Erzählverse: Der iambische Siebenheber (6)

Wer allzusehr mit Worten pocht, gibt deutlich an den Tag,
Dass seine Lunge ziemlich viel, sein Herze nichts vermag.

 

Der Schluss eines Epigramms und zwei sehr barock klingende Verse – was ein guter Hinweis auf ihren Urheber ist: geschrieben hat sie Friedrich von Logau, sicher einer der besten deutschen Epigrammatiker des 17. Jahrhunderts!

Das „ziemlich“ sieht wie ein Füllwort aus, aber trotzdem tut den Versen die Aufteilung in ungleich lange Teilverse gut (vier Hebungen || drei Hebungen); sie wirken lebendiger und abwechslungsreicher.

(„Pochen“ war früher ein weiteres Wort als heute – das grimmsche Wörterbuch gibt auch „ungestümes, zorniges, unmutiges, trotziges, hoffärtiges, prahlerisches, höhnisches Auftreten, Handeln und Reden“.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.