Bericht: LESUNG IM DEUTSCH-AMERIKANISCHEN INSTITUT HEIDELBERG

LESUNG IM DEUTSCH-AMERIKANISCHEN INSTITUT HEIDELBERG

Am 20. März 2017 hat echolot im DAI Heidelberg gelesen. Unter dem Titel „Heidelberger Jungautoren und ihre Kunst“ haben Laia Olive und Safak Saricicek von echolot gemeinsam mit Manuel Beck und Katharina Dück von dem Dichterkreis KAMINA ihre Werke präsentiert. Den Abend moderierte der Heidelberger Autor Markus Imbsweiler.
Fotos: Anton Dück.

Die AutorInnen schritten nacheinander, nach dem sie ein erstes Gedicht im Stehen vorgetragen hatten, auf die Bühne. Markus Imbsweiler stellte die Autoren zunächst jeweils vor. Im Anschluss gab jeder Poet eine kleine Kostprobe, kleine Häppchen seiner kreativen Tätigkeit zum Besten. Laia Olive erfreute das Publikum mit einer Schreibmaschinen-Live-Performance, Safak Saricicek und Katharina Dück trugen Gedichte aus ihren Debüts vor, Manuel Beck aus seinem neuen Gedichtsband.

Nach den Lesungen sang Yannick Niedworok, Frontsänger der Singer-Songwriter-Band Manuel Ría und Teilnehmer von echolot, zu seinem Gitarrenspiel dem Publikum eigene Songs vor, die etwa Themen wie Sehnsucht, Liebe und Wandel behandeln. Das Publikum, das aus Kunstinteressierten jeder Altersgruppe und Metiers bestand, wurde bei einem der Lieder eingeladen, mitzusingen und stimmte ein.

Auf eine kurze Pause, in der die Zuhörer, Literaten und Musiker sich unter anderem vor Ort mit Suppe stärken sowie die fraglichen Werke ergattern konnten, ging es mit Diskussionen weiter, bei denen die Zuhörer ausdrücklich gebeten wurden, sich einzubringen. Die Diskussion drehte sich um die Funktionsweise, Ziele und Möglichkeiten von den Literaturkreisen.

Im Laufe der Diskussionen konnten folgende Punkte herausgearbeitet werden: Bei KAMINA steht vor allem die gemeinsame Textarbeit im Fokus, beispielsweise anhand von literarischen Übungen, während bei echolot eher die Besprechung von Texten im Vordergrund steht, die ohne Vorgaben eingereicht werden. KAMINA, welche bereits einige Jahre länger als echolot bestehen, wiesen auf die längerfristigen Entwicklungen von Literaturgruppen hin; Schwierigkeiten entstehen, wenn z.B. Mitglieder ihr Studium beendeten oder aus Heidelberg wegzögen. Echolot wies u.a. darauf hin, dass Literaturgruppen durch ihre Textarbeit auch zu politischeren Texten ermuntern und so zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen könnten. Zum Schluss wiesen beide Gruppen auch auf die Notwendigkeit der Vernetzung der Literaturgruppen in einer „Literaturszene“ hin, erste Erfolge waren bereits zu verzeichnen, so etwa bei den Literatouren oder der Dichterkolchose, wo regionale Künstler zusammen gelesen und performt hatten. Der Abend fand seinen gemütlichen Ausklang mit einem weiteren passionierten Lied Manuel Rías.

Im Ergebnis war die Veranstaltung im Rahmen des Local Monday im DAI sowohl für die Zuhörer als auch für die beiden Heidelberger Literaturgruppen ein Genuss, angenehm balanciert mit unterschiedlichsten, immer aber leidenschaftlichen Beiträgen.

 

Şafak Sarıçiçek

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