Die Vorratskammer

Adolf Stahr (1805 – 1876) war zu seiner Zeit ein auf vielen Gebieten tätiger Schriftsteller und dabei durchaus nicht erfolglos. Seine Gedichte allerdings, durch die ich mich gerade lese, sind … nicht so überzeugend. Eines schließt mit diesem Vers:

 

Mein Herz an dem Deinen aus Winter und Nacht

 

Wird da dem Herzen des / der Angeredeten bescheinigt, „aus Winter und Nacht“ zu bestehen? Das kitzelt das Ohr schon ein wenig! – Leider nicht; die gesamte zweite und letzte Strophe von „Frühlingshoffnung“ (ein Titel, der gedichtlich eher wenig Hoffnung macht) liest sich so:

 

Die Sonne geht unter, die Sonne geht auf
In des Daseins ewig hinkreisendem Lauf,
Durch ihre Macht
Zum Leben erwacht
Mein Herz an dem Deinen aus Winter und Nacht.

 

Öhöm. Aber man soll ja nichts verkommen lassen; ich nehme mir also den letzten Vers und packe ihn in meine dichterische Vorratskammer; da bleibt er liegen, bis ich bei Gelegenheit ein Cento schreibe oder einen anderen Text, in den ein solcher Vers passt – da wird er dann mit Verfasserangabe erscheinen, aber unter willentlichem Verschweigen der restlichen vier Verse …

(Für sich alleine, außerhalb des Rahmens einer Reimgedicht-Strophe: kann man diesen Vers als Vertreter der „Bewegungsschulen-Verses“ verstehen, wie ihn die hauseigene „Bewegungsschule“ nennt; außerhalb derer er allerdings als „Anapästischer Dimeter“ geführt wird.)

Der prosaische Rhythmus

Ein kurzer Abstecher zur Prosa. Geschrieben hat die folgenden Sätze Jean Paul, zu finden sind sie in seiner „Vorschule der Ästhetik“:

Freilich gibt es einen prosaischen Rhythmus; aber für jedes Buch und jeden Autor einen andern und ungesuchten; denn wie die Begeisterung des Dichters von selber melodisch wird, so wird die Begeisterung großer Menschen, von einem Luther an bis zu Lessing und Herder herüber, unwillkürlich rhythmisch. Ist nur einmal ein lebendiger und kein gefrorner Gedankenstrom da, so wird er schon rauschen; ist nur einmal Fülle und Sturm zugleich in einer Seele: so wird er schon brausen, wenn er durch den Wald zieht, oder säuseln, wenn er sich durch Blumen spielt.

Schön gesagt! Ich lese ja nicht mehr viel Prosa; aber bei Jean Paul kann man immer die Nase reinstecken … Und viel von dem, was er in der „Vorschule“ sagt, ist auch auf den Vers anwendbar:

Je mehr Kraft ein Werk hat, desto mehr Klang verträgts; der Widerhall gehört in große weite Gebäude, nicht in Stuben.

Jawoll! So isses!

Neues vom Anapäst

Im „Hinterzimmer“ des Verserzählers tut sich immer mal wieder etwas; in letzter Zeit sind einige kleinere Texte hinzugekommen unter Anapästische Verse, als allerletztes eine kurze Wesensbestimmung des Anapästs von Carl Seidel, gefunden in seinem „Charinomos“ (zweiter Band, 1828). Der kann man zustimmen oder auch nicht (mir scheint sie zwar im wesentlichen richtig, aber zu einschränkend), ein hilfreicher Fingerzeig ist sie allemal!

Als einen der Beispieltexte führt Seidel, wie fast alle anderen Metriker auch, Schillers „Taucher“ an. Der schließt so:

 

Wohl hört man die Brandung, wohl kehrt sie zurück,
Sie verkündet der donnernde Schall;
Da bückt’s sich hinunter mit liebendem Blick;
Es kommen, es kommen die Wasser all;
Sie rauschen herauf, sie rauschen nieder,
Den Jüngling bringt keines wieder.

