Veränderung

Heute begann der Web Summit in Dublin. Gipfel der digitalen Erneuerungen. Die Irish Times berichtet begeistert, dass 20 000 Teilnehmer erwartet werden. Über eine neuere App berichtet sie ausführlicher. (Wie heissen die auf Deutsch? Applikationen?)

Damit kann man nun schon in einigen Pubs von seinem Tisch aus, oder bevor man überhaupt dort eingetroffen ist, Getränke und Speisen bestellen und mit Paypal oder Kreditkarte bezahlen. Keine Kommunikation im Pub mehr nötig. Wird einem alles dann prompt serviert.

Gleichzeitig erfuhr ich heute von einem Zitat in der Autobiographie des schottischen Autors John Buchan. Dieser schrieb es Lord Falkland zu. Den habe ich nun nicht weiter gegoogelt, denn mich überzeugt das, egal, von wem es ist:

“When it is not necessary to change, it is necessary not to change.”

John Buchan: Memory Hold-The-Door. Hodder and Stoughton LTD., 1942, p. 40

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5 Antworten auf Veränderung

  1. tloenfahrer sagt:

    “When it is not necessary to change, it is necessary not to change.”

    Was für ein toller Satz. Einer, über den man stundenlang nachgrübeln kann, ob er nun stimmt oder nicht.

    • Christine sagt:

      Sorry, dass ich so spaet bin mit dem Zulassen deines Kommentars. Ist bei mir im Spam Folder gelandet, das passiert oefters in letzter Zeit.

      Aber du hast recht. Ich denke, ganz allgemein kann er wohl nicht gelten?

  2. Christine sagt:

    Heute las ich hier in der Zeitung eine Anwendung dieses Satzes, meine ich. Aus einem Urteil des höchsten Gerichtes.

    Vorgeschichte: Die Schwester einer Frau, die selbst keine Schwangerschaft austragen kann, hat das für diese als surrogate mother (Für manches habe ich die deutschen Termini nicht mehr mitbekommen) getan. Diese “birth mother” wurde als Mutter des Kindes in der Geburtsurkunde eingetragen, nicht die “genetic mother” (nach dem Prinzip: Mater semper certa est. )Wohl aber deren Mann als Vater. Die Frau hatte dagegen geklagt. Sie hat so keinerlei Rechte in Bezug auf das Kind, es sei denn, sie würde es adoptieren.

    Beim High Court bekam sie Recht, aber der Staat ging in die höhere Instanz. 6 von 7 Richtern dort gaben ihm recht, auf der Grundlage der jetzigen Gesetzlage. ABER in den Urteilsbegründungen verlangten sie, der Staat müsse endlich eine Gesetzlage schaffen, die den verschiedenen komplexen realen Möglichkeiten künstlicher Befruchtung, Surrogatschwangerschaften etc. Rechnung trägt. Es gebe hier eine “lacuna”, aber es sei nicht Aufgabe der Jurisprodenz, sie zu füllen, sondern der Legislative.

    Und nun zum Satz:

    Ein Richter reflektierte die Rolle von Gerichten in der Rechtsentwicklung. Manchmal könne es vorkommen, dass von der Jurisprodenz eine Entscheidung verlangt wird, die dramatische und weitreichende Implikationen hat. Aber

    “If it is not necessary to decide a particular issue or decide in in a particular way to decide the case then it may be necessary, or at least wise, not to decide it.”

  3. Gaby sagt:

    Nachtrag:
    mir ist noch was eingefallen:
    auf SWR Radio gibts ne Comedy: Apps die ein JEDER braucht

    nochmal liebe Grüße
    Gaby

    • Christine sagt:

      Hallo Gabi,

      schoen, dass du manchmal hier hereinguckst!

      An anderer Stelle – das sollte aber auch noch hier hin, glaube ich – fragtest du, wieso das mobile phone im Deutschen „Handy“ heist. Waere interessant zu wissen, ob es sich nur so eingebuergert hat, oder von Herstellern so eingefuehrt wurde damals.

      Irgendwie passt das englische Adjektiv ja, was so etwas wie „handlich“ bedeutet, nuetzlich, bequem, oder dass etwas sich an einem bequemen Ort befindet. Aber es ist halt ein Adjektiv. Du kannst dir vielleicht vorstellen, wie meine Nachbarin gucken wuerde, wenn ich sagte: I lost my handy.

      Wuerde es heute erst erfunden werden, hiesse es vermutlich gleich auch im Deutschen „Mobile“. Oder in beiden Sprachen mob/Mob. Die Grossbuchstaben am Wortanfang werden im Deutschen noch beibehalten, nicht?

      Vielleicht trifft der Satz ueber die Notwendigkeit durchaus auch nun aufs Uebersetzen zu?

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