Bücher zum Vers (49)

Janos Riesz: Die Sestine

Sestinen sind recht umfangreiche Gedichte, sie haben 39 Verse; und im Aufbau sehr ungewöhnlich. Daher sind sie seit dem Mittelalter zwar immer wieder geschrieben worden, aber nie in übermäßig großer Zahl, und im Deutschen noch seltener als in anderen europäischen Sprachen und Literaturen.

Eine neuere Sestine von Oskar Pastior (der ein ganzes, durchaus lesenswertes Büchlein mit Seistinen gefüllt hat) gibt es auf lyrikline zu lesen und zu hören:

fortschreitender metabolismus in einer sestine

– Aber wie das so ist mit Pastiors Texten – sie sind gewöhnungsbedürftig. Ein besseres Beispiel ist also vielleicht diese Sestine von Elizabeth Bishop:

A miracle for breakfast

Wenn man aber nun wissen will, woher die Sestine kommt, wer sie in den letzten achthundert Jahren geschrieben hat, welche Form sie im Deutsche, Englischen, Französischen, Italienischen und Spanischen angenommen hat, welche Inhalte in ihr umgesetzt worden sind: Dann ist man im Buch von Riesz gut aufgehoben. Erschienen 1971 bei Fink verhandelt es auf über 300 Seiten all das und noch mehr.

Vor allem, wenn man selbst (deutsche) Sestinen versuchen möchte, lohnt ein Blick in diesen Band also auf jeden Fall!

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