 

Seidel merkt an:

Diese letzte Stanze ist wegen des hinsinkenden Rhythmus‘ der gegen das Ende hin wie ein Echo nach und nach verhallenden Anapäste, wegen der sanft ausklingenden weiblichen Reime und wegen des allmählichen Eintretens milderer Vokale und Konsonanten ein nachahmenswertes Meisterstück des Versbaus von charakteristischer Schönheit.

Und da, scheint mir, liegt er nun völlig richtig!

Vom Wohlklang der Reime

Wieder ein neuer Text im Hinterzimmer des Verserzählers: Vom Wohlklang der Reime.

Er enthält einen Teil einer Reimlehre Gottfried August Bürgers. Das liest sich sicherlich alles etwas altertümlich, hat aber auch Vorteile – da spricht jemand, der auch selbst ein Dichter war, über etwas, das unverzichtbarer Bestandteil seines Dichtens war, und das gibt dem Inhalt einen ganz anderen Klang als ihn modernere Reimlehren haben, die meist etwas leb- und geistlos wirken auf mich!

 

Reime von einfachen oder verdoppelten gleichen Konsonanten sind in männlichen sowohl als weiblichen Wörtern wohlklingend. Zum Beispiel gab, Bad, klar, empor, Natur, Stier, Gabe, Gnade, ziere, geboren, Fluren, Stamm, Lamm, Flamme, Kette, Affe und weitere.

Von gleichem, ja vielleicht noch vorzüglicherem Wohlklang sind auch die Wörter, in denen die flüssigen Konsonanten l, m, n, r sich vor andere stellen, weil sie sich mit dem folgenden sehr leicht vermählen, und dem Wort noch mehr Metallklang geben. Zum Beispiel Wald, Gestalten, stammte, Falbe, Stunde, warb, Garben, Sturme.

Wenn die flüssigen untereinander selbst sich gatten, so entstehen dadurch die schönsten, tönendsten Reime, zum Beispiel Halme, Palme; lerne, ferne; Zorne, Dorne; Harme, erbarme; und weitere.

 

– Als kleiner Ausschnitt. Das kann man nun für sich selbst annehmen oder ablehnen; aber alleine über das, was einer der berühmteren Reimer deutscher Sprache über den Wohlklang von Reimen schreibt, nachgedacht zu haben, bringt die meisten heutigen Reimfreunde (vor allem die am Anfang ihrer Bemühungen) einen nicht kleinen Schritt weiter, denke ich! Und sei es nur durch die Schärfung des Bewusstseins dafür, dass Reime nicht stumm auf dem Papier stehen, sondern gesprochener Klang sind und als solcher beurteilt werden wollen (und müssen).

Im Hinterzimmer

Im Hinterzimmer des Verserzählers hat sich eine weitere Abhandlung metrischen Inhalts eingefunden:

Über die Regeln des deutschen Jamben, geschrieben von August Wilhelm Schlegel.

Das liest sich nicht unbedingt leicht – es ist schon älter, die benutzten Fachwörter sind nicht immer geläufig, und es geht sehr in die Einzelheiten. Trotzdem wird jeder, der sich für metrische Fragen erwärmen kann, so dies oder das finden, worüber nachzudenken sich lohnt … Ich setzte hier nur einen kleinen Ausschnitt über den „Spondeus“ hin, einen antiken Versfuß aus zwei langen Silben, über den viel gestritten worden ist: Gibt es ihn überhaupt im Deutschen? Wenn ja, in welcher Form?! Schlegel schreibt dazu unter anderem:

Die gleich gewogenen Spondeen entstehen bei uns meisten nur aus Zusammenstellungen zweier einsilbiger Hauptworte; zum Beispiel der Strom braustv . Die Längen müssen so lang als möglich sein, wegen der gegenseitigen Wirkung der Silben aufeinander. Jede Länge misst sich gleichsam an der, die bei ihr steht; und wenn sie der anderen nur die geringste Schwäche anmerkt, wird sie gewiss ihren Vorrang geltend machen. Die Längen müssen einander also durchaus nichts anhaben können. Darum ist dieser Spondeus ein so sehr starker Fuß: zwischen seinen Bestandteilen ist immer eine Art von Kampf.

