Die Uz-Strophe (14)

Wieder auf andere Art abgewandelt hat die Form Johann Ludwig Huber in „Noch ein grämliches Festungslied“ (Huber hatte seinen Herzog an einem Rechtsbruch gehindert und musste dafür ein halbes Jahr lang in „Festungshaft“). Sechs Verse:

Entreißen will ich mein Unglück und Leid dem sarkastischen Lächeln
Der Bosheit, die mit Tränen spielt.
Die Welt soll durch mein Herz und nicht durch mimische Künste
Mein Angesicht erheitert sehn!
Kein Schicksal wird leichter durch Tränen: sie wären sonst reichlich zu weinen,
Und schätzbarer als alles Gold.

Was fällt auf?

– Der Text baut sich nicht strophisch auf, sondern reiht Verspaare aus Sechs- und Vierhebern.

– Der „große Uz“ ist sehr frei gebaut: Die weibliche Zäsur ist häufig (V1, V5), mancher Halbvers hat gar keine doppelt besetzte Senkung (V3), mancher hat zwei (V1, V5).

– Der Vierheber ist durchgängig iambisch: ◡ —, ◡ —, ◡ —, ◡ —.

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