Wortvergnügt (4)

Heute ist mir ein ungewöhnliches Wort aufgefallen in einem Brief, den Gottfried August Bürger an Christian Gottlob Heyne geschrieben hat – der entsprechende Satz:

Da es indessen keine Kunst sein würde, gegengrob zu sein, so täte dies alles noch nichts.

Gegengrob! Höchst ungewöhnlich, werden doch mit dem Präfix „gegen-“ nur Substantive gebildet, „Gegen-satz“, „Gegen-teil“, und viele mehr. Aber Adjektive?!

Der Online-Grimm führt zu gegenhart an:

Gegenhart, gekürzt aus hart gegen hart, Hartes mit Hartem vergeltend, und ergänzt: Es wird solcher kurz und fein bezeichnenden Adjektivbildungen mit „gegen“ mehr gegeben haben.

„Kurz und fein bezeichnend“ – das trifft es gut, glaube ich?! Zu gegenklug finden sich im Grimm noch diese Verse von Burkhard Waldis:

Es ist mancher so gar verschlagen
Und denkt, er sei so klug allein.
So find’t er doch zu Zeiten ein‘,
Der auch geschickt und gegenklug
Kann Trug vergelten mit Betrug.

Schon etwas älter, keine Frage, aber trotzdem ein schönes Beispiel für eine Gestaltungsmöglichkeit, die man im Hinterkopf behalten sollte – wirksam ist sie sicherlich!

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