Ganz frei

Mir klingt immer noch Tieck im Ohr mit seinen nachlässigen Versen … Seine „Reisegedichte eines Kranken“ lassen erkennen, wie es wirkt, wenn er alle Fesseln abstreift:

 

 Der Rheinfall

Wer mag hier sprechen, zeichnen, malen, dichten?
Das Wort verstummt, die Hand erlahmt.
Vernimm mit Ohr und Augen, Geist,
Was hier geschieht, Natur in kühnster Sprache
Dir donnernd will enthüllen,
So bist du glücklich, ruhig und gesättigt,
Und fragst nicht, was es sei und dir bedeute.
Was unaussprechlich ist, sei dir das höchste.
Wenn der Naturgeist also zu dir spricht,
So horche gläubig, andachtsvoll:
Wozu dein Stammeln?

 

Gut: Fast alle Fesseln. Denn iambische Verse sind es noch immer, wenn auch unterschiedlich in Hebungszahl und Ausgang; und ungereimt. Nun kann man über den Nährwert des Inhalts streiten; bezüglich der Form scheint mir, sie fügt sich dem Tieckschen Denken in feiner Weise?!

Wer mag, kann zum Vergleich ja noch einmal bei den Rheinfall-Gedichten im Hexameter vorbeischauen.

Der cherubinische Wandersmann

Der „cherubinische Wandersmann“ ist eine Sammlung von zumeist sehr kurzen Epigrammen; geschrieben hat diese der christliche Mystiker Angelus Silesius im 17. Jahrhundert. „Sehr kurz“, das meint: ein Verspaar lang, und damit schließt sich dieser Eintrag an den gestrigen an, denn im Barock war ein solches Verspaar eben ein Alexandriner-Couplet!

Angelus Silesius, oder Johann Scheffler hat diese Form sehr sicher beherrscht, und schon nach dem Lesen von zehn, zwanzig seiner Epigramme ist ihr ganz eigener Tonfall so vertraut, das man hingeht und selbst Alexandriner-Couplets schreibt; ohne Mühe und eines nach dem anderen. Jedenfalls ging es mir so; wer selbst den Versuch machen möchte – hier eine kleine Kostprobe von sechs Epigrammen, einem aus jedem Buch des „Wandermanns“!

 

 Verachtet sein bringt Wonne (2/244)

Verlacht, verlassen stehn, viel leiden in der Zeit,
Nichts haben, können, sein: Ist meine Herrlichkeit.

 

Gott ist allem gleich nahe (5/72)

Gott ist dem Belzebub nah wie dem Seraphim:
Es kehrt nur Belzebub den Rücken gegen ihm.

 

Gott nichts und alles (4/38)

Gott ist ein Geist, ein Feur, ein Wesen und ein Licht:
Und ist doch wiederum auch dieses alles nicht.

 

Das menschliche Herze (3/111)

Gott, Teufel, Welt und alls will in mein Herz hinein:
Es muss ja wunderschön und großes Adels sein!

 

Ich tue es Gott gleich (1/18)

Gott liebt mich über sich: Lieb ich ihn über mich,
So geb ich ihm soviel, als er mir gibt aus sich.

 

Ein Wurm beschämt uns (6/32)

O Spott! Ein seiden Wurm, der wirkt, bis er kann fliegen;
Und du bleibst, wie du bist, nur auf der Erde liegen!

 

Das klingt hier und da etwas altertümlich, unvermeidlich; aber es lässt auch schon ahnen, wie eine größere Menge solcher Epigramme – und das meint hier: viele Hundert! – wirkt. Besonders gut ausdrücken lassen sich in diesem Rahmen Gegensätze, und Angelus Silesius macht von dieser Möglichkeit auch reichlich Gebrauch, ein Epigramm nach dem anderen ist so aufgebaut.

Das Alexandriner-Couplet

Zu Goethes Zeiten war es schon üblich, Epigramme in Distichen zu schreiben. Eines seiner eigenen Distichen aus dem Nachlass liest sich so:

 

Wenn ich den Dieben gebellt, Liebhabern hab ich geschwiegen,
Und so begünstigten mich beide, der Herr und die Frau.

