Der fliegende Besen

Damals hatte ich als Geschenk ein ziemlich grosses, selbstgemaltes, gerahmtes Bild vom Schwesterle mitgenommen. Hinter ihr war noch ein klein wenig vom grossen Bruder zu sehen. Den beiden hatte G.D. Auf die Welt geholfen, den wir holten, weil sich Spotty’s Vagina nach aussen gestülpt hatte, und sich nichts tat, als sich hätte was tun sollen. Mit Schnüren und viel Rumgewurstel in ihr brachte er die beiden ans Tageslicht. Den grossen Bruder steckte er erst mal in den Wassereimer, um ihn zu beleben. Spotty war die Wochen davor so komisch herum”stolziert”. Wir dachten an Calziummangel und gaben ihr Spritzen. Es stellte sich heraus, dass beide sowohl vertikal als auch horizontal verkehrt herum in ihr gelegen waren. Kein Wunder also.

Was ich heute aber eigentlich erzählen wollte: Ich bin also mit diesem grossen Bild geflogen. Von Belfast. Das war damals immer am billigsten. Umsteigen in London, Amsterdam oder Birmingham. Und ich trug das Ding mit mir herum und in die Flugzeuge. Keiner fragte mich, was das war. Die Stewardessen nahmen es lediglich freundlich nach hinten ins Flugzeug mit während der Flüge, denn zwischen den Sitzen hätte es echt gestört. Da war kein Platz dafür.

Das war noch vor 9/11 2001, ja. Aber die Ereignisse damals sind nicht der Grund, warum Fliegen heute so gepäckarm ist. Denn 5 Jahre später flog ich mit einem Besen. Wieder ein Geschenk. Ein dekorativer Besen, als Geschenk verpackt. Mit dem bin ich wieder umgestiegen, habe auch ihn mit mir herumgetragen. Die Stewardessen wieder genauso freundlich. Also ja, heute kommt einem das echt lächerlich vor, sich mit so etwas auf Flugreise zu begeben. Aber damals gab es auch noch was zu Essen im Flieger.

Es sind die Billigfluggesellschaften, die die Flugkultur in dieser Hinsicht verändert haben.
Okay, heute würde mein Besen wahrscheinlich auch aus Sicherheitsgründen gefilzt.

Ich bräuchte einen fliegenden. Manchmal wäre ich echt gerne Hexe.

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