Erzählformen: Die Brunnenstrophe (22)

Um den in den letzten beiden Brunnenstrophen-Einträgen begonnenen Gang in die Gegenwart abzuschließen, hier ein Verweis auf an meinen vater von Arne Rautenberg, gestern auf faz.net im Rahmen der Frankfurter Anthologie von Kai Sina vorgestellt und besprochen, dazu von Thomas Huber gelesen. Eine Brunnenstrophe ist dabei allerdings nur die erste der drei verarbeiteten Strophen. Das gegebene Schriftbild sieht wüst aus:

 

für dich bin ich
gestorben
so wurds mir kolportiert
was zwischen uns
verdorben
hat unsern weg

markiert

 

Huber lässt sich im Vortrag davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen und liest diese und die anderen beiden  Strophen als Einheiten. Deutlich aktuellere Brunnenstrophen werden sich kaum finden lassen; „an meinen Vater“ stammt aus einem 2017 erschienenen Lyrikband Rautenbergs, „nulluhrnull“.

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