 

Kein wirklich überzeugendes Epigramm?! Und auch der Inhalt ist schon früher dargestellt worden; schon von Martin Opitz! Zu dessen Zeit war der bevorzugte Rahmen für das Epigramm das Alexandriner-Couplet, also ein Verspaar dieser Art:

x X / x X / x X || x X / x X / x X / (x)
x X / x X / x X || x X / x X / x X / (x)

Darin klingt derselbe Inhalt dann so:

 

Grabschrift eines Hundes

Die Diebe lief ich an, den Buhlern schwieg ich stille.
So ward vollbracht des Herrn und auch der Frauen Wille.

 

… Und wenn ich mich entscheiden müsste: Hier wäre ich für das altehrwürdige Barock-Epigramm. Die Dichter des 17. Jahrhunderts wussten mit ihrem Leib-und-Magen-Vers, dem Alexandriner, umzugehen; und gute Epigrammatiker gab es damals auch. Einige!

Die Lindenschmidt-Strophe

Im 21. Jahrhundert mit Versen erzählen – wenn überhaupt, geht das meinem Gefühl nach eher mit ungereimten als mit gereimten Versen, und eher mit gereihten Einzel-Versen als mit in Strophen gebundenen Versen. Reimstrophen sind, so gesehen, nicht die beste Wahl … Erst recht nicht kreuzgereimte vierhebige Vierzeiler, die klingen so nach Gestern, dass es wehtut?!

Einige Strophen gibt es aber doch, denen man zutraut, dieses Kunststück zu vollbringen; eine davon ist die sogenannte „Lindenschmidt-Strophe“. „Genannt wurde die Form nach dem historischen Lied vom Räuber Lindenschmidt, das in dieser fünfzeiligen Strophe bald nach dessen Enthauptung 1490 entstand und weite Verbreitung fand“ – so Horst Joachim Frank in seinem wunderbaren „Handbuch der deutschen Strophenformen“. Wenn man so will, also eine Strophe von Vorgestern; sie war im 16. Jahrhundert sehr beliebt, wurde aber von den Barockdichtern kaum verwendet und blieb auch danach weitgehend vergessen.

Wie aber sieht sie aus? So:

x X / x X / x X / x X a
x X / x X / x X / x X a
x X / x X / x X / x .. b
x X / x X / x X / x X
x X / x X / x X / x .. b

– Also ein betont schließendes Reimpaar aus iambischen Vierhebern, denen ein unbetont schließender iambischer Dreiheber folgt, der nach Einschub eines weiteren, diesmal reimlosen Vierhebers im fünften Vers von seinem Reimpartner ergänzt wird.

Als Beispiel nehme ich einen eigenen, allerdings ein klein wenig albernen Text:

 

Die Katze sitzt im Hühnerstall.
Warum? Wer weiß; auf keinen Fall
Will sie dort Eier legen –
Vielleicht sucht sie nach einer Maus,
Vielleicht nur Schutz vorm Regen …

 

– Trotzdem zeigt sich schon, die Lindenschmidt-Strophe kann auch als Einzelstrophe stehen und dabei epigrammatisch oder eben, auf kleinstem Raum, erzählend gestaltet sein?! Dann wirkt sie fast wie ein Madrigal: unterschiedliche Zahl der Hebungen in den Versen, unterschiedliche Reimanordnungen, eine Waise (also ein ungereimter Vers) …

Aber üblicherweise hat ein Text mehrere Strophen. Ein Erzähltext aus dem 17. Jahrhundert ist das „Lied vom Schlaraffenland“:

 

Nun höret zu und schweiget still,
Was ich euch Wunders sagen will
Von einem guten Lande;
Es bliebe mancher nicht daheim,
Könnt´ er dahin gelangen.

Die Gegend heißt Schlaraffenland,
Ist faulen Leuten wohl bekannt,
Liegt hinterm Zuckerberge;
Und willst du in das Land hinein,
Friss dich hindurch die Zwerche.

Der Berg ist schier drei Meilen lang,
Doch beiß dich durch und tu dir Zwang:
Gelingt dir´s ohne Schaden,
So findest du die Häuser all
Gedeckt mit Eierfladen.

 

– Und immer so weiter noch ein gutes Dutzend Strophen lang! (Zwerche, Zwerch: „Querrichtung im Gegensatz zur Längsrichtung“, sagt der Grimm.)

Aber auch das geistliche Lied hat sich dieser Strophe bedient – Paul Gerhardt dichtete etwa:

 

Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun
Und Werk in deinem Willen ruh’n,
Von dir kommt Glück und Segen;
Was du regierst, das geht und steht
Auf rechten, guten Wegen.

 

– Das ist die erste der 14 Strophen des Liedes.

Heute ist die Lindenschmidt-Strophe gründlich vergessen. Ein bekanntes Studentenlied verwendet sie allerdings doch: „Es steht ein Wirtshaus an der Lahn“ – welche der unzähligen Strophen da nun wirklich zugehören, habe ich nie verstanden … Eine immerhin mögliche:

 

Frau Wirtin hat auch eine Magd,
Die hat ein tolles Spiel gewagt:
Sie tät sich unterfangen
Und bracht‘ den Flöh’n das Tanzen bei;
Hei, wie die Tierchen sprangen!

 

Davon ausgehend und dementsprechend auch nach der Lindenschmidt-Strophe gebaut sind die „Wirtinnen-Verse“ mit ihren oft ziemlich … unanständigen Inhalten!

Bei all den Liedern kann es nicht schaden, zumindest für dieses mal einen Link zu setzen – eine nette Fassung der Comedian Harmonists, aus den 30ern. Man kann aber auch andere finden!

Eine wandlungsfähige Strophe also, die dem Ohr nicht den immer und immer wieder gehörten Tonfall der meisten vierzeiligen Strophen vorklingelt; von daher einen Versuch wert – ich kann aus eigener Erfahrung jedenfalls sagen: es lohnt sich, die Lindenschmidt-Strophe ist eine anpassungsfähige Form, die hinhören lässt; und vor allem macht es Spaß, sie zu schreiben!

An den Schluss stelle ich noch mal etwas eigenes – da es um das Erzählen mit Versen geht, eine in meinem „Königreich von Sede“ angesiedelte Strophe:

 

Prinzessin Sofarosa denkt,
Derweil sie geht, und also lenkt
Sie ihre holden Schritte
Zu keinem Ziel; sie zieht im Kreis
Um ihres Denkens Mitte.

Anagramm-Geplauder (3)

Romantik ist ein Wort vieler Bedeutungen, als Anagramm-Quelle aber nicht sonderlich ergiebig?! Schaut man trotzdem, was sich machen lässt, stößt man auch auf einen Ausdruck äußerster Nicht-Romantik: Arm in Kot.

Derlei beiseite lassend, müsste man schon einige begriffliche Vorbereitungen treffen, sollen andere Anagramme Sinn ergeben … Versteht man „Romantik“ zum Beispiel nicht als eine „kulturgeschichtliche Epoche“, sondern als einen „sentimentalen Zustand des Gefühlsreichtums“, und nimmt man „Akt“ als den „Geschlechtsakt beim Menschen“ (alle Bestimmungen: Wikipedia), und schätzt man schließlich Rom als einen Ort ein, der „romantisch“ sein kann (eine Google-Suche lässt da durchaus hoffen): dann kann man, nach all diesen Vorbereitungen, einen kleinen begriffsbestimmenden Text wagen wie den hier:

Romantik:
Akt in Rom.

Aber das ist sicherlich ein Ertrag, der dem Aufwand wenig angemessen ist.

Obwohl, „kulturgeschichtliche Epoche“ – da gibt es auch eine anagrammatischen Widerspruch, gewissermaßen: Rom, Antik, Romantik – Welcher Begriff passt nicht in diese Reihe?! „Sesamstraße für Fortgeschrittene“, ich weiß; auch schlicht in der Art der Anagrammverfertigung …

Stimmungsbilder lassen sich vielleicht noch finden:

Karton / im
Kamin / rot /
Romantik

Auch kleine Szenen lassen sich entwerfen, verschiedene:

Im Karton:
Romantik.
Martin: „Ok,
Oma, trink!“

Aber gleichgültig, welche man wählt: Alle sind eher traurig als romantisch …