September (2017)

Schon wieder so ein Jahreszeitenwechselmonat.
Wasser, zu viel, in Asien und in US.
Hier sind’s nur seine Ăpfel, die,
zahlreich und schwer geworden
den Baum zum Fallen brachten.
Daheim, wo sie zu wenig davon haben,
steht eine Wahl, kein Umsturz, an.
Noch grenzen Blüten, bunte Tupfer,
sich ab von vollem grünen Laub.

Zwei Bomben in den Schlagzeilen der Medien
die eine alt, und routiniert entschärft
von Dieter und René im Einvernehmen,
die andre neu, bedrohlich, bebend.
Bevor es dunkelte, heute ein rosaroter Himmel,
so rosa wie der Lachs auf unsern Tellern.
If Kim and Trump would burn their thumbs
on salmon’s juices, and lick them: none
would be any wiser, I’m afraid.

Irma jagt Harvey hinterher, und ihr Jose,
wir lernen Namen kleiner Inseln der Karibik.
Europa hadert noch mit seinem Brexit Sturm
vom letzten Jahr, verhandelt seine Folgen.
Meteorologen Irlands und UKs
einigten sich unterdessen schon
auf Namen ihrer Stürme der Saison:
Aileen, gefolgt von Brian, Caroline dann Dylan,
usw. Erdbeben tauft man bisher nicht.

Fast spitzbübisch die rosa Blüten
der hohen Japananemonen, wie sie verschmitzt,
in Wind und Regen heiter schwebend,
zu mir herüberlächeln: Sind wir nicht hübsch?
Ja ja, natürlich. Ist ja eure Hoch-Zeit.
Doch hätt‘ ich euch nicht unterstützt,
würdet ihr jetzt am Boden liegen.
Mich friert. Und werde trotzdem nicht verreisen,
weder nach Deutschland, noch in die Türkei.

Ich klaube Äpfel, pflücke Äpfel,
Eimer über Eimer Äpfel.
Duck mich unter schweren Zweigen
voller grüner harter Äpfel, nass.
Meine Augen, apfelrund gerichtet
auf den Grund darunter und nach oben,
würd ich gerne über lange Strecken
hin und wieder Apfelmissiles werfen,
manch einem an den Kopf

(“The most beautiful sound I ever heard:
Maria, Maria, Maria, Maria . . .
All the beautiful sounds of the world in a single word . . .
Puerto Rico, You lovely island . . . Island of tropical breezes.
Puerto Rico . . . You ugly island . . .Island of tropic diseases
Always the hurricanes blowing
Nobody knows in America Puerto Rico’s in America!
I’ll bring a T.V. to San Juan.
If there a current to turn on!”)*

“Equinox” lässt mich an Pferde und an Ochsen denken.
Ein Zwittertier, das jährlich zweimal umgeht
und tag- und nachtgleich wiehernd, muhend
einmal den Herbst und dann den Frühling meint?
In Wahrheit weiss es wahrscheinlich gar
nicht von Jahreszeiten noch von seinem Namen,
und dass es existiert in Menschenköpfen
und -kalendern im Lauf des Jahres –
dreht sich bloss wohlig um im Schlaf?

Ich klaubte weiter grüne Äpfel,
pflanzte gelbe Chrysanthemen
in Blumenkästen,
und pflückte altbewährte
schwarze Brombeeren
für Marmelade.
Blau war dabei der Himmel,
ungewählt. Ganz unabhängig davon
schien übrigens die Sonne.

Google wird kugelrunde neunzehn,
Twitter testet längere tweets. (Darf Trump schon?)
Saudische Frauen dürfen Auto fahren. (Wohin?)
Macron will nicht auf Niedersachsen warten,
während ein Ehepaar in Germany ihn
sich zum Vorbild nimmt:“CSU” en Marche.
Schengen wird harsch aufgemengt.
Keiner will Kurden, Katalanen unabhängig haben.
Aus meinem Kopf kullerten Käfer.

Johnson zitiert Lyrik. Trump schimpft auf Puerto Rico.
Das Letzte ist wohl, wenn der Teufel auf Brombeeren spuckt.
Wieder werden Blätter, Kiefernnadeln zusammengekehrt,
drinnen brennt Licht, hier, denn Fenster sind dunkel geworden.
Was Äpfel waren, gärt zu Wein, vielleicht. Who knows?
Wirbelte putzig Staub in meiner Küche auf,
der fröhlich im niedrigen Sonnenlicht tanzte.
Was ich davon nicht einfing,
legt sich woanders hin.

*excerpts from West Side Story

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