Erzählverse: Der trochäische Vierheber (72)

Liebster Bruder, ich schicke dir hier einige Späße, denn da das Wetter schon sehr schlecht zu werden anfängt, so darf man das Lachen nicht ganz verlernen.

So Friedrich Schlegel in einem im November 1807 an seinen Bruder August Wilhelm gerichteten Brief; einer der angesprochenen Späße ist mit „Spanisch“ überschrieben, und seine Verse sind die den Romantikern aus dem Spanischen wohlvertrauten trochäischen Vierheber:

 

An dem Quell der Langeweile
Lag die Dichtkunst hingegossen,
Ihre Kinder, die Vokale,
Brachten große Wasserblumen.
Aus den Blumen Funken wurden,
Kleine LIchter funkelnd kamen,
Die, zu Wasser bald erloschen,
Als Romanzen talwärts eilen,
Die nun fließen und nun funkeln
Auf des Klanges leichten Spuren.

 

Ist das „spaßig“? Hm. Aber ein gutes Beispiel für ein Gelegenheitsgedicht ist es allemal, und es zeigt die diesbezüglichen Möglichkeiten des Vierhebers recht deutlich! (Wobei dem Text, insgesamt und von der Bewegung her, der Verzicht auf einige der leblosen „-en“ am Versende sicher gutgetan hätte.)

Ein Gedanke zu “Erzählverse: Der trochäische Vierheber (72)

  1. Lieber Ferdi,

    mir ließ eine Auffälligkeit keine Ruhe -der fehlende Spaß, der Titel und die typische Achrostichonreihe. Den Spaß wird es womöglich nicht im Text „Dada“ haben sondern könnte im Zusammenhang mit der Oper stattgefunden haben ( Einladung, Erzählung…. oder ähnliches dazu)
    „Der Kalif von Bagdad“ ( wieso er das dann wohl mit K geschrieben hat? Außerdem sind es 4A…)
    Das Gedicht soll ein Rätsel oder Hinweis sein denke ich (…diese Gedankenschleifen seufz)

    Liebe Grüße Täubchen

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