Das Königreich von Sede (114)

Vom Schlaf gemieden, wach, doch von Träumen irr,
Verlässt die Kammer: Schemel. Die Wachmannschaft
Bemerkt ihn nicht beim Gang durchs Schlosstor,
Laute und Wein in der rechten Hand, der linken;

Am stillen Graben wartet der alte Narr
Dem Tag entgegen. Endlich vergeht die Nacht,
Als Licht die Dinge sucht und findet,
Frösche verwirklicht, die fröhlich quaken,

Dem Tag entgegen spielt nun auch Schemel, singt
Zur Laute Lieder, weckt so das ganze Schloss
Vom Schlaf; so mancher drückt sein Kissen
Fluchend aufs Ohr, und es nützt ihm: gar nichts.

Das Königreich von Sede (113)

Am stillen Graben, abends spät, als letztes Licht
Noch auf den Dingen ruht und ahnt,
Es muss bald schwinden, schaut des Königs alter Narr,
Schaut Schemel, und er blinzelt nicht,
Auf einen Frosch am Ufer, blinzelt nicht, den Sprung
Ins Wasser, den er kommen weiß,
Nicht zu verpassen, doch geschwunden ist das Licht,
Nichts sieht der Narr, sieht nichts und hört
Stattdessen, wie der Frosch, gesprungen muss er sein,
Ins Wasser klatscht; und weiß die Nacht.

Das Königreich von Sede (109)

Schemel steht, denn grau ist alles
Und November, in der Küche,
Wartet, nimmt den Topf vom Feuer,
Geht zum Eimer, gießt vom heißen
Wasser ein ins kalte, rührt dann,
Prüft dann mit der Hand – ein wenig
Gibt er nach, bis alles recht ist,
Tritt zurück und sieht drei Frösche
Steifen Beins empor sich werfen,
Auf den Rand zu und hinüber,
Und hinein in warmes Wasser
Spritzt zuerst und schlägt nun Wellen,
Darin still drei Frösche schaukeln,
Missgestimmt und doch zufrieden.

Das Königreich von Sede (106)

◡ —, ◡ ◡ —, ◡ ◡ — —,
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Als Strunk mit der Faust auf den Tisch schlägt,
Wackelt das Glas, und es schwappt Wein
Selig heraus; „Ich bin frei! Frei!“,
Ruft der, und laut – und verpfützt auf der Platte …