschgedichte achte. Heute fiel mir eines von Karl Geisheim auf, „Frühlingsmusikanten“, aus dem ich drei Strophen vorstelle:

 

Quak, quak! so ging’s im Teiche,
Quak, quak! stimmt alles ein:
Kommt, kommt, ihr lieben Leute,
Der Frösche Gast zu sein.

Denn wahre Hexenmeister
Die Herren Frösche sind;
Man sieht sein blaues Wunder,
Wenn ihr Gesang beginnt.

Das fahle, graue Röckchen
Der Mutter Erde schwand,
Frosch rief sich einen Schneider,
Der hat es Grün gewandt.

 

Das ist … harmlos, aber immerhin auf recht niedliche Weise harmlos; und in der Brunnenstrophe auch in einer Form dargestellt, die diese Harmlosigkeit gutheißt und lächelnd unterstützt. Wobei die Frühlingskünste der Frösche am Ende noch relativiert werden:

 

Da will der Frosch wohl sagen:
Seht, das hab‘ ich gemacht;
Doch wird er ob des Dünkels
Dann billig ausgelacht.

 

Geisheim gibt noch den Hinweis „nach der Melodie von ‚Für fünfzig alte Weiber'“; da mir das aber nichts sagt im Moment, verweise ich auf Paul McCartneys We all stand together, mit dem es eine, äh: Schnittmenge gibt. Frösche, zum Beispiel; und man wundert sich …

Erzählformen: Die Brunnenstrophe (17)

Eine einfache Abwandlung der Brunnenstrophe entsteht, wenn der dritte Vers in Metrum und Reim verdoppelt wird. Den so entstandenen Fünfzeiler hat zum Beispiel Theodor Storm in „Verirrt“ verwendet:

 

Ein Vöglein singt so süße
Vor mir von Ort zu Ort;
Weh, meine wunden Füße!
Das Vöglein singt so süße,
Ich wandre immerfort.

Wo ist nun hin das Singen?
Schon sank das Abendrot;
Die Nacht hat es verstecket,
Hat alles zugedecket –
Wem klag ich meine Not?

Kein Sternlein blinkt im Walde,
Weiß weder Weg noch Ort;
Die Blumen an der Halde,
Die Blumen in dem Walde,
Die blühn im Dunkeln fort.

 

Wobei Storm verschiedene Dinge vorführt, die man mit dieser Form anstellen kann: Die Wiederholung des Reimworts aus V1 in V4 zum Beispiel ( „süße“ in S1, „Walde“ in S3); in S2 ist V1 ungereimt, was sich ergibt, wenn die ursprüngliche vierzeilige Strophe nur halbgereimt war (aus xaxa wird xabba). Das kann auch durch ein ganzes Gedicht hindurch tragen, die Beispiele dafür sind zahlreich! Friedrich Hebbels „Der junge Schiffer“ beginnt so:

 

Dort bläht ein Schiff die Segel,
frisch saust hinein der Wind!
Der Anker wird gelichtet,
das Steuer flugs gerichtet,
nun fliegts hinaus geschwind.

Ein kühner Wasservogel
kreist grüßend um den Mast,
die Sonne brennt herunter,
manch Fischlein, blank und munter,
umgaukelt keck den Gast.

 

Eine angenehm zu lesende Strophe, die sich auch ohne große Mühe schreibt und daher sicher einen Versuch wert ist!

Erzählformen: Die Brunnenstrophe (16)

Johann Wolfgang Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ war seinerzeit ein sehr, sehr berühmtes Buch – aber auch die Moritat, die Heinrich Gottfried von Bretschneider daraus gemacht hat, war wohlbekannt. Acht Strophen daraus:

 

Ein Pfeil vom Liebesgotte
Fuhr ihm durchs Herz geschwind:
Ein Mädchen, sie hieß Lotte,
War eines Amtmanns Kind.

Die stand als Vize-Mutter
Geschwistern treulich vor
Und schmierte Brot mit Butter
Dem Fritz und Theodor,

Dem Liesgen und dem Kätgen –
So traf sie Werther an
Und liebte gleich das Mädgen,
Als wär’s ihm angetan.

Wie in der Kinder Mitte
Sie da mit munterm Scherz
Die Butterrahmen schnitte –
Da raubt‘ sie ihm das Herz.

Er sah, beklebt mit Rotze,
Ein feines Brüderlein
Und küsst‘, dem Rotz zum Trotze,
An ihm die Schwester sein.

Fuhr aus, mit ihr zu tanzen
Wohl eine ganze Nacht,
Schritt Menuetts der Franzen
Und walzte, dass es kracht‘.

Sein Freund kam angestochen,
Blies ihm ins Ohr hinein:
„Das Mädgen ist versprochen
Und wird den Albert frein.“

Da wollt‘ er fast vergehen,
Spart‘ weder Wunsch noch Fluch,
Wie alles schön zu sehen
In Doktor Goethes Buch.

 

Rotze. Ja. Die zuvor, in diesem Ausschnitt und danach erzählte Geschichte ist jedenfalls die von „Doktor Goethe“ bekannte; das „wie“, die mutwillig unbekümmerte Füllung der so volkstümiich gewordenen Brunnenstrophe, gibt dem ganzen aber einen eigenen Klang und unterstützt die (auch angelegte) parodistische Wirkung aufs feinste?!

Erzählformen: Die Brunnenstrophe (15)

Die in (12) und (13) vorgestellte „doppelte Brunnenstrophe“ ist eigentlich die ältere Form, und die „einfache Brunnenstrophe“ die jüngere; trotzdem hat man fast auschließlich den Vierzeiler im Ohr, während der Achtzeieler heute fremd wirkt. Das liegt, auch und besonders, an der Romantik, die viele großartige, wirkungsmächtige Gedichte in volkstümlichen, kreuzgereimten Vierzeiler-Strophen geschrieben hat und diese Art Strophe als „Ohren-Maß“ eingeführt hat: Längere Strophen, wie sie vor 1800 beliebt und häufig waren, wirken heute fremd.

Die „doppelte Brunnenstrophe“ hat Robert Eduard Prutz 1841 benutzt, um seinen Band „Gedichte“ zu eröffnen mit „Den Dichtern“ – die zweite Strophe:

 

Wohl hört man allerorten
Von Unmut, Zwist und Streit,
Sie schmäh’n mit herben Worten
Auf diese schlimme Zeit:
Dass aus der Welt entschwunden
Die alte Märchenpracht,
Und keiner drin gefunden,
Was er als Kind gedacht.

 

Vor allem angesichts der letzten vier Zeilen ist die Wahl der Strophenform hier vielleicht ganz passend?! Als dieser Form eher fremder Inhalt wirkt, zumindest auf mich, dann die deutlich rhetorische Aufforderung der dritten Strophe:

 

Und sind so schlimm die Zeiten
Und ward die Zeit so schlecht:
Was mehr? So musst du streiten
Und kämpfen für das Recht.
Da gilt’s nicht Seufzer singen,
Schwermüt’ge Litanei’n,
Da gilt es fröhlich Ringen,
Gilt Mann mit Männern sein!

 

In der letzten Strophe schließlich kommen beide Stimmen zu Wort, die volkstümliche wie die gedanklich-aufrüttelnde, fein auf die beiden Strophenhälften verteilt:

 

Noch leuchten Gottes Sterne
Wohl über Land und Flut,
Noch gibt es nah und ferne
Viel Herzen fromm und gut:
Sie sollen nicht verderben!
Zu Taten, kühn und groß,
Soll dein Gesang sie werben:
Sieh, das ist Dichterlos!

 

Was er hier beschreibt, hat Prutz in seinem eigenen Dichten jedenfalls umgesetzt … Mit welchem Erfolg – nun ja; zu seiner Zeit war er jedenfalls ein bekannter und vielgelesener Mann!

Erzählformen: Die Brunnenstrophe (14)

Wenn man an die Brunnenstrophe denkt, hat man wahrscheinlich als erstens den kennzeichnenden Ton im Ohr, den die Strophe in der Romantik gewonnen hat: „In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad …“ Aber die Strophe war selbstverständlich auch vor und nach der Romantik in Gebrauch, in vielen und ganz verschiedenen Ausformungen. Ein Beispiel für einen etwas ungewohnteren Klang ist der dialektal gefärbte „Wert des Lebens“ von Adolf Glaßbrenner:

 

Er stand an dem Kupfergraben
Der Eckensteher Zimmt,
Er schaute hinab in das Wasser
Und war sehr trübe gestimmt.

„Wat soll ick mir länger hier quälen?
So’n Leben hab ick satt!
Ich stürze mir runter in’t Wasser,
Wo allens en Ende hat.“

So sprach er und machte schon Anstalt –
Da kam ein Kollege vorbei;
Der sagte: „Ich habe vier Groschen,
Die woll’n wir verkümmeln, juchei!“

Da besann sich der Zimmt ein wenig
Und rief: „Wat bin ick vor’n Tor!
Wat hilft mir denn ooch det Ersaufen?
Ick ziehe det Besaufen vor!“

Erzählformen: Die Brunnenstrophe (13)

Die in (12) vorgestellte „doppelte Brunnenstrophe“ hat eine Schwierigkeit: Wie kann sie sich gegenüber zwei einzelnen Brunnenstrophen als Einheit ausweisen?

Diese Strophe hat eine lange Geschichte: ihre Ursprünge liegen in der mittelalterlichen Heldenepik, sie wurde dann gerne als Form für Volksballaden und historische Lieder verwendet und kam schließlich auch als Kirchenliedstrophe in Gebrauch. Und im Lied kann die Strophen-Einheit durch die Musik, die Melodie erreicht werden!

Als Beispiel dafür kann „Fritzchen an den Mai“ von Christian Adolph Overbeck dienen, das Wolfgang Amadeus Mozart vertont hat unter leichter Veränderung des Textes, der mit dem Titel „Sehnsucht nach dem Frühlinge“ bei ihm so aussieht:

 

Komm, lieber Mai, und mache
die Bäume wieder grün,
und lass mir an dem Bache
die kleinen Veilchen blüh’n!
Wie möcht’ ich doch so gerne
ein Veilchen wieder seh’n!
Ach, lieber Mai, wie gerne
einmal spazieren geh’n!

Zwar Wintertage haben
wohl auch der Freuden viel;
man kann im Schnee eins traben
und treibt manch’ Abendspiel;
baut Häuserchen von Karten,
spielt Blindekuh und Pfand,
auch gibt’s wohl Schlittenfahrten
aufs liebe freie Land.

Doch wenn die Vögel singen,
und wir dann froh und flink
auf grünem Rasen springen,
das ist ein ander Ding!
Jetzt muss mein Steckenpferdchen
dort in dem Winkel steh’n,
denn draußen in dem Gärtchen
kann man vor Kot nicht geh’n.

Ach, wenn’s doch erst gelinder
und grüner draußen wär’!
Komm, lieber Mai, wir Kinder,
wir bitten gar zu sehr!
O komm und bring’ vor allem
uns viele Veilchen mit!
Bring’ auch viel Nachtigallen
und schöne Kuckucks mit!

 

Eigentlich sind es sogar fünf Strophen, aber Rudolf Schock lässt in seinem Vortrag die vierte Strophe weg (und hat auch sonst noch leichte Abweichungen, vor allem in der letzten Strophe).

Wem das zu „kinderliedrig“ ist, kann es mit einem anderen Klassiker versuchen: Bolle reiste jüngst zu Pfingsten. Wo „Bolle“, um ins Versmaß zu passen, eine doppelt besetzte Eingangssenkung ist, wie der Vortrag es ja auch umsetzt; der ältere Einsatz „Herr Bolle lenkt zu Pfingsten“ hat diese Schwierigkeit nicht …

Oder, etwas ernster, aber gleichfalls sehr bekannt: „Die Forelle“, geschrieben von Christian Friedrich Daniel Schubart, vertont von Franz Schubert.

Und immer so weiter, bis hin zu den unzähligen Kirchenliedern, mit am bekanntesten „O Haupt voll Blut und Wunden“ von Paul Gerhardt, der dabei einen mittelalterlichen lateinischen Hymnus übersetzte; ein Text, den auch Johann Sebastian Bach in der Matthäus-Passion benutzt hat.

Was dann zeigt: diese „doppelte Brunnenstrophe“ ist als Liedstrophe für so gut wie jeden Inhalt geeignet. Aber auch als reine Lyrikstrophe hat sie weite Verbreitung gefunden, wovon noch zu reden sein wird!

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (12)

Längere Strophen sind oft aus kürzeren Strophen zusammengesetzt, ganzen oder Teilen davon; im einfachsten Fall wird eine Grund-Strophe dabei verdoppelt. So hält es Robert Hamerling in „Viel Träume“:

 

Viel Vögel sind geflogen,
Viel Blumen sind verblüht,
Viel Wolken sind gezogen,
Viel Sterne sind verglüht;
Vom Fels aus Waldesbronnen
Sind Wasser viel geschäumt;
Viel Träume sind zerronnen,
Die du, mein Herz, geträumt.

 

– Eine Strophe, für die die Brunnenstrophe ganz einfach verdoppelt worden ist! Ganz einfach ist auch der Inhalt gestaltet – eine Aufzählung dichterischer Allgemeinplätze füllt Vers um Vers die erste Hälfte, um in der zweiten Hälfte abgewandelt fortgeführt zu werden und schließlich zum eigentlichen Anliegen des Textes zu gelangen, der so vorbereiteten Aussage der beiden Schlussverse.

Große Dichtung ist auf solchem Wege schwer zu erreichen, aber wirkungslos sind die Verse auf der anderen Seite sicher auch nicht; bei aller Schlichtheit ist ein Gestaltungswille spürbar, der weiß, was er will – und wie er es erreichen kann …

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (11)

Schaut man sich nach Beispielen für die Brunnenstrophe um, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschrieben worden sind, ist Peter Rühmkorf einer der ersten Verdächtigen. In „Gedichte“, erschienen 2000 bei Rowohlt, findet sich zum Beispiel auf Seite 225 „Das für Dritte unverständliche Lied“, dessen Anfang so klingt:

 

Oh nudeldicke Dirne,
da mir mein Glück missriet:
Ich nestle an der Stirne,
wo Kummer Fäden zieht.

Wenn Lieb wie Höllenhefe
den Busen schwellen macht;
mein Vogel an der Schläfe
kläfft in die schöne Nacht.

 

Metrisch streng umgesetzt!? Ab der dritten Strophe mischen sich dann vierhebige Verse in die Strophen, die dadurch nicht mehr als „Brunnenstrophen“ vernehmbar werden; aber die ersten beiden Strophen sind schöne, wirkungsstarke Verse, die die der Srophe eigene Bewegung sehr deutlich hörbar machen, mit der meist vorhandenen Zweiteilung und allem.

(Der Herausgeber dieses ersten Bandes der Rühmkorf-Werkausgabe, Bernd Rauschenbach, weist in  den Anmerkungen darauf hin, dass „nudeldicke Dirne“ ein Zitat ist aus dem Volkslied „Spannenlanger Hansel“.)

Es gibt noch andere Beispiele für die Verwendung der „Brunnenstrophe“ unter Rühmkorfs Gedichten, die alle hörens- und bedenkenswert sind! Wer Gelegenheit hat …

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (10)

In der Ausgabe der Werke Justinus Kerners, in der ich gerade lese, schreibt der Herausgeber Raimund Dissin: „Das Gebiet seiner Dichtung ist begrenzt, wie seine Persönlichkeit begrenzt ist: der Grundton seines Wesens ist der Schmerz; so ist auch Schmerz der Grundton seiner Poesie.“

 

Die schwerste Pein

Im Feuer zu verbrennen
Ist eine schwere Pein,
Doch kann ich eine nennen,
Die schmerzlicher mag sein.

Die Pein ist’s, das Verderben,
Das Los, so manchem fällt:
Langsam dahinzusterben
Im Froste dieser Welt.

 

– Wenn Kerner nicht selbst die Sache mit dem Schmerz bezeugt hätte im Vers, „Noch fließt die Quelle meiner Lieder: / Denn ihre Quelle ist der Schmerz“ – man käme wahrscheinlich auch so darauf anhand solcher doch eher hemdsärmligen Geradeaus-Gedichte wie dem hier vorgestellten; für die sich die Brunnen-Strophe aber vorzüglich eignet! Der Gedanke findet sich noch einmal in einem Zweizeiler aus dem Nachlass  …

 

Martyrtod in Feuersgluten, o wie bist du Kleinigkeit,
Denk‘ ich an die Pein, zu sterben in dem Froste uns’rer Zeit!

 

… der eigentlich ein Vierzeiler aus trochäischen Vierhebern ist; ein vergleichender Blick lohnt sich da?!

Erzählformen: Die Brunnen-Strophe (9)

„Brunnen-Strophe“, ich erwähnte es schon, ist ein Verlegenheits-Begriff; bei irgendeinem Namen muss diese Strophe ja genannt werden! Als ich heute kurz in Conrad Beyers „Deutsche Poetik“ schaute, stellte ich fest, dass er diese Aufgabe, nun, rustikaler gelöst hat: Da die Strophe leicht zu handhaben sei und daher von dilettierenden Dichtern sehr geschätzt werde, nannte Beyer sie einfach eine Dilettanten-Strophe. Tja … Nicht nett, aber wahrscheinlich zutreffend. Das folgende Werklein, „Liebe“, stammt von Victor Ludwig Eduard von Cambecq:

 

Die Lieb‘ ist eine Blume,
Im Paradies erblüht –
Ein lichter Traum, der wonnig
Das Menschenherz durchglüht.

Die Lieb‘ ist ein Gedanke
Der Gottheit, groß und schön –
Und wer ihn denkt, kann mutig
Dem Tod ins Auge seh’n.

 

Das ist, vielleicht: ein ganz gutes Beispiel für ein dilettierendes Gedicht. Sein Verfasser war mir gänzlich unbekannt, aber heutzutage gibt es ja nichts, was das Netz nicht weiß; und so erfuhr ich dann aus Franz Brümmers 1913 erschienenem „Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart“:

Cambecq, Victor Ludwig Eduard von, * 1833 in Dorpat, kam in seinem dritten Lebensjahre nach Kasan, wohin sein Vater als Professor des römischen Rechts für die dortige Universität versetzt worden war. In Kasan empfing der Sohn seine Bildung; er widmete sich naturwissenschaftlichen, historischen und besonders philologischen Studien, starb aber schon 1854, kurz vor Abschluss derselben.

Hm. Ein Leben von nur 21 Jahren … Da blieb dann auch nicht viel Zeit, aus dem Dilettanten-Dasein herauszuwachsen; und die Sache mit „Dem Tod ins Auge seh’n“ bekommt so einen etwas anderen Klang?!