Der alte Streit

Eins muss ich dir, mein Kind, noch sagen:
Wie schön, wie schön ist dieses kurze Leben,
Worin noch jener Liebe Küsse beben,
Mit Wonnen, Hoffnungen, Entzücken, Plagen,

Und jedesmal mit innerem Behagen.
Ein rätseltiefer Einblick war gegeben,
Viel goldne Bilder sah ich um mich schweben;
Mein Ruhen ist ein ewig frisches Wagen.

Und dennoch, horch! Was flüstert mir im Herzen?
Was Liebe glaubt und hofft – ach der Verstand,
Bewohnt von bunten Spielen, Tänzen, Scherzen,

Zu wunderlichen Zuckungen sie band
Und seufzt vor bittrer Lust und süßen Schmerzen –
Noch hält auf uns der Zwingherr seine Hand.

 

Die Verse dieses Cento-Sonetts habe ich mir in dieser Reihenfolge ausgeliehen bei: Karl Marx, Gottfried Keller, Hermann Ling, Johann Wolfgang von Goethe, David Friedrich Strauss, Martin Greif, Theodor Körner, Joseph von Eichendorff, Robert Eduard Prutz, Stefan Andres, Wilhelm Müller, Albrecht Haushofer, Wilhelm Müller, Adelbert von Chamisso. Ich danke den genannten Herren!

Ein Gedanke zu “Der alte Streit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.