In autumn,

when ash trees undress,
their summer outfit dismantles,
they draw with leaf confetti
a subtle surface design, first, then
they loose the hang, excess
and destroy the pattern.
And again and again the rags
are piled up into heaps of foliage.

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Oktober

Wenn Weissdorn als Rotdorn auftritt,
das grüne Kostüm ausgezogen,
er lauter, lauter Laternen, singt.

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September (2017)

Schon wieder so ein Jahreszeitenwechselmonat.
Wasser, zu viel, in Asien und in US.
Hier sind’s nur seine Ăpfel, die,
zahlreich und schwer geworden
den Baum zum Fallen brachten.
Daheim, wo sie zu wenig davon haben,
steht eine Wahl, kein Umsturz, an.
Noch grenzen Blüten, bunte Tupfer,
sich ab von vollem grünen Laub.

Zwei Bomben in den Schlagzeilen der Medien
die eine alt, und routiniert entschärft
von Dieter und René im Einvernehmen,
die andre neu, bedrohlich, bebend.
Bevor es dunkelte, heute ein rosaroter Himmel,
so rosa wie der Lachs auf unsern Tellern.
If Kim and Trump would burn their thumbs
on salmon’s juices, and lick them: none
would be any wiser, I’m afraid.

Irma jagt Harvey hinterher, und ihr Jose,
wir lernen Namen kleiner Inseln der Karibik.
Europa hadert noch mit seinem Brexit Sturm
vom letzten Jahr, verhandelt seine Folgen.
Meteorologen Irlands und UKs
einigten sich unterdessen schon
auf Namen ihrer Stürme der Saison:
Aileen, gefolgt von Brian, Caroline dann Dylan,
usw. Erdbeben tauft man bisher nicht.

Fast spitzbübisch die rosa Blüten
der hohen Japananemonen, wie sie verschmitzt,
in Wind und Regen heiter schwebend,
zu mir herüberlächeln: Sind wir nicht hübsch?
Ja ja, natürlich. Ist ja eure Hoch-Zeit.
Doch hätt‘ ich euch nicht unterstützt,
würdet ihr jetzt am Boden liegen.
Mich friert. Und werde trotzdem nicht verreisen,
weder nach Deutschland, noch in die Türkei.

Ich klaube Äpfel, pflücke Äpfel,
Eimer über Eimer Äpfel.
Duck mich unter schweren Zweigen
voller grüner harter Äpfel, nass.
Meine Augen, apfelrund gerichtet
auf den Grund darunter und nach oben,
würd ich gerne über lange Strecken
hin und wieder Apfelmissiles werfen,
manch einem an den Kopf

(“The most beautiful sound I ever heard:
Maria, Maria, Maria, Maria . . .
All the beautiful sounds of the world in a single word . . .
Puerto Rico, You lovely island . . . Island of tropical breezes.
Puerto Rico . . . You ugly island . . .Island of tropic diseases
Always the hurricanes blowing
Nobody knows in America Puerto Rico’s in America!
I’ll bring a T.V. to San Juan.
If there a current to turn on!”)*

“Equinox” lässt mich an Pferde und an Ochsen denken.
Ein Zwittertier, das jährlich zweimal umgeht
und tag- und nachtgleich wiehernd, muhend
einmal den Herbst und dann den Frühling meint?
In Wahrheit weiss es wahrscheinlich gar
nicht von Jahreszeiten noch von seinem Namen,
und dass es existiert in Menschenköpfen
und -kalendern im Lauf des Jahres –
dreht sich bloss wohlig um im Schlaf?

Ich klaubte weiter grüne Äpfel,
pflanzte gelbe Chrysanthemen
in Blumenkästen,
und pflückte altbewährte
schwarze Brombeeren
für Marmelade.
Blau war dabei der Himmel,
ungewählt. Ganz unabhängig davon
schien übrigens die Sonne.

Google wird kugelrunde neunzehn,
Twitter testet längere tweets. (Darf Trump schon?)
Saudische Frauen dürfen Auto fahren. (Wohin?)
Macron will nicht auf Niedersachsen warten,
während ein Ehepaar in Germany ihn
sich zum Vorbild nimmt:“CSU” en Marche.
Schengen wird harsch aufgemengt.
Keiner will Kurden, Katalanen unabhängig haben.
Aus meinem Kopf kullerten Käfer.

Johnson zitiert Lyrik. Trump schimpft auf Puerto Rico.
Das Letzte ist wohl, wenn der Teufel auf Brombeeren spuckt.
Wieder werden Blätter, Kiefernnadeln zusammengekehrt,
drinnen brennt Licht, hier, denn Fenster sind dunkel geworden.
Was Äpfel waren, gärt zu Wein, vielleicht. Who knows?
Wirbelte putzig Staub in meiner Küche auf,
der fröhlich im niedrigen Sonnenlicht tanzte.
Was ich davon nicht einfing,
legt sich woanders hin.

*excerpts from West Side Story

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Buchgeschenk und Koinzidenz

Manchmal bekomme ich auch Bücher geschenkt. Zum Beispiel die von wababbel Autoren. Und da freue ich mich immer ungemein.

Vor ein paar Tagen kam aber ein Umschlag an von jemand anders. Und ich muss das hier berichten, weil dabei wieder mal eine Koinzidenz im Spiel war. Das ist laut Wikipedia “ein zeitliches und/oder räumliches Zusammenfallen von Ereignissen oder Zusammentreffen von Objekten.”. Ich finde Koinzidenzen wunderbar.

Also, das war so.
Ich hatte das Buch mal wo anders als hier erraten. Und mir gefiel unter anderem das Titelbild dieses humorvollen Buches. Und diejenige, die das Rätsel aufgab, war Alexandra Scherer gewesen, die Herausgeberin von Grenzenlos, welches auf der wababbel Titelseite gelistet ist. Sie hat nun das Buch auf einem Flohmarkt gefunden, an mich gedacht, und es mir geschickt. Na so was!? Ich freute mich sehr, und freue mich aufs Lesen und Schmunzeln!

Nun hatte ich diese Woche selbst ein Geschenk gemacht, meinem Mann zum Geburtstag. Und beide Geschenke haben etwas gemeinsam, und das verblüffte mich schon sehr diese Woche.

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The Hungry Grass

Kürzlich fand ich mal wieder ein Buch im Regal, das wir schon ewig besitzen, ich aber noch nicht gelesen hatte: Irish Country Cures von Patrick Logan, 1981 erstmals veröffentlicht. Der Autor war Arzt und hat darin allerlei volkstümliche Rezepte und “cures”, die in Irland angewendet wurden, zusammengesammelt. Manche davon recht abstrus. Interessant fand ich, und das hatte ich mir ehrlich gesagt noch nie so klar gemacht, wie er immer wieder darauf hinweist, dass den Leuten vor der modernen Wissenschaft und Medizin nichts anderes zur Verfügung stand als Kräuter, Rituale und Wunderheiler. Dass und wie dabei psychologisch auf Patienten eingegangen wurde, wird auch immer wieder angesprochen.

Was mich aber sehr interessierte, war der Abschnitt über das hungrige Gras: An Fear Gortach. The Hungry Grass. Noch nie hatte ich davon gehört.

“Many people in Leitrim believe in the hungry grass. The condition is likely to occur after a day in the mountains rounding up sheep, or more likely shooting. The sufferer feels faint and weak and in severe cases may loose consciousness. After he has rested for some time, usually less than a quarter of an hour, the attack will pass and he will be able to make his way home.”

Im Volksglauben ist die Person über hungriges Gras gelaufen. Logan begründet das Phänomen einleuchtend mit plötzlicher Unterzuckerung (Hypoglykämie), und empfiehlt, Kuchen oder Haferbrot dabei zu haben. Letzteres sei besser, weil es den Blutzucker längerfristig anhebe.

Ich googelte nach Fear Gortach und Hungry Grass. Ein Autor war ziemlich sauer über Logans schnöde Erklärung. Die üblichen Geschichten dazu gehen so:

Das Gras, der Ort wo es wächst, ist verwunschen von den Fairies.
Oder aber es ist ein Ort, wo einmal jemand verhungert ist, oder ein Verhungerter begraben wurde.
Das Gras ist manchmal braun und verdorrt, manchmal merkt man ihm nichts an. (Letzteres überzeugender in Irland.)
Leute, die darauf treten, empfinden Heisshunger, oftmals ein Leben lang. Oder sterben, obwohl sie mehr als genug essen.

Es gibt auch den Fear Gorta, den hungry man. Das ist eine verhungert, wie ein Leichnam aussehende Gestalt, die an Türen klopft und um Essen und/oder Geld bittet.

Diese Geschichten stammen wohl aus Zeiten der Hungersnöte.

Beim Googeln stiess ich dann auf das Buch, das ich gerade lese: The Hungry Grass von Richard Power, von 1969. Darin geht es um Father Conroy, einen etwas ungewöhnlichen (wirklich?) Priester. Gefallen hat mir schon der Beginn des Romans. Bei einem alljährlichen Treffen von Priestern erscheint Father Conroy zum ersten Mal und verdirbt den anderen die Veranstaltung, weil er noch vor dem gemeinsamen Essen im Badezimmer stirbt. Bissig, zynisch und auch humorvoll wird seine Geschichte erzählt. Hier ein guter Artikel in der Irish Times darüber.

Meistens komme ich so zu Büchern, die ich lese: Zufällig und/oder auf Umwegen.

Und finde auf ihnen auch Sachen wie diesen kleinen Filmthriller.

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Angebot und Nachfrage, oder die wachsende Qual der Wahl

Wenn von hundert Leuten einer ein Schaf verkauft, dann von tausend zehn, schliesslich von zehntausend hundert, und gar von 10 000 000 hunderttausend, usw.(falls ich richtig gerechnet habe), dann ist der Prozentsatz von Anbietern zu potentiellen Kãufern immer der gleiche.
Aber jeder einzelne Käufer sieht sich in dem Prozess einer wachsenden, schliesslich unüberschaubaren Anzahl von Schafen gegenüber, aus der ausgewählt werden muss, Was tut er/sie?

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Sehe ich recht?

Hier kann man lesen, wie der Wanderweg zum Devil’s Chimney, Irlands höchsten Wasserfall, kürzlich zustande kam. Weder gibt es in Irland viele solche Wälder, noch solche Wanderwege.

Unten bei den Eseln ist ein Schild, das einen auffordert, hochzugucken, ob der Wasserfall überhaupt vorhanden ist. Es gibt ihn nämlich nur nach starkem Regen.

Oben machte ich gestern Fotos durch die Bäume hindurch, und erst daheim am Laptop fiel mir auf: Das da sieht doch aus, als ob auf dem Baum was steht? Erst war ich mir nicht sicher, aber nun sehe ich klar:
Tommy Herz An…, weiter bin ich mir unsicher. Und das sieht schon etwas älter aus als der Wanderweg?

Ein Stückchen weiter die Strasse am Glencar Lake entlang kommt man zum weltberühmten Glencar Waterfall, mit Visitor Centre (alles nur, weil er in einem Gedicht von Yeats vorkam. Immerhin ist das „Yeat’s Country“ hier.). 1984 übernachteten wir da mal, als auch dort noch nix angelegt war, und uns kein anderer Tourist weit und breit begegnete, mit Rucksack und Zelt. Aber in einen Baum geritzt haben wir nix.

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Shannon Insel 2

Der einzige Grund, warum ich manchmal ein Smartphone besitzen wollte, ist, dass man damit Videos aufnehmen kann.
Hat mir der Töpfermeister heute eins vom Shannon Pot nach dem Jahrhundertregen am Dienstag gezeigt, bei dem in Donegal Erdrutsche Häuser, Flüsse und Bäche Brücken zerstört haben.
Es brodelte braun im sonst so ruhigen Pot. Der ist die Quelle vom Shannon, nicht weit von hier, und so was wie der Blautopf in Deutschland.
Ich war heute wieder auf der Insel, und der Fluss ist noch wilder als beim letzten Mal. Das immer noch erschöpfte Gras am Rand erzählt, dass er sich vor ein paar Tagen noch rücksichtsloser verhalten hat. Da wäre ich gar nicht auf die Insel gekommen.

Dass da kein Zaun ist, freut mich enorm in dieser alles absichernden Zeit. Liegt aber wohl nur am Geldmangel.

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Swallows

Sie sind weg.

Aber dies Gedicht von Mary Webb erinnert an sie:

Bei uns hockten sie immer so weit oben:

Source: Mary Webb: The Spring of Joy: Poems, Dodo Press

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Fotorätsel

Was ist das?

Und was hat es damit gemeinsam?

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