opportunity cost

Du stehst vor einer Wahl. Du musst jetzt entscheiden, ob du diesen Blogeintrag lesen, etwas anderes lesen, stumme Gedanken denken, oder vielleicht selbst etwas schreiben willst. Der Wert, den du der am attraktivsten erscheinenden dieser Möglichkeiten beimisst, ist der Preis, den du zahlen musst, wenn du dich entscheidest, diesen Blogeintrag zu lesen. Dieser Preis ist spekulativ und muss es bleiben; er steht für das, was deines Erachtens die anderen Möglichkeiten zu bieten haben könnten. Wenn du dich einmal entschlossen hast, diesen Blogeintrag zu lesen, ist jede Chance, die anderen Möglichkeiten zu realisieren, für immer dahin. Nur in dem Moment oder dem Augenblick der Wahl kann Preis Verhalten ändern.

(Buchanan, James M.: Cost and Choice: An Inquiry in Economic Theory, . 6.F.1., grob übersetzt und dem Rahmen hier angepasst von mir)

Nicht immer hat man ja eine Wahl. Aber wenn man sie hat, gibt es oft mehrere Möglichkeiten, was man zu einem Zeitpunkt tun könnte. Und da fällt einem manchmal die Wahl ganz leicht, und manchmal gar nicht. Zwar hatte ich früher im Studium mit Handlungstheorie und so zu tun, aber da ging es immer mehr darum, welche Mittel man wählt bei einem gegebenen Ziel. Manchmal muss oder will man sich aber zwischen möglichen Zielen, Optionen, erst mal für eine(s) entscheiden, ich empfinde das manchmal ziemlich stark: Will ich jetzt stricken, schreiben, schauen, laufen, putzen, mich vors laptop hocken oder Kuchen backen etc., derlei halt. Wenn ich mich für eins entscheide, kann ich keins der andern tun. In irgendeinem Forum, in einem Faden, in dem es um ökonomische Themen ging – wie ich da gelandet bin, weiss ich nicht mehr – hatte ich das mal angesprochen, und ich wurde auf das Prinzip der opportunity costs verwiesen. Im Deutschen heisst es auch Schattenpreis, habe ich gesehen. Es scheint selbst unter Ökonomen eher ein Schattendasein zu führen. Damit könnten versteckte Kosten, die oft nicht berücksichtigt werden, mit bedacht werden.

Ich habe mit Ökonomie so gar nichts am Hut. Finde aber das Phänomen im Leben bemerkenswert, und fand es gut, dass überhaupt wer sich damit beschäftigt hat.

Ich habe mich entschlossen, den Text, aus dessen Vorwort das Zitat stammt, nicht zu lesen. Hier findet man ihn